Geschichte: Vor 50 Jahren – Aufstiegssaison 1974/75 (Januar)

Das neue Jahr 1975 fängt mit einem Auswärtsspiel bei Frechen 20 an. Am 5. Januar hat die Werkself über eine Stunde lang gegen eine kämpfende Frechener Mannschaft einen schweren Stand. Zu pomadig ist die Spielweise der Bayer-Mannschaft und Torhüter Hubert Makel bringt seinen Ärger darüber auf dem Platz lautstark zum Ausdruck. Er kritisiert vehement von hinten heraus seine Vorderleute und versucht sie aufzuwecken.
Bayer 04 im Januar 1975

Nach einer Stunde werden die Gastgeber langsam müde und die Truppe um Mittelfeldspieler Peter Surbach kann sich endlich einen Feldvorteil verschaffen. Nach einem Eckball von Hans-Werner Marx köpft Manfred Schumann in der 74. Minute den erlösenden Führungstreffer. Der in der 66. Minute für Peter Litzinger eingewechselte Manfred Vetter erhöht sechs Minuten später mit einem Gewaltschuss aus 30 Metern auf 2:0. Und zu guter Letzt macht der ehemalige Frechener Matthias Brücken in der 88. Minute den Deckel drauf. Schlussendlich ein souveräner Sieg und ein guter Start in das Jahr 1975.

Eine Woche später muss die Werkself zum Tabellenführer Bonner SC. In den Bonner Nordpark kommen 5.000 Zuschauer zu diesem Spitzenspiel. Bayer 04 startet stark: In der 14. Minute geht die Mannschaft von Trainer Manfred Rummel durch einen 16-Meter-Schuss von Peter Surbach mit 1:0 in Führung, doch die Bonner antworten wütend. Angefeuert von ihrem Anhang berennen sie unaufhörlich das von Schlussmann Hubert Makel ausgezeichnet gehütete Tor.  Doch den Gastgebern gelingt kein Treffer und Bayer 04 geht mit der Führung in die Pause. In der zweiten Halbzeit das gleiche Bild: Bonn rennt an, Bayer 04 kontert geschickt. In der 58. Minute fällt der Schiedsrichter auf eine Schwalbe des ehemaligen Bayer 04-Jugendspielers Karl Heinz Wöhler herein. Aber den fälligen Elfmeter kann Hubert Makel abwehren. Allerdings hat er ein paar Minuten später noch Glück bei einem Pfostenschuss, das ihm in der 72. Minute nicht hold ist. Denn ein Kopfball ans Lattenkreuz prallt ihm von dort an die Schulter und findet den Weg ins Netz – 1:1. Kurz vor Schluss hat Gerd Kentschke noch eine große Chance, doch es bleibt beim alles in allem gerechten Unentschieden.

Bayer 04 im Januar 1975

Am 19. Januar muss die Bayer-Elf erneut reisen. Dieses Mal zum BC Oberbruch-Heinsberg. Das Nachholspiel vom 13. Spieltag vor nur 700 Zuschauern sieht eine Werkself, die in der ersten Halbzeit mit schönen Ballpassagen gefällt, aber der Zug zum Tor fehlt. Erst in der zweiten Halbzeit gelingt durch Manfred Vetter in der 63. Minute der Führungstreffer, aber die Gastgeber antworten aggressiver und energischer. Zweimal muss ein Leverkusener auf der Linie retten. In der 83. Minute fällt schließlich der mehr als verdiente Ausgleich für die Oberbrucher. Die Werkself fährt mit nur einem Punkt im Gepäck nach Hause.

Mitten in der Woche dann eine weitere Nachholpartie, diesmal endlich im heimischen Ulrich-Haberland-Stadion. 1.200 Zuschauer wollen das Abendspiel der Werkself gegen die SG Eschweiler sehen, aber das Flutlicht wirkt nicht so stimulierend auf die Bayer-Mannschaft wie schon so oft zuvor. Zwar gelingt Manfred Vetter mal wieder mit einem schönen Weitschuss in der 8. Minute die Führung, aber danach läuft nichts zusammen. Überraschenderweise machen sich Unsicherheiten und Missverständnisse breit und Eschweiler bekommt Torchancen. Nach der Pause stürmt der Gast bedingungslos auf den Ausgleich. Doch in der 62. Minute gelingt Mittelstürmer Manfred Schumann nach einem Konter das 2:0. Dennoch will keine Ruhe ins Bayer-Spiel einkehren. Die Pfiffe der Fans sind gerechtfertigt, denn „die Schwarz-Roten wirken konzept- und hilflos und das war der Grund für ein finsteres Fußball-Hickhack“ (Stadt-Anzeiger vom 23.01.1975). Am Ende stehen die zwei Punkte. Und nur das zählt nach diesem Spiel.

Vier Tage später kann die Werkself erneut ein Spiel zu Hause bestreiten. Vor diesmal 1.500 Zuschauern ist der Godesberger FV zu Gast. In der ersten Halbzeit läuft trotz einer frühen Führung durch Matthias Brücken (6.) wieder nicht viel zusammen. Aber nach der Pause gelingen Manfred Schumann (47.) und Matthias Brücken (48.) zwei schnelle Tore, der Ball rollt jetzt wesentlich besser in den Reihen der Werkself. Erneut ist es Manfred Schumann, der in der 57. Minute auf 4:0 erhöht. Matthias Brücken mit seinen Saisontoren 15 und 16 und ein weiterer Treffer von Klaus Röhrig schrauben das Ergebnis auf 7:0. Ende Januar steht die Werkself nur einen Punkt hinter dem Tabellenführer SC Jülich 10 auf Platz 2.

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