
Die besseren Torchancen aber bieten sich Bayer 04. Nach dem 0:1-Rückstand zur Pause nimmt die Bayer-Elf das Heft in die Hand und kommt in der 65. Minute durch den ehemaligen Benrather Theo Kirchberg zum hochverdienten Ausgleich. Später im Spiel trifft Mittelstürmer Emil Becks noch den Pfosten, am Ende bleibt es bei dem einen Punkt für Bayer 04. Die Leverkusener Anhänger fahren gutgelaunt nach Hause, denn jetzt kann die Werkself im heimischen Stadtpark vor großer Kulisse mit einem Unentschieden gegen den Tabellenletzten Fortuna Köln den Aufstieg endgültig perfekt machen.
Heinz Nelles, der Pressesprecher und Herausgeber des Bayer 04-Sprachrohrs, dem wöchentlichen Infoblatt der Werkself, stimmt die Fans auf das Spiel am 8. April 1951, ein. „Unsere treuen Anhänger werden sich am Sonntag sicherlich durch nichts in der Welt abhalten lassen, Augen- und Ohrenzeuge eines Vorgangs zu sein, der unsere Herzen höher schlagen lässt. Es wird am Sonntag etwas los sein auf dem Bayer-Platz, denn nach menschlichem Ermessen müsste am Sonntag der Traum aller Fußball-Anhänger in Erfüllung gehen.“
Und ja, es ist was los. 7.000 Bayer 04-Fans pilgern mit Fahnen und Trompeten in den Stadtpark. Die Vorfreude ist groß. Und der Jubel auch, als sich Karl-Heinz Spikofski schon in der 7. Minute den Ball an der Mittellinie schnappt und sich durch die Abwehr der Fortuna dribbelt, um zur 1:0-Führung einzuschießen. Als dann Linksaußen Paul Wiorek zweimal geschickt wird und zweimal einnetzt, da ist die Entscheidung schon vor der Halbzeit gefallen, auch wenn die Kölner noch den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer zum 1:2 erzielen.
Nach dem Seitenwechsel kommen die Zuschauer erst recht in Stimmung, denn erneut ist es Paul Wiorek, der mit seinem dritten Treffer auf 4:1 erhöht. Eine Viertelstunde vor Schluss gelingt Emil Becks sogar das 5:1. Der zweite Treffer der Fortuna kann die Freude von Mannschaft und Fans beim Schlusspfiff nicht mehr trüben. Erstmals in ihrer fast 50-jährigen Geschichte sind die Bayer-Fußballer Erstligist. Die Fans stürmen den Platz und tragen ihre Helden auf den Schultern zur Siegerehrung. Kapitän Hans Frömmel erhält einen Siegerkranz vom 1. Vorsitzenden von Bayer 04, Dr. Fritz Jacobi, und es entstehen Fotos der Mannschaft gemeinsam mit der D-Jugend der Werkself.
Am nächsten Tag erscheint eine große Kolumne in der deutschen Sportzeitung „SPORT-BEOBACHTER“. In einer Auflage von 120.000 Exemplaren gibt es eine ganzseitige Vorstellung des neuen Oberligisten SV Bayer 04 Leverkusen. Und auch der Kölner Stadt-Anzeiger widmet der Erfolgsmannschaft eine komplette Seite, auf der die einzelnen Spieler in Wort und Bild vorgestellt werden.




Eine Woche nach dem großen Erfolg kann Bayer 04 direkt die Kräfte mit einem Oberligisten messen. Im westdeutschen Pokal steht der Erstrundenvergleich mit Preußen Dellbrück an. Bei gleichen Spielanteilen und Torchancen hüben wie drüben bleibt es bis zur Pause torlos, obwohl es durchaus zu diesem Zeitpunkt schon 3:3 hätte stehen können. In der zweiten Halbzeit fallen dann die Tore. Und als sich alle im Stadtpark beim Stande von 2:2 auf eine Verlängerung einrichten, unterläuft Torwart Helmut Rennen ein Missgeschick. In der 87. Minute lässt er einen Roller aus erheblicher Entfernung überraschend passieren und läutet damit das Ausscheiden aus dem Pokal ein. Das 4:2 fällt dann auch nicht mehr ins Gewicht. So kann sich die Werkself auf ihre letzten beiden Punktspiele konzentrieren.
Das finale Spiel im April geht am 22. April 1951 über die Bühne. Bei Union Krefeld hat der Aufsteiger aus der Farbenstadt durch seinen technisch guten Fußball zwar Feldvorteile, aber ihm gelingt kein Treffer, weil der Krefelder Torhüter an diesem Tag einfach nicht zu bezwingen scheint. Im Gegenteil – die Krefelder erzielen noch vor der Pause den Führungstreffer. Als dann Kapitän Hans Frömmel in der 50. Minute den Ausgleich schafft und Richard Job acht Minuten später zum 2:1 einnetzt, scheint alles auf einen Sieg der Werkself hinauszulaufen. Doch Paul Wiorek wird Mitte der zweiten Halbzeit vom Platz gestellt und die Bayer-Elf gerät mit zunehmender Spieldauer immer mehr unter Druck. Zwei Minuten vor dem Ende dann der Ausgleich von Union – Mannschaft und Fans fahren mit einem Punkt im Gepäck Richtung Heimat.
Für die nächsten Wochen stehen noch das letzte Punktspiel am ersten Mai-Wochenende und viele Freundschaftsspiele auf dem Programm, vor allem gegen Oberligamannschaften wie Wormatia Worms, Eintracht Kreuznach oder Stuttgarter Kickers. Die Vorbereitung auf die erste Oberligasaison mit Spielen gegen die Großen wie Schalke 04, Borussia Dortmund, Rot-Weiss Essen oder den 1. FC Köln startet schon mit diesen Freundschaftsspielen. Die Farbenstadt rüstet sich.

Dieter Bast wird am 28. August 1951 in Oberhausen geboren. In der Jugend des Oberhausener Ortsteilvereins DJK Arminia Klosterhardt beginnt er mit dem Kicken. Während seiner Ausbildung zum Werkzeugmacher wechselt er zum Nachbarverein Sterkrade 06/07 in die A-Jugend, wo er den Bundesligisten Rot-Weiss Essen und Borussia Mönchengladbach auffällt. Bast entscheidet sich für die Rot-Weissen und spielt ab 1970 in der 1. Bundesliga. Schon im ersten Jahr kommt er als Rechtsaußen auf 22 Einsätze, in denen er drei Tore erzielt. Dennoch können die Essener den Abstieg nicht verhindern.
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José Vítor Roque Júnior wird am 31. August 1976 in Santa Rita do Sapucaí im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais geboren. In der Jugend spielt er für Sao José EC, einem Klub im Osten des Bundesstaates Sao Paulo. Seine Profikarriere beginnt 1995 bei Palmeiras Sao Paulo. Dort entwickelt sich Roque Júnior schnell zu einer festen Größe in der Mannschaft, absolviert mehr als 200 Pflichtspiele und feiert bedeutende Erfolge. Mit dem Verein gewinnt er 1998 die Copa do Brasil und 1999 die Copa Libertadores, die südamerikanische Version der europäischen Champions League.
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Im Video seht ihr eindrucksvolle und wichtige Tore der Bayer 04-Geschichte aus dem Monat August. Es geht dabei nicht immer um die Schönheit der Tore, sondern es sollen euch auch besondere Spiele und Spieler in Erinnerung gerufen werden.
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Das erste Erstligaspiel in der Geschichte von Bayer 04 bestreitet die Werkself bei den Sportfreunden Katernberg. In das Stadion Am Lindenbruch in diesem Stadtteil von Essen kommen 7.000 Zuschauer. Den ehemals „wüsten“ Platz haben die Katernberger zu einem wahren Schmuckkästchen hergerichtet. Der satte Rasen bietet an diesem Sonntagnachmittag, dem 19. August 1951, die besten Bedingungen für ein gutes Fußballspiel.
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Nach dem durchaus gelungenen Start mit dem 2:1-Heimsieg gegen den VfL Wolfsburg veranstaltet die Werkself einen Teamevent. Mittwochs fährt sie gemeinsam auf den Nürburgring und dreht ein paar schnelle Runden. Trainer Klaus Toppmöller begrüßt diese Aktion, denn sie fördert Zusammenhalt und Integration. Im wöchentlichen Training wird viel an verschiedenen Verhaltensweisen in der Defensive gearbeitet, denn in den letzten Minuten der Partie gegen die Wölfe war der Coach mit dem Pressingverhalten seiner Spieler nicht einverstanden.
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