Geschichte: Vor 45 Jahren – Aufstiegssaison 1978/79 (Dezember)

Am Samstag, 2. Dezember 1978, empfängt Bayer 04 als Tabellenführer der 2. Bundesliga Nord den Tabellendritten der 2. Bundesliga Süd, die SpVgg Bayreuth, in der dritten Runde des DFB-Pokals. Es wird ein Spiel auf Augenhöhe.

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Mit dem Selbstvertrauen der Unbesiegbarkeit startet Bayer 04 in dieses Spiel. Der am Ende entscheidende Treffer fällt schon in der 14. Minute. Klaus Bruckmann rutscht in eine Flanke von Dieter Herzog und trifft zum 1:0. Auch wenn die Werkself vor der Pause noch Einschussmöglichkeiten durch Peter Szech und Herzog hat, ist der Südvertreter immer gefährlich. Die Bayreuther imponieren im Ulrich-Haberland-Stadion vor allem durch ihre Homogenität und ihr Spielverständnis. In der zweiten Halbzeit nimmt der Druck auf das von Fred Bockholt wieder gut gehütete Bayer 04-Tor zu und die Fans der Werkself müssen bis zum Schlusspfiff zittern.

Am Ende ist es ein durchaus glücklicher Sieg, durch den Bayer 04 Leverkusen zum ersten Mal in das Achtelfinale des DFB-Pokals zieht. Sowohl Trainer Willibert Kremer als auch die Bayer 04-Spieler bezeichnen die SpVgg Bayreuth als ihren in dieser Saison bisher schwersten Gegner. Als dann am Sonntagabend die HSV-Legende Uwe Seeler die TuS Neuendorf als nächsten Gegner für die Farbenstädter zieht, gibt es verhaltene Freude, denn der Einzug unter die letzten Acht scheint gegen den Amateurligisten durchaus wahrscheinlich.

Klaus Bruckmann

Remis in Bochum-Wattenscheid

Eine Woche später geht es in der Liga zur SG Wattenscheid 09, die als Tabellenzehnter nur zwei Punkte vor einem Abstiegsplatz steht. Und auch in diesem Spiel scheitert der Gegner der Werkself an dem Versuch, dem Herbstmeister die erste Niederlage beizubringen. Aber Bayer 04 muss ähnlich wie eine Woche zuvor bis zur letzten Minute zittern, bevor wenigstens ein Punkt unter Dach und Fach ist. Schon nach vier Minuten haben die Leverkusener großes Glück, als der Ball an die Latte des eigenen Gehäuses knallt. In diesem Kampfspiel auf tiefem Boden findet der Tabellenführer mit zunehmender Spieldauer immer besser in den Rhythmus. Matthias Brücken kommt in der 27. Minute für den verletzten Hans-Jürgen Scheinert ins Spiel, kann aber bis zur Halbzeit keine Impulse geben. Recht glücklich geht die Bayer-Elf mit einem 0:0 in die Kabine.

In Halbzeit zwei schießt Joker Matthias Brücken mal wieder sein Tor. In der 55. Minute zappelt das Leder im Netz und alles sieht nach einem erneuten Sieg der Werkself aus. Knapp zwanzig Minuten später fällt allerdings der Ausgleich mit einem Schuss der Wattenscheider von der Strafraumgrenze. Bis zum Schlusspfiff ist es vor allem dem starken Fred Bockholt zu verdanken, dass es beim 1:1 bleibt. Dem Tabellenführer fällt zwar kein Zacken aus der Krone, aber die eine oder andere Schramme hat er schon abbekommen.

Hier geht's zur TV-Zusammenfassung des Spiels!

Als Primus in die Weihnachtspause

Das Heimspiel gegen Westfalia Herne am 17. Dezember 1978 fällt den widrigen Platzverhältnissen zum Opfer, aber es werden beim Aufstiegsfavoriten wichtige personelle Entscheidungen getroffen. Die zum Saisonende auslaufenden Verträge von Klaus Bruckmann und Thomas Hörster werden verlängert. Auch auf der Agenda von Präsident Dr. Jürgen Schwericke stehen die Vertragsverlängerungen mit den Spielern Fred Bockholt, Walter Posner und Matthias Brücken sowie eine Einigung mit Trainer Willibert Kremer und Co-Trainer Gerd Kentschke über die Saison hinaus.

So geht die Sportvereinigung Bayer 04 Leverkusen als Tabellenführer der 2. Bundesliga Nord und Aufstiegsfavorit in die Weihnachtspause.

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