Geschichte: Vertragsspielertum in Leverkusen

Am 5. Juni 1949 beschließt der Westdeutsche Fußballverband, das Vertragsspielertum einzuführen. Jetzt muss sich jeder Verein selbst entscheiden: Fußballprofi oder Amateur. Der reine Fußballprofi wird zwar noch abgelehnt, aber der erste Schritt in Richtung Lizenzspieler ist getan. Satzungsgemäß darf ein Vertragsspieler höchstens 320 Mark im Monat verdienen, aber jeder weiß, dass die guten Spieler auch mal auf 800 Mark kommen können.
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In Leverkusen wird heiß diskutiert und die halbjährliche Mitgliederversammlung vorgezogen. Am Montag, 18. Juli 1949, findet die große Entscheidung im Burghof an der Rathenaustraße statt. Die Vereinsmitglieder stimmen mit überwältigender Mehrheit bei nur vier Gegenstimmen für die Einführung des Vertragsspielers – die Fußballabteilung besteht also künftig aus einer Vertragsspieler- und einer Amateurabteilung.

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Die erste Mannschaft von Bayer 04 Leverkusen spielt in der 2. Oberliga West. Alle Spieler bekommen jetzt sowohl vom Verein als auch von ihrem Arbeitgeber – bei den meisten ist es das Bayer-Werk – ein monatliches Gehalt. Die Woche eines Profis von Bayer 04 sieht 1949 so aus: Jeden Werktag arbeiten, Dienstag und Donnerstag ab 18 Uhr Training und am Sonntag das Meisterschaftsspiel. Je nachdem wie erfolgreich die Partie verlief: Schulterklopfen oder Beschimpfungen im Werk. Die Männer spielten jeden Sonntag vor ihren Arbeitskollegen. Und da hieß es Gas geben, denn sie wurden ja dafür bezahlt, auch wenn die monatlichen Zahlungen uns heute ein Schmunzeln entlocken. Ein Leistungsträger verdiente bei Bayer 04 um die 200 Mark im Monat und bekam eine „Aufwandsentschädigung“ von 10 Mark pro Spiel.

Was im Juli 1949 im Burghof entschieden wird, ist der Startschuss für unser Bayer 04, wie wir es heute kennen.

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