
„Die großen Bewährungsproben stehen der Mannschaft erst noch bevor“, dämpft Trainer Willibert Kremer jedweden Jubel. Und weiter: „Der Monat November wird für uns zur schweren, vielleicht entscheidenden Prüfung. Die Begegnungen mit Preußen Münster, Alemannia Aachen und dem Namensvetter aus Uerdingen haben richtungsweisenden Charakter. Wenn wir vier oder fünf Punkte aus den nächsten drei Spielen einfahren, dann darf man uns tatsächlich als Favoriten bezeichnen.“
Am 4. November 1978 geht es nach Münster. Dort im Preußenstadion erwarten 25.000 Zuschauer ein heißes Spitzenspiel. Und es wird eine Schlacht. In einer überhart geführten Partie, in der sich beide Mannschaften nichts schenken, muss Schiedsrichter Redelfs durchgreifen. Als erstes erwischt es Trainer Willibert Kremer, der völlig erbost nach einem Foul an Mittelstürmer Peter Szech auf den Platz stürmt und den Innenraum verlassen muss.
Selbst nach dem Spiel ist der sonst so besonnene Bayer 04-Coach so erregt, dass er seinen Co-Trainer Gerd Kentschke zur Pressekonferenz schickt. Den ersten Rausschmiss nehmen die Zuschauer noch leicht amüsiert zur Kenntnis. Doch als der Unparteiische nacheinander die Leverkusener Norbert Ziegler und Hans-Jürgen Scheinert sowie dazu noch die Münsteraner Krekeler und Fuchs mit der Roten Karte vom Platz schickt, kocht die Stimmung im Stadion und auf dem Feld über. Wie vergiftet die Atmosphäre von Beginn an ist, zeigt der Wurf einer Bierflasche an den Kopf von Libero Jürgen Gelsdorf beim Einlaufen, der aber ohne weitere Folgen für den Werkself-Profi bleibt. Nach diesem gnadenlosen Kampf über 90 Minuten sind die Leverkusener schließlich glücklich mit dem torlosen Unentschieden, das ihren Nimbus der Unbesiegbarkeit aufrechterhält.






Eine Woche später kommt Alemannia Aachen ins Ulrich-Haberland-Stadion. Vor 9.000 Zuschauern rutschen Peter Hermann und Matthias Brücken für die beiden gesperrten Norbert Ziegler und Hans-Jürgen Scheinert in die Startelf. Nach einer Viertelstunde kann Leverkusens Goalgetter Matthias Brücken das 1:0 erzielen. Das starke Mittelfeld der Bayer-Elf mit Thomas Hörster, Klaus Bruckmann und Harry Gniech beherrscht Ball und Gegner. In der 74. Minute spritzen dann Matthias Brücken und sein Gegenspieler Bertrams in eine Hereingabe von Dieter Herzog und der Ball landet im Tor. Erst wird der Treffer dem Stürmer der Werkself zugesprochen, aber nach dem Spiel stellt Matthias Brücken das richtig: „Schreibt das Tor ruhig dem Bertrams gut, der hat noch keins geschossen.“ So bleibt Bayer 04 mit diesem 2:0-Sieg weiterhin ungeschlagen und bereitet sich auf den schweren Gang zum Tabellenzweiten Bayer 05 Uerdingen vor.
Es ist der 18. November 1978 und in der Grotenburg-Kampfbahn steigt der Bayer-Gipfel. Die Uerdinger suchen von Beginn an ihr Heil in der Flucht nach vorn. Sie stürmen 90 Minuten auf das Tor der Bayer 04-Mannschaft. Am Ende steht ein 0:0 und die Erkenntnis, dass auch die Abwehr der Leverkusener ein zuverlässiger Mannschaftsteil ist. Vor allem dem überragenden Torhüter Fred Bockholt ist es zu verdanken. Noch in der letzten Minute rettet er mit zwei glänzenden Paraden das Unentschieden. Mit vier Punkten aus den letzten drei Spielen muss sich jetzt Trainer Willibert Kremer an seinen eigenen Worten messen lassen und die Rolle des Meisterschaftsfavoriten annehmen.
Vier Tage später kommt es wieder zu einem Heimspiel. Die Berliner von Wacker 04, Tabellenvorletzter, stellen sich im Ulrich-Haberland-Stadion vor. Die erste Halbzeit ist eine weitere Demonstration der Stärke des Tabellenführers. Nach Toren von Klaus Bruckmann, Harry Gniech und Jürgen Gelsdorf geht die Werkself mit einer souveränen 3:0-Halbzeitführung unter dem Jubel der Bayer 04-Fans in die Kabine. Als nach weiteren 45 Minuten der Schiedsrichter das Spiel abpfeift, pfeifen dieselben Zuschauer, die noch eine Stunde zuvor die Mannschaft mit Applaus verabschiedet hatten. Denn die zweite Halbzeit wird die in dieser Saison schwächste der Werkself. Vollkommen unkonzentriert und fahrig überlässt Bayer 04 den Berlinern das Feld und kann von Glück reden, dass es nur bei einem Gegentreffer bleibt. Mit einem blauen Auge davongekommen steht Bayer 04 Ende November mit 29:3 Punkten an der Tabellenspitze und kann schon am 16. Spieltag, drei Spieltage vor Ende der Hinrunde, die Herbstmeisterschaft feiern.

Christoph Daum wird am 24. Oktober 1953 in Zwickau geboren. Als Kind gelangt er mit seiner Mutter in den Westen Deutschlands und wächst in Duisburg auf. Schon früh entwickelt er eine große Begeisterung für den Fußball, auch wenn sich schnell zeigt, dass seine Zukunft weniger auf dem Platz als vielmehr an der Seitenlinie liegt. Bereits in jungen Jahren tritt seine Leidenschaft zutage, Dinge zu analysieren, zu erklären und zu verbessern.
Mehr zeigen
Als die Bayer 04-Fußballer 1960 Weihnachten feiern, überwintern sie mit 20:10 Punkten auf dem zweiten Platz der 2. Oberliga West – allerdings bereits mit fünf Zählern Rückstand auf Spitzenreiter Schwarz-Weiß Essen. Doch im neuen Jahr findet die Mannschaft von Trainer Erich Garske nur schwer in die Spur. Auf ein torloses Remis gegen den Bonner FV im heimischen Ulrich-Haberland-Stadion folgt eine 1:2-Auswärtsniederlage in Erkenschwick. Auch das darauffolgende Heimspiel bringt nur einen Punkt ein. Die Aufstiegsambitionen schrumpfen damit auf ein Minimum, denn der Rückstand auf den begehrten Platz ist inzwischen auf beachtliche zehn Punkte angewachsen.
Mehr zeigen
Im Video seht ihr eindrucksvolle und wichtige Tore der Bayer 04-Geschichte aus dem Monat Februar. Es geht dabei nicht immer um die Schönheit der Tore, sondern es sollen euch auch besondere Spiele und Spieler in Erinnerung gerufen werden.
Mehr zeigen
Es ist der 11. Februar 2006 und Schalke 04 und die Werkself starten um 15.30 Uhr ein Spiel, das am Ende Historisches zu bieten hat – zumindest aus Bayer 04-Sicht.
Mehr zeigen
Als Tabellenführer empfängt die Werkself das abstiegsbedrohte Team von Rhenania Würselen. Am 4. Februar 1951 säumen trotz der sonntäglichen Karnevalsumzüge 5.000 Zuschauer den Spielfeldrand. Und sie sehen eine feldüberlegene Heim-Mannschaft. Ohne den erkrankten Theo Kirchberg und den gesperrten Emil Becks bestürmen die Gastgeber von Beginn an das gegnerische Tor. In der ersten Halbzeit gegen einen starken Wind ankämpfend, erspielt sich Bayer 04 Chance auf Chance, scheitert aber immer wieder am Würselener Torhüter. Nach dem 0:0 zur Halbzeit nimmt sich Karl Heinz Spikofski in der 55. Minute ein Herz und hämmert aus 20 Metern den Ball in die gegnerischen Maschen. Rhenania kann nicht mehr kontern. Bis zum Schluss hält die Belagerung des Würselener Strafraumes an, dennoch bleibt es am Ende bei einem knappen 1:0.
Mehr zeigen