Remis im Topspiel: Bayer-04-Frauen erkämpfen sich Punkt gegen Frankfurt

In der Google Pixel Frauen-Bundesliga hat die Werkself einen weiteren Erfolg verpasst, sich aber einen hart erkämpften Punkt gesichert. Die Mannschaft von Trainer Roberto Pätzold trennte sich im Spitzenspiel am Samstagnachmittag 1:1 (1:0) von Eintracht Frankfurt. Estrella Merino Gonzalez hatte Bayer 04 spektakulär per direkt verwerteter Ecke in Führung gebracht (14.), Laura Freigang glich für die Eintracht in der zweiten Hälfte aus (64.). Durch das Remis im Ulrich-Haberland-Stadion bleiben die Leverkusenerinnen in der Verfolgergruppe.
Umkämpftes Topspiel

„Wir haben es trotz einiger personeller Rückschläge wieder geschafft, auf Top-Level konkurrenzfähig zu sein und Frankfurt alles abverlangt. Beide Mannschaften hatten dominantere und passivere Phasen, in denen der Gegner zu Möglichkeiten gekommen ist. Insgesamt geht das Unentschieden in Ordnung“, sagte Pätzold: „In der Schlussphase sind sowohl wir als auch Frankfurt großes Risiko gegangen. Am Ende haben auch die Kräfte nachgelassen und dadurch wurden die Räume größer, sodass beide Teams noch die Möglichkeit zum Lucky Punch hatten.“

Anlässlich des internationalen Brustkrebs-Awareness-Monats Oktober stand das Heimspiel gegen Frankfurt ganz im Zeichen des Themas Gesundheit. Mit verschiedenen Aktionen rund um die Partie wurde auf Brustkrebs und die Bedeutung von Vorsorge und Früherkennung aufmerksam gemacht. So setzten Fans, das Trainerteam, der Staff sowie die Spielerinnen, die nicht im Kader standen, vor dem Anpfiff ein sichtbares Zeichen der Solidarität und trugen pinke Schleifen. Zudem lief die Werkself in pinken Sweatshirt-Jacken und mit einer pinken Kapitänsbinde ins Stadion ein.

Zwei wichtige Leverkusenerinnen fehlten allerdings auf dem Rasen. Zwei Wochen nach dem 3:2-Heimsieg gegen den SV Werder Bremen musste Pätzold seine Startelf verändern. Anstelle von Paulina Tomasiak und Sofie Zdebel, die beide mit muskulären Problemen von den Länderspielen zurückgekehrt waren, begannen Marlene Müller und Paulina Platner.

Kurioser Führungstreffer

Schon in der Anfangsphase zeigte sich, dass beide Teams angriffslustige Strategien gewählt hatten. Verstecken wollte sich niemand im Verfolgerduell, entsprechend zielstrebig und schnell spielten beide Mannschaften nach vorn. Frankfurt hatte zunächst mehr Ballbesitz und kam zu einigen Abschlüssen, Leverkusen sorgte durch schnelle Konter aber ebenfalls für Gefahr - und ging kurios in Führung: Merino Gonzalez servierte eine Ecke mit viel Schnitt in den Strafraum, dort rutschte der Ball durch viele Beine und schließlich ins Netz (14.). Das zweite Saisontor der 19-Jährigen war ein ganz besonders, eine direkt verwandelte Ecke haben nur wenige Spielerinnen in ihren Statistiken.

In der Folge wurde es stürmisch. Das lag zum einen an der Eintracht, die energisch auf den Ausgleich drängte. Vor allem aber am starken Regen und einigen Windböen, die durchs Stadion fegten. Rafaela Borggräfe ließ sich von den vor allem für Torhüterinnen schwierigen Bedingungen aber nicht aus der Ruhe bringen.

Die Startformation

Auf der anderen Seite des Spielfeldes war es für einige Zeit etwas ruhiger geworden, doch dann bot sich Bayer 04 plötzlich die Chance auf das 2:0: Nach toller Vorarbeit von Merino Gonzalez kam Müller im Strafraum per Kopf zum Abschluss, setzte den Ball aber Zentimeter am Pfosten vorbei (32.). Im direkten Gegenzug kam dann die Eintracht zu ihrer bis dahin besten Möglichkeit: Rebecka Blomquist hatte den Ball in Höhe des Elfmeterpunktes am Fuß und war bereit zum Torabschluss, doch Kapitänin Carolin Simon rauschte in letzter Sekunde heran und blockte den Schuss spektakulär per Grätsche (33.).

Trotz des heftigen Regens boten beide Teams ein Spiel auf hohem Niveau mit vielen schnellen Kombinationen. Die 1.136 Zuschauer, unter ihnen Fernando Carro, Vorsitzender der Geschäftsführung, und Thomas Eichin, Direktor Lizenz, wurden zwar durchnässt - aber auch bestens unterhalten. Tore fielen in der ersten Hälfte aber nicht mehr. Es ging mit der Leverkusener Führung in die Pause, in der Bayer Vital anlässlich des Brustkrebs-Awareness-Monats in einem Halbzeit-Talk über Frauen-Gesundheit informierte.

Frankfurt trifft aus der Distanz

Nach dem Seitenwechsel setzte die Eintracht das erste Ausrufezeichen. Blomquist kam aus kurzer Distanz zum Abschluss, konnte Borggräfe aber nicht überwinden (49.). Leverkusen hatte nun einige Mühe, Frankfurt aus der Gefahrenzone zu drängen und für Entlastung zu sorgen. In der 56. Minute hatte die Werkself dann etwas Glück, dass es nach einem Einsteigen von Maja Sternad gegen Dilara Acikgöz im Strafraum keinen Elfmeter für die Eintracht gab.

Nach rund 60 Minuten kämpfte sich die Sonne durch die dichte Wolkendecke - und Bayer 04 zurück in die gegnerische Hälfte: Selina Ostermeier kam nach Freistoß-Flanke von Simon per Kopf zum Abschluss (63.). Als die Werkself das Spiel eigentlich wieder in den Griff bekommen hatte, schlug die Eintracht aber plötzlich eiskalt zu: Nach Vorarbeit von Blomquist traf Laura Freigang sehenswert aus der Distanz zum 1:1 (64.). Pätzold reagierte mit einem Dreifach-Wechsel und brachte Caroline Kehrer, Vanessa Fudalla und Lumbardha Misni gegen die extrem hoch stehenden und weiter druckvollen Frankfurterinnen ins Spiel (69.).

Paulina Platner (l.)

In neuer Formation gelang es Bayer 04, das Spiel wieder offener zu gestalten und selbst zu Chancen zu kommen. Die beste Möglichkeit bot sich Kehrer, die nach Zuspiel von Kramer aus kurzer Distanz zum Abschluss kam, der Schuss wurde jedoch geblockt und zur Ecke geklärt (78.). Auch Kramer und die kurz vor Schluss eingewechselte Valentina Mädl verpassten den Siegtreffer knapp.

Ausblick: Zu Gast in Nürnberg

Nach zwei Heimspielen nacheinander ist die Werkself in acht Tagen wieder auswärts gefordert. Am Sonntag, 25. Oktober (16 Uhr), ist das Pätzold-Team im Max-Morlock-Stadion beim 1. FC Nürnberg zu Gast. Die Partie ist wie gewohnt live bei MagentaSport und DAZN zu sehen.

Die Statistik:

Bayer 04: Borggräfe - Merino Gonzalez, Turanyi, Ostermeier, Simon - Wenger, Platner (69. Misini) - Bender (69. Fudalla), Müller (89. Mädl) - Kramer (89. Loonen), Sternad (69. Kehrer)

Eintracht Frankfurt: Altenburg - Krumbiegel, Ilestedt, Doorsoun (83. Ivelj), Lührßen - Memeti, Bennison, Freigang (83. Tolhoek), Acikgöz (69. Alguacil) - Mühlhaus (74. Raso), Blomquist (83. Ostenstad)

Tore: 1:0 Merino Gonzalez (14.), 1:1 Freigang (64.)

Gelbe Karte: - Doorsoun

Schiedsrichterin: Karoline Wacker (Backnang)

Zuschauer: 1.136 im Ulrich-Haberland-Stadion

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