
Am Mittwoch, 9. August, kommt der ehemalige Berliner Bundesligist Tennis Borussia zum ersten Saisonheimspiel ins Ulrich-Haberland-Stadion. Knapp 8.000 Zuschauer erleben an der Bismarckstraße ein Fußballfest. Bayer 04 spielt sich in einen Rausch und am Ende steht ein klarer 5:2-Sieg. Zum dritten Mal in Folge lässt Trainer Willibert Kremer dieselbe Startelf auflaufen. Neben den beiden Mittelfeldspielern Klaus Bruckmann, der zweimal trifft, und Thomas Hörster schießt auch wieder Joker Matthias Brücken zwei Treffer, den ersten eine Minute nach seiner Einwechselung. Und beide Bayer-Mannschaften, sowohl unsere Werkself als auch die der Uerdinger, grüßen mit jeweils 4:0-Punkten und 8:3-Toren von der Spitze der 2. Bundesliga Nord.
Wieder drei Tage später ist Arminia Hannover ohne Chance. Diesmal reicht eine erste gute Halbzeit, in der wieder einmal alles stimmt. Herrliche Kombinationen gepaart mit schönen und auch erfolgreichen Abschlüssen bringen am 3. Spieltag der Saison die alleinige Tabellenführung, die Bayer 04 bis zum Saisonende nicht mehr abgeben wird. Als Trainer Willibert Kremer nach dem Schlusspfiff in der Pressekonferenz kritisch Bilanz zieht, hört er von draußen das, was ihm in diesem Moment noch gar nicht gefällt: Ein Fanclub macht am Tribünenausgang ein Riesenspektakel und die schon in der ersten Halbzeit unüberhörbaren Sprechchöre „Bayer wird Meister, Bayer wird Meister“ sind keine Musik in seinen Ohren. Er tritt lieber auf die Euphoriebremse und verweist auf die etwas schlechtere zweite Halbzeit.
In der Nacht zum Dienstag, 15. August, bekommt das Ulrich-Haberland-Stadion unliebsamen Besuch. Anhänger eines anderen Fußballklubs hinterlassen ihre eigene Visitenkarte: Sie brechen ein Eingangstor auf, verbiegen mit brachialer Gewalt eines der beiden Aluminiumtore, zertrümmern die Scheiben eines neuen Kassenhäuschens und schmieren ein großes „1.FCK“ an eine Wand. Ob die Zerstörer Fans aus der Pfalz oder vom Klub von der anderen Rheinseite gewesen sind, überlasse ich hier mal jedem selbst.
Nichtsdestotrotz bereitet sich die Bayer-Elf konzentriert auf ihr nächstes Auswärtsspiel vor. Der Aufsteiger aus Kiel gilt als Außenseiter, trotzdem deutet Trainer Willibert Kremer in den Vorberichten an, dass er mit einem Punkt zufrieden wäre. Kiels Trainer Kuno Böge wiederum lässt durchblicken, dass er einen frisch ins Spiel kommenden Matthias Brücken durch einen Sonderbewacher ausschalten lassen will. Aber das hilft nicht viel, denn dieses Mal braucht der Joker ganze sieben Minuten nach seiner Einwechselung, um fünf Minuten vor dem Ende den Siegtreffer zum 2:1 zu erzielen. Vorher hatte Norbert Ziegler den Führungstreffer der „Störche“ ausgeglichen.
Am 25. August, einem Freitagabend, stellt sich der VfL Osnabrück als Gast im Ulrich-Haberland-Stadion vor. Wo sich vor Jahresfrist noch unter 1.000 Zuschauer verliefen, befinden sich jetzt über 8.000 begeisterte Fans. Innerhalb kürzester Zeit schafft es eine personell wenig veränderte Mannschaft, ihre Anhänger zurückzuholen. Sie feiern stürmisch ein Bayer 04-Team, das den Niedersachsen in keiner Phase des Spiels eine Chance lässt, und das mit derselben Startelf wie in den Spielen zuvor: Bockholt – Posner, Gelsdorf, Klimke, Scheinert, Hörster, Bruckmann, Ziegler, Gniech, Szech, Herzog
Nach dem souveränen 3:0 durch die beiden Tore von Mittelstürmer Peter Szech und einen Elfmeter von Mannschaftskapitän Dieter Herzog steht die Werkself mit 10:0-Punkten alleine an der Tabellenspitze der 2. Bundesliga Nord. Und wieder warnt Trainer Willibert Kremer: „Begeisterung ja, aber keine Euphorie. Wir sollten schön auf dem Teppich bleiben.“ Aber dieses Gefühl der Tabellenführung im August 1978 genießt natürlich jeder Bayer 04-Fan in vollen Zügen.

Heiko Scholz wird am 7. Januar 1966 in Görlitz geboren. In seiner Jugend spielt er erst für Dynamo Görlitz. Von dort schafft er den Sprung in die Sportschule nach Dresden und spielt von 1978-1982 in der Jugend der SG Dynamo Dresden. Als für nicht gut genug befunden muss Scholle, so sein Spitzname, die Sportschule verlassen, um seine letzten beiden Jugendjahre für die ISG Hagenwerder zu bestreiten. Über die BSG Chemie Leipzig und den 1.FC Lokomotive Leipzig, mit dem Heiko 1987 den DDR-Pokal gewinnt und auch in das Europapokal-Finale der Pokalsieger einzieht (0:1 gegen Ajax Amsterdam), führt ihn sein Weg endlich wieder zurück zu seinem Herzensverein Dynamo Dresden. Für eine Million D-Mark, die höchste Ablösesumme, die jemals für einen Spieler in der ehemaligen DDR bezahlt wird, wechselt er 1990 von Lok Leipzig in die Landeshauptstadt Sachsens.
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Stefan Kießling wird am 25. Januar 1984 im fränkischen Lichtenfels geboren. Schon als kleiner Junge verbringt er unzählige Stunden auf den Bolzplätzen seiner Heimat, jagt dem Ball hinterher, träumt vom großen Fußball. Seine Eltern unterstützen ihn, aber sie erziehen ihn bodenständig – Fleiß, Ehrlichkeit und Bescheidenheit sind Werte, die ihn von klein auf prägen. Früh zeigt sich sein Talent, doch noch auffälliger ist sein Ehrgeiz. Kießling will sich stets verbessern, will mehr geben als andere.
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In der 1. Kreisklasse des Rhein-Wupper-Kreises kommt es am Sonntag, dem 26. Januar 1936, zum Lokalderby zwischen dem abstiegsbedrohten BV Wiesdorf und dem Tabellenführer SSV „Bayer“ Leverkusen. Auf dem alten Platz des BV Wiesdorf, dort wo sich heute das Arbeitsamt Leverkusen befindet, tummeln sich 1.800 Zuschauer, um dieses Spiel zu sehen.
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Es ist Freitag, der 31. Januar 1986. Es steht das Derby in Köln an und wir sind nach dem Heimsieg gegen den Hamburger SV eine Woche zuvor voller Selbstvertrauen, denn wir haben ein 0:2 zur Pause in einen 3:2-Sieg gedreht. Vor allem der in der Halbzeit eingewechselte griechische Amateurspieler Minas Hantzidis hat in diesem Spiel aufgedreht. Durch zwei Tore von Bum-kun Cha und einen Elfmeter von Christian Schreier können wir zwei wichtige Punkte im Kampf um einen UEFA-Cup-Platz einfahren. Mit einem Punkt Rückstand auf die Norddeutschen stehen wir auf Platz 5 der Tabelle, sechs Punkte vor dem Nachbarn aus Köln.
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Im Video seht ihr eindrucksvolle und wichtige Tore der Bayer 04-Geschichte aus dem Monat Januar. Es geht dabei nicht immer um die Schönheit der Tore, sondern es sollen euch auch besondere Spiele und Spieler in Erinnerung gerufen werden.
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