Quast: Diese Erlebnisse beeinträchtigen nachhaltig

Er reist regelmäßig um die Welt, um Kindern und Jugendlichen in ärmeren Ländern eine Chance auf eine gute fußballerische Ausbildung zu ermöglichen: Peter Quast gehört zu den Instruktoren und Jugendtrainern von Bayer 04, die seit vielen Jahren im Zusammenschluss mit anderen Klubs der Football Club Social Alliance (FCSA) rund um den Globus sogenannte Young Coaches ausbilden. Im Interview spricht der 70-Jährige über seine Erlebnisse und Tipps für die Eltern in Deutschland...
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Guten Tag Herr Quast, es ist noch gar nicht lange her, da haben Sie einen „runden“ Geburtstag gefeiert...

Quast: Ja, den Siebzigsten! Aber was soll ich sagen? (lacht) Man ist immer so jung wie man sich fühlt. Und ich fühle mich gut. Da spielt das Alter keine Rolle.

Das bedeutet aber auch, dass Sie schon lange im Fußball- beziehungsweise Trainergeschäft sind. Wo und wie hat alles begonnen?

Quast: Das ist in der Tat schon eine Weile her. Begonnen hat alles 1994, als mich der damalige Chefscout Peter Kunze gefragt hat, ob ich mir vorstellen könnte, für Bayer 04 im Rhein- Sieg- Kreis als Scout tätig zu sein. Da habe ich nicht lange überlegt und sofort zugesagt. Nach zwei Jahren bin ich dann ins U13-Trainerteam eingestiegen. Seitdem bin ich dabei, das sind jetzt schon 28 Jahre. Aber es macht immer noch Riesen-Spaß!

Gibt es etwas, das Sie an Ihren Aufgaben besonders lieben?

Quast: Ja, in der Tat. Mein Ziel ist es, bei den Jungs die Leidenschaft am Fußballspiel zu wecken oder zu erhalten und ihnen auf väterliche Art und Weise mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Aus Ihrer langjährigen Erfahrung: Was hat sich verändert an der Arbeit in einem Leistungszentrum?

Quast: Das Spiel und das Training an sich sind schneller, intensiver und aggressiver geworden. Die Kinder sind dadurch sehr viel mehr körperlich und mental gefordert. Und das bei einem Tag mit vollem Programm über zwölf Stunden und mehr.

Das ist aber lange noch nicht alles. Sie sind zusammen mit Jörg Kappenhagen seit vielen Jahren Mitglieder der Football Club Social Alliance (FCSA). Was muss man sich darunter vorstellen?

Quast: 2009 schloss sich Bayer 04 der FCSA an, gemeinsam mit Trainerkollegen der Partnerklubs, unter anderem von Werder Bremen, Austria Wien, dem FC Basel und den Queens Park Rangers. Das Projekt wird von der Scout Foundation aus der Schweiz koordiniert. Die Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, Kindern mit Hilfe des Sports eine lebenswertere Entwicklung zu erschaffen. Diese Aufgabe hat mich von Anfang an fasziniert und tut es immer noch.

In welchen Ländern waren Sie schon tätig? Lassen Sie uns ein wenig an Ihren Eindrücken und Erfahrungen teilhaben...

Quast: Ich war unter anderem in Sri Lanka, Indien, Ruanda, Uganda, Vietnam, Sudan, Kolumbien und in Palästina/Westjordanland. Wir haben auf unseren Reisen viel Schönes, aber auch Schlimmes gesehen. Aber es ist auch einfach schön zu erleben, was unsere Arbeit für den Einzelnen ausmacht.

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Gibt es etwas, das Sie aus Ihrer Arbeit im Ausland für die Aufgaben hier mitnehmen. Vielleicht speziell für die Eltern?

Quast: Die Individualität und Selbstständigkeit dieser Kinder. Sie leben auf der Schattenseite unter schlimmen Bedingungen und tun so viel dafür, Fußball zu spielen. Davon erzähle ich auf den Fahrten mit unseren Jungs hier bei Bayer 04. Damit sie ein bisschen Gespür dafür bekommen, wie gut sie es haben. Und den Eltern möchte ich aus meiner Erfahrung heraus sagen, wie wichtig eine altersgemäße Erziehung zur Selbstständigkeit ist.

Und noch eine persönliche Frage zum Schluss. Können Sie sich vorstellen, an Ihrem 75. Geburtstag noch Teil des Leistungszentrums Kurtekotten zu sein?

Quast: Ich kann mir Vieles vorstellen, so lange ich gesund bleibe. Hier auf Kurtekotten jedenfalls fühle ich mich sehr wohl und jung!

Vielen Dank für das Interview!

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