
Guten Tag Herr Quast, es ist noch gar nicht lange her, da haben Sie einen „runden“ Geburtstag gefeiert...
Quast: Ja, den Siebzigsten! Aber was soll ich sagen? (lacht) Man ist immer so jung wie man sich fühlt. Und ich fühle mich gut. Da spielt das Alter keine Rolle.
Das bedeutet aber auch, dass Sie schon lange im Fußball- beziehungsweise Trainergeschäft sind. Wo und wie hat alles begonnen?
Quast: Das ist in der Tat schon eine Weile her. Begonnen hat alles 1994, als mich der damalige Chefscout Peter Kunze gefragt hat, ob ich mir vorstellen könnte, für Bayer 04 im Rhein- Sieg- Kreis als Scout tätig zu sein. Da habe ich nicht lange überlegt und sofort zugesagt. Nach zwei Jahren bin ich dann ins U13-Trainerteam eingestiegen. Seitdem bin ich dabei, das sind jetzt schon 28 Jahre. Aber es macht immer noch Riesen-Spaß!
Gibt es etwas, das Sie an Ihren Aufgaben besonders lieben?
Quast: Ja, in der Tat. Mein Ziel ist es, bei den Jungs die Leidenschaft am Fußballspiel zu wecken oder zu erhalten und ihnen auf väterliche Art und Weise mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
Aus Ihrer langjährigen Erfahrung: Was hat sich verändert an der Arbeit in einem Leistungszentrum?
Quast: Das Spiel und das Training an sich sind schneller, intensiver und aggressiver geworden. Die Kinder sind dadurch sehr viel mehr körperlich und mental gefordert. Und das bei einem Tag mit vollem Programm über zwölf Stunden und mehr.
Das ist aber lange noch nicht alles. Sie sind zusammen mit Jörg Kappenhagen seit vielen Jahren Mitglieder der Football Club Social Alliance (FCSA). Was muss man sich darunter vorstellen?
Quast: 2009 schloss sich Bayer 04 der FCSA an, gemeinsam mit Trainerkollegen der Partnerklubs, unter anderem von Werder Bremen, Austria Wien, dem FC Basel und den Queens Park Rangers. Das Projekt wird von der Scout Foundation aus der Schweiz koordiniert. Die Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, Kindern mit Hilfe des Sports eine lebenswertere Entwicklung zu erschaffen. Diese Aufgabe hat mich von Anfang an fasziniert und tut es immer noch.
In welchen Ländern waren Sie schon tätig? Lassen Sie uns ein wenig an Ihren Eindrücken und Erfahrungen teilhaben...
Quast: Ich war unter anderem in Sri Lanka, Indien, Ruanda, Uganda, Vietnam, Sudan, Kolumbien und in Palästina/Westjordanland. Wir haben auf unseren Reisen viel Schönes, aber auch Schlimmes gesehen. Aber es ist auch einfach schön zu erleben, was unsere Arbeit für den Einzelnen ausmacht.
Gibt es etwas, das Sie aus Ihrer Arbeit im Ausland für die Aufgaben hier mitnehmen. Vielleicht speziell für die Eltern?
Quast: Die Individualität und Selbstständigkeit dieser Kinder. Sie leben auf der Schattenseite unter schlimmen Bedingungen und tun so viel dafür, Fußball zu spielen. Davon erzähle ich auf den Fahrten mit unseren Jungs hier bei Bayer 04. Damit sie ein bisschen Gespür dafür bekommen, wie gut sie es haben. Und den Eltern möchte ich aus meiner Erfahrung heraus sagen, wie wichtig eine altersgemäße Erziehung zur Selbstständigkeit ist.
Und noch eine persönliche Frage zum Schluss. Können Sie sich vorstellen, an Ihrem 75. Geburtstag noch Teil des Leistungszentrums Kurtekotten zu sein?
Quast: Ich kann mir Vieles vorstellen, so lange ich gesund bleibe. Hier auf Kurtekotten jedenfalls fühle ich mich sehr wohl und jung!
Vielen Dank für das Interview!

Gelebte Inklusion am Leistungszentrum Kurtekotten: In Kooperation mit dem Fußball-Verband Mittelrhein veranstaltet Bayer 04 am Mittwoch, 25. März, eine Fußball-Trainingseinheit der besonderen Art für Frauen und Mädchen mit Handicap. So wollen Klub und Verband den Teilnehmerinnen einen einfachen Zugang zum Sport ermöglichen – Spaß und Gemeinschaft kommen ebenfalls nicht zu kurz.
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Seit vielen Jahren schon engagiert sich Bayer 04 als Partner des Lernort Stadion e.V. So führt der Bundesligist auch im jüngst gestarteten Aktionsmonat „März gegen Mobbing“, den die Aktion Mensch finanziell fördert und mit Unterstützung der DFL Stiftung und des Lernort Stadion e.V. initiiert, zwei Workshops zum Thema Antidiskriminierung in Zusammenarbeit mit dem kommunalen Integrationszentrum Leverkusen durch. Zentrale Fragestellungen dabei sind unter anderem: Wie gehe ich mit Mobbing und Diskriminierung um? Wie spreche ich Missstände an? Und was kann ich dagegen tun?
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Wie schon zum Heimspiel gegen Borussia Dortmund kurz vor Weihnachten, können Fans der Werkself erneut die Arbeit des Tafel Leverkusen e.V. mit der Spende von Lebensmitteln unterstützen. Vor der Heimpartie gegen den FC Bayern München am Samstag, 14. März, wird Bayer 04 an den bekannten Sammelstellen vor dem A-Block (Süd-Ost) sowie dem E- und F-Block (Nord-West) die Spenden ab Stadionöffnung um 13.30 Uhr bis zum Anpfiff um 15.30 Uhr entgegennehmen. Eine Spendenabgabe in der Bayer 04-Fanwelt ist am Spieltag leider nicht möglich. Die Tafel bittet in erster Linie um haltbare Lebensmittel und Hygieneartikel.
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In der vergangenen Woche konnte Bayer 04 gemeinsam mit und dank der Robert-Enke-Stiftung wichtige und sensibel besetzte Themen in den Mittelpunkt stellen: Depression und mentale Gesundheit.
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Bundesliga wirkt: Die DFL (Deutsche Fußball Liga) hat ihren ersten Bericht über Nachhaltigkeit im Profifußball veröffentlicht. Der Report verdeutlicht substanzielle Weiterentwicklungen der Liga und aller 36 Klubs der Bundesliga und 2. Bundesliga in den vergangenen Jahren. Auch Bayer 04 hatte Anteil an der Entstehung und wurde bei der Erstellung der Inhalte einbezogen.
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