Legenden: Jens „Jenne“ Nowotny

Jens Nowotny wird am 11. Januar 1974 im baden-württembergischen Malsch geboren. Er spielt als Jugendlicher beim SV Spielberg und Germania Friedrichstal und wechselt später in die Jugend des Karlsruher SC. Schon als 15-Jähriger wird er fester Bestandteil der deutschen Jugend-Nationalmannschaft und durchläuft sämtliche Auswahlteams des DFB. Ein Höhepunkt ist ein U15-Länderspiel gegen England im Londoner Wembley.

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Noch als Jugendspieler beim KSC reißt sich Jens 1991 zum ersten Mal das Kreuzband im linken Knie. Im Mai 1992 bestreitet der inzwischen 18-Jährige sein erstes Bundesligaspiel für den KSC beim 1:0-Auswärtssieg beim Hamburger SV. Insgesamt kommt er in vier Jahren auf 103 Bundesligaspiele und sieben Tore für die Karlsruher.

Sofort Kapitän unterm Kreuz

1996 wechselt Jens als U21-Nationalspieler zu Bayer 04 Leverkusen. Trainer Christoph Daum macht den damals 22 Jahre alten Libero direkt zum Kapitän. Mit seiner Ruhe am Ball, seiner Zweikampfstärke, seiner Schnelligkeit und seinem strategischen Spielverständnis entwickelt sich Jenne, wie er von seinen Mitspielern gerufen wird, zum Antreiber einer Mannschaft, die in den folgenden Jahren in Deutschland für Furore sorgt. Mit Kapitän Jens Nowotny wird Bayer 04 viermal deutscher Vizemeister und schafft 2002 noch zusätzlich den Einzug ins DFB-Pokalfinale und ins Champions-League-Endspiel. Bei beiden Höhepunkten kann Jenne leider nicht mitspielen, weil er sich im Halbfinalrückspiel gegen Manchester United am 30. April 2002 seinen zweiten Kreuzbandriss zugezogen hat. Außerdem verpasst er die WM 2002, bei der er als Stammspieler in der Abwehr der Nationalmannschaft gesetzt gewesen wäre. Als er in der schwierigen Saison 2002/2003, in der Bayer 04 gegen den Abstieg spielt, im Januar 2003 endlich im Heimspiel gegen Energie Cottbus als Hoffnungsträger wieder auf den Platz zurückkehrt, passiert es wieder: Ohne gegnerische Einwirkung reißt das gerade verheilte Kreuzband erneut und das nächste harte halbe Jahr wartet auf Jenne.

Jens Nowotny

Immer wieder das verflixte Kreuzband

Im Oktober 2003 schafft er wieder den Sprung in die Stammelf von Bayer 04 und bleibt auch für die nächsten anderthalb Jahre fester Bestandteil der Werkself.  Aber am 19. Februar 2005 zieht er sich – was für ein Pech! – den nächsten Kreuzbandriss zu. In der Rückrunde der Saison 2005/2006 spielt Jenne seit der Partie gegen den VfL Wolfsburg am 8. Februar 2006 wieder in der Stammelf. Außerdem springt er noch auf den WM-Zug auf und kommt beim Spiel um Platz drei (3:1 gegen Portugal) als Innenverteidiger über die volle Distanz zum Einsatz. Jenne bestreitet insgesamt 233 Bundesligaspiele für Bayer 04, in denen er viermal ins gegnerische Netz traf. In der Nationalmannschaft debütiert er 1997 gegen die Ukraine. Er absolviert insgesamt 48 Länderspiele (ein Tor) und nimmt neben der Heim-WM 2006 noch an den Europameisterschaften 2000 und 2004 teil.

Nach der WM in Deutschland wechselt Nowotny zu Dinamo Zagreb. Die Hoffnungen auf einen sportlichen Neustart erfüllen sich jedoch nicht, denn anhaltende Knieprobleme begrenzen ihn auf lediglich zehn Einsätze. Aber er wird mit dieser Mannschaft kroatischer Meister. Anfang 2007 beendet er seine Karriere wegen anhaltender Probleme mit seinen Knien.

Bayer 04-Ehrenspielführer seit 2024

Dem Fußball bleibt Jens Nowotny immer treu. Er erhält ein Abschiedsspiel im Wildparkstadion, arbeitet als Berater bei Fortuna Köln, engagiert sich unternehmerisch und betreibt mit einem Freund ein Restaurant in Mönchengladbach, wo er aber nur im Hintergrund tätig ist. Ab 2021 übernimmt er verschiedene Trainerrollen im Jugendbereich des DFB – unter anderem als Co-Trainer der deutschen U17, die 2023 den Weltmeistertitel holt. Zudem engagiert er sich ehrenamtlich für soziale Projekte und Stiftungen. Im Sommer 2024 wird er von Bayer 04 Leverkusen für seine langjährige Führungsrolle mit dem Titel des Ehrenspielführers ausgezeichnet.

Heute lebt der dreifache Familienvater mit seiner Frau in Biesfeld und trainiert neben seiner DFB-Tätigkeit gemeinsam mit einem Trainerkollegen den dortigen A-Kreisligisten Union Blau-Weiß Biesfeld.

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