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In den nächsten Jahren spielt Simon vornehmlich für die zweite Mannschaft der Werderaner, gehört zwar zum Kader des Bremer Doublesiegers 2004, lässt sich aber im Januar 2004 zum SSV Reutlingen in die 2. Bundesliga ausleihen. Nach diesem halben Jahr wechselt er zu Alemannia Aachen und erlebt dort eine der aufregendsten Zeiten der Klubgeschichte. Denn die Aachener haben sich als Zweitligist durch den Einzug ins DFB-Pokalendspiel, das sie gegen Werder Bremen allerdings verlieren, für das internationale Geschäft qualifiziert. So spielt der strategisch denkende Mittelfeldspieler zum ersten Mal international gegen Mannschaften wie AEK Athen, FC Sevilla, Zenit St. Petersburg und OSC Lille. Im Sechzehntelfinale ist dann allerdings Schluss für die Alemannia. Aber deren Leistungen lassen aufhorchen. Und da Simon im Rheinland bleiben möchte, kommt die Anfrage von Bayer 04 gerade recht.
Ab der Saison 2005/06 spielt der blonde Sechser unterm Bayer-Kreuz. Am 1. Spieltag erfüllt sich sein Kindheitstraum – er wird in der letzten Viertelstunde beim 4:1-Auswärtssieg in Frankfurt eingewechselt. Drei Spieltage später gehört Simon erstmals der Startelf an. Er kommt in seiner ersten Saison auf 32 Spiele für Schwarz-Rot. Die Bayer 04-Fans finden schnell Gefallen an dem ballsicheren Mittelfeldspieler mit der Pferdelunge. Erst recht, als er wenige Wochen später mit ihnen vor der Nordkurve seinen ersten Bundesliga-Treffer frenetisch feiert: Ein Zuspiel von Athirson verarbeitet Simon mit dem Rücken zum Tor stehend fließend mit der Sohle und knallt den Ball entschlossen ins Netz. Und das nicht in irgendeinem Spiel, sondern im Derby gegen den 1. FC Köln. Simons Tor zum 2:0 war die Entscheidung (Endstand 2:1). Er war nun endgültig bei der Werkself angekommen.
Ab diesem Derby, dem sechsten Spieltag der Saison 2005/06, bestreitet Simon 131 Bundesliga-Spiele in Folge für die Werkself, nahezu alle über die volle Distanz. Der Dauerbrenner schlechthin. Höhepunkt die Spielzeit 2007/08: Rolfes absolviert alle 34 Liga-Partien und steht insgesamt nur drei Minuten nicht auf dem Feld, dazu gelingen ihm acht Treffer. Fast vier aufeinanderfolgende Saisons spielt er durch.
2007 debütiert Simon auch in der deutschen Nationalmannschaft. Steht im Kader zur Europameisterschaft 2008, absolviert in Österreich und der Schweiz das Viertel- und Halbfinale, schaut sich aber die 0:1-Niederlage im Endspiel gegen Spanien von der Bank an und hat die WM 2010 in Südafrika ganz dick im Kalender eingetragen.
Seit 2008 ist Simon Rolfes Kapitän der Werkself und steht auch unter Trainer Bruno Labbadia 33-mal in der Startelf. Er führt seine Mannschaft nach Siegen unter anderem gegen den FC Bayern und den 1. FSV Mainz 05 in das DFB-Pokalendspiel, in dem es leider gegen seinen alten Arbeitgeber Werder Bremen eine 0:1-Niederlage gibt. Aber dieses Ereignis ist nicht der einzige Rückschlag im Sommer 2009. Das Knie fängt an zu streiken. Erst kommt eine Meniskus-OP, dann folgen ein paar Monate später die nächsten Einschläge: zunächst ein Innenbandanriss, dann der Knorpelschaden im Knie, weitere Operationen und fast ein Jahr Zwangspause. Der Dauerbrenner wird zum Dauerpatient.










Ein Jahr voller Sorgen und Selbstzweifel, Rückschläge und Ratlosigkeit. Doch Rolfes kämpft sich – behutsam herangeführt von Bayer 04-Trainer Jupp Heynckes und mit großartiger Hilfe des Bayer 04-Leistungsdiagnostikers Holger Broich – Schritt für Schritt zurück und feiert ein spektakuläres Comeback als Führungskraft. 16. Oktober 2010, die Partie beim VfL Wolfsburg, Simon wird nach 69 Minuten eingewechselt. Der Protagonist erinnert es so: „Es war irre, wie im Film. Ich habe mich an dem Tag besonders gut gefühlt. Es stand 1:0 für Wolfsburg, die Zeit lief davon, und ich fragte mich, warum komme ich jetzt nicht endlich rein. Als ich dann schließlich gerufen wurde und mein Trikot anzog, fiel das 2:0. Ich schmiss meine Wasserflasche weg und fluchte. So ging ich aufs Feld. Als ich dann nach einem Freistoß den Anschlusstreffer erzielte, merkten wir als Team, da bewegt sich was. Ich holte den Elfmeter raus, den Arturo Vidal verwandelte, und stand schließlich nach einer Ecke noch mal goldrichtig und drückte den Ball zum 3:2 rein. Das Ganze passierte in zwölf Minuten.“
Am 16. Mai 2015, nach insgesamt 377 Pflichtspielen für die Werkself, in denen er 49 Treffer erzielte, erweisen die Fans in der BayArena Simon Rolfes beim 2:0-Sieg gegen Hoffenheim ein letztes Mal die Ehre. Eine Woche später endet seine Profi-Laufbahn in Frankfurt – dort, wo er zehn Jahre zuvor seine Bundesliga-Premiere gefeiert hatte.
Lange hat's danach nicht gebraucht, bis er seine Karriere nach der Karriere angeschoben hat. Simon gründet mit Dr. Markus Elsässer eine Berateragentur für junge Leistungssportler und übernimmt mit seinem Partner die GoalControl GmbH, ein Unternehmen für Torlinientechnik. Als ZDF-Fußballexperte analysiert er in der „Sportreportage“ regelmäßig das Bundesliga-Spieltagsgeschehen. Außerdem schließt der Vater dreier Töchter, der ab und an noch für die Bayer 04-Traditionsmannschaft kickt, seinen „Master for International Players“ (MIP), ein von der UEFA angebotenes fast zweijähriges Studium, erfolgreich ab. Neben Simon werden hier ehemalige internationale Topstars wie die Franzosen Christian Karembeu und Eric Abidal, der Portugiese Nuno Gomes oder der Brasilianer Juninho mit dem nötigen Rüstzeug für eine spätere Karriere im administrativen Bereich oder im Fußball-Management ausgestattet.
Im Sommer 2018 kehrt Simon nach Leverkusen zurück und verantwortet bei Bayer 04 zunächst als „Leiter Jugend und Entwicklung“ die konzeptionelle Ausgestaltung und Weiterentwicklung der Nachwuchsarbeit am Kurtekotten. Wenige Monate später wird er in der Nachfolge von Jonas Boldt als neuer Sportdirektor von Bayer 04 installiert und bastelt von nun an gemeinsam mit Rudi Völler und Fernando Carro an einem Kader, der Bayer 04 an die Spitze des deutschen Fußballs führen soll.
Zum 1. Juli 2022 tritt Simon Rolfes die Nachfolge von Klublegende Rudi Völler als Geschäftsführer Sport bei Bayer 04 an und holt im Oktober 2022 Xabi Alonso als Trainer unters Bayer-Kreuz. Der Rest ist Geschichte und wird für immer unvergessen bleiben.


Hans Sarpei wird am 28. Juni 1976 in Tema in Ghana geboren und kommt mit seinen Eltern als Dreijähriger nach Deutschland, wo er in Köln aufwächst. Seine Mutter und sein Vater arbeiten schon vor seiner Geburt zeitweise in Hamburg im Import-Export-Bereich. Dort lernen sie einen älteren Mann kennen, der ihnen die deutsche Kultur näher bringt und sie unterstützt. Aus Dankbarkeit erhält Hans später dessen Vornamen, obwohl dieser Mann bereits vor seiner Geburt verstirbt. Hans stammt aus einer sportlichen Familie, sein älterer Bruder Edward sowie seine Neffen Hans Nunoo Sarpei und Kingsley Sarpei waren beziehungsweise sind ebenfalls Profi-Fußballer.
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Hans-Josef („Sepp“) Kretschmann wird am 3. Juni 1953 der fünfte Trainer der Vereinsgeschichte von Bayer 04 Leverkusen. Der am 21. März 1902 im ostpreußischen Allenstein geborene Fußballlehrer widmet sich nach dem Studium erst dem Lehrerberuf, um dann später auf den Fußball umzusatteln. Er übernimmt die Werkself von Franz Strehle, unter dem die Mannschaft zweimal die Klasse in der 1. Oberliga West halten konnte. Aber Strehle verlängerte nach diesen zwei recht erfolgreichen Jahren seinen Vertrag in Leverkusen nicht mehr.
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Nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga Nord im Sommer 1975 kämpft Bayer 04 nur acht Monate später gegen den Abstieg. Der Verein erwartet von allen vollen Einsatz in dieser prekären Situation. Aufstiegstrainer Manfred Rummel soll seinen Hauptberuf als Lehrer im Beamtenstatus an der Sonderschule Mülheim aufgeben und Vollzeit-Trainer bei Bayer 04 werden. Der bei der Mannschaft sehr beliebte Coach sieht sich nicht in der Lage, diesem Anliegen des Klubs zu entsprechen. Trotz eines 2:0-Heimspiel-Erfolges gegen die SpVgg Erkenschwick wird Manfred Rummel im „partnerschaftlichen Einvernehmen“ beurlaubt.
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Bayer 04 bestreitet als feststehender Aufsteiger in die 1. Oberliga West schon in der zweiten Mai-Hälfte 1951 Freundschaftsspiel an Freundschaftsspiel. Und das geht auch den ganzen folgenden Monat weiter so.
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Jacek Krzynowek wird am 15. Mai 1976 im polnischen Kamiensk geboren und wächst als typischer Junge vom Land auf. Seine Kindheit verbringt er weniger in strukturierten Trainingseinheiten als vielmehr auf einfachen Bolzplätzen, auf denen er stundenlang mit älteren Jungs spielt. Schon früh fällt auf, dass er über eine außergewöhnliche Schusskraft und enorme Laufstärke verfügt. Doch lange ist ihm selbst nicht bewusst, welches Talent in ihm steckt. Während andere von einer großen Karriere träumen, scheint der Profifußball für ihn zunächst eine ferne Welt zu sein, die er nur aus dem Fernsehen kennt.
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