
Während es bei den Jungs beim Werksklub schon in der U8 losgeht, können junge Nachwuchs-Fußballerinnen erst in der U13 bei Bayer 04 einsteigen. „Wir befürworten es, dass die Mädels bis zur D-Jugend bei den Jungs mitspielen. Da können sie sich unter anderem erst einmal die nötige Zweikampfhärte aneignen. Wenn die Mädels dann zu uns wechseln, läuft die fußballerische Ausbildung weiter und wir fangen an ihnen zu vermitteln, was es bedeutet, für Bayer 04 zu spielen. Dazugehören Wert wie Disziplin oder Leistungsbereitschaft“, erklärt Heinrichs.
Seine aktuelle Mannschaft besteht aus 18 Spielerinnen und tritt in der Kreisleistungsklasse im Kreis Berg an. Dort treffen sie ausschließlich auf Mannschaften, die aus Jungs bestehen. Fünf Spiele hat das Team in dieser Saison absolviert – davon eins gewonnen, eins unentschieden gespielt und drei verloren – und belegt derzeit den 8. (von 12) Tabellenplatz.
„Wir spielen unter dem Motto ‚Die Jungs ärgern‘“, schmunzelt Heinrichs. Da die Jungen-Mannschaften in der Altersklasse ein besseres Niveau bieten, nimmt Bayer 04 an dieser Liga teil. „Aus Ausbildungssicht macht es keinen Sinn, gegen andere Mädchenmannschaften aus dem Umkreis zu spielen. Und den Mädels macht es Spaß gegen die Jungs.“
Auch wenn die Ergebnisse nicht immer stimmen, da die Nachwuchs-Kickerinnen ihren Gegner oftmals körperlich unterlegen sind. „In dem Jahrgang sollte man die Ergebnisse relativieren. Wir sind ein reiner Ausbildungsjahrgang. Natürlich wollen wir als Bayer 04 oben mitspielen, das ist nicht anders als bei anderen Mannschaften auch. Aber es kann bei uns mal passieren, dass eine 11-Jährige auf einen 13-Jährigen trifft. Da kann sie noch so gut Fußball spielen – im Eins-gegen-Eins hat sie körperlich einfach keine Chance.“
Genau daraus ergibt sich die Herausforderung, die Motivation hochzuhalten. Spielerisch zeigt sich die U13 oftmals als die bessere Mannschaft. Lob kommt da nicht selten auch vom Kontrahenten. „Den gegnerischen Trainern sage ich dann, sie sollen ihre Worte gerne direkt an meine Spielerinnen richten. Denn das ist nochmal etwas anderes und hat mehr Wert, als vom eigenen Coach gelobt zu werden“, so Heinrichs.
Viel komme bei den Mädchen allerdings auch über die Eigenmotivation. Diese versuchen Lars Heinrichs und sein Trainerteam auch seit dem Lockdown-Start im Oktober hochzuhalten. Wie die anderen Mannschaften aus dem Junioren- und Juniorinnen-Bereich hat auch die U13 Heimtrainingspläne erhalten, hinzukommen drei Zoom-Einheiten pro Woche und auch regelmäßige Teambuilding-Einheiten. So wurde etwa in der vergangenen Woche zusammen über Zoom gekocht.
Online eingeklinkt haben sich in den vergangenen Wochen auch mal Jessica Wich und Nina Brüggemann aus der Bundesliga-Frauenmannschaft und haben Fragen beantwortet und mit den Mädels eine Runde gequatscht. „Solche Events helfen uns, das Team-Gefühl wenigstens ein bisschen zu bewahren“, so Heinrichs.






Der 24-Jährige ist bereits seit 2014 im Verein und nicht nur als U13-Trainer, sondern auch darüber hinaus ehrenamtlich bei Bayer 04 tätig. Der Kontakt zum Frauenfußball und zum Werksklub kam damals über seine Schwester, die selbst von der Jugend bis in den Frauen-Bereich das Kreuz auf der Brust getragen hatte. „Wenn meine Schwester nicht hier gespielt hätte, wäre ich wohl nie auf den Zug aufgesprungen, einfach weil ich keine Berührungspunkte hatte“, erinnert sich Heinrichs, der zuvor eine Jungen-Mannschaft trainiert hatte. „So ehrlich bin ich: Ich hätte damals nicht gedacht, dass mich das so packen würde...“
Hat es aber! Und so widmet der Versicherungskaufmann viele Stunden seiner übrig geblieben Zeit dem Verein. Heinrichs: „Es können schon mal 16- bis 17-Stundentage werden. Um 6:30 beginne ich im Büro, um möglichst früh rauszukommen. Dann bereite ich das Training vor, ab zur Platzanlage und frühestens um 9 bin ich zu Hause.“
Auch über seine eigene Mannschaft hinaus gibt es viel zu tun für den leidenschaftlichen Ski-Fahrer, für den bei Bayer 04 übrigens alles mit einem Praktikum im Trainerbereich nach dem Abitur begonnen hatte: „Ich helfe bei organisatorischen Dingen, wo es geht – sei es bei der internen Kommunikation, Listen erstellen usw.“. Auch bei allein Heimspielen der Frauen ist er anwesend und unterstützt hier und da. „Es ist sehr zeitaufwendig, aber es macht mir einen Riesenspaß! Über die Jahre, in denen ich nun hier bin, merke ich, dass sich in der Frauen-Fußball-Abteilung bei Bayer 04 etwas tut – in allen Bereichen. Die Entwicklung ist groß und ich bin froh, ein Teil davon sein zu dürfen.“




Ein Überblick über die Ticket-Verkäufe zu den Heim- und Auswärtsspielen der Werkself.
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Dieses besondere Event hat einmal mehr gezeigt, wie stark Bayer 04 zusammenhält: Im Rahmen von „BarmeniaGothaer schenkt Freude“ unterstützten die Werkself-Profis Edmond Tapsoba, Ibrahim Maza und Christian Kofane am Donnerstag in der Fanwelt den Verkauf individuell designter T-Shirts für den guten Zweck. Mehrere hundert Fans waren gekommen, um sich an der Charity-Aktion zu beteiligen. Der Leverkusener Hauptsponsor BarmeniaGothaer spendet den Erlös an die „Fondation Edmond Tapsoba“, die Menschen in Tapsobas Heimat Burkina Faso im herausfordernden Alltag unter die Arme greift.
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Drei Spieltage vor Saisonende können die Bayer 04-Frauen bei der SGS Essen einen Rekord knacken und einen weiteren einstellen. Auch rein sportlich ist die Mannschaft von Trainer Roberto Pätzold nach zuletzt drei Siegen in Folge im Auswärtsspiel am Sonntag (14 Uhr, Stadion an der Hafenstraße) in der Pflicht, um ihre Chance auf Platz drei zu wahren.
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Nach der Hauptrunde ist vor der K.-o.-Phase: Im Achtelfinale der DFB-Nachwuchsliga reist die U19 von Bayer 04 zum 1. FC Heidenheim 1846. Auf die U16, U14 und U13 warten derweil wichtige Liga-Spiele. Internationale Hochkaräter wie der FC Porto oder die PSV Eindhoven begegnen der U12 beim Nanterre Cup in Frankreich, während auch die jüngeren Nachwuchs-Teams am Wochenende auf Turnieren in Belgien und Deutschland weilen. Die Partien der Junioren und Juniorinnen im Überblick.
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Rüdiger Vollborn ist seit 40 Jahren im Klub, mit 401 Bundesliga-Einsätzen der Rekordspieler des Klubs und hat als einziger Bayer 04-Profi sowohl den UEFA-Cup (1988) als auch den DFB-Pokal (1993) gewonnen. Und auch nach seiner beeindruckenden Profi-Karriere blieb der gebürtige Berliner dem Werksklub weiter erhalten, arbeitete fortan neun Jahre als Torwarttrainer. Inzwischen ist Vollborn unterm Bayer-Kreuz als Fanbeauftragter und Klub-Archivar tätig. Seit Februar 2021 nimmt das personalisierte schwarz-rote Lexikon die Werkself-Fans in der Rubrik „Rudi erzählt...“ monatlich mit auf eine kleine Reise in die Geschichte von Bayer 04.
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