Spektakel unter Flutlicht: Bayer 04-Frauen bezwingen Bremen nach starker Aufholjagd

Dank einer emotionalen Aufholjagd in der zweiten Halbzeit haben die Bayer 04-Frauen ihren ersten Heimsieg eingefahren. Gegen den SV Werder Bremen steigerte sich die Werkself nach der Pause deutlich und drehte einen Zwei-Tore-Rückstand in ein 3:2 (0:2). Cornelia Kramer (54., 56.) und Lobke Loonen (81.) erzielten die Treffer, die dem Team von Trainer Roberto Pätzold die ersten Punkte im Ulrich-Haberland-Stadion in der laufenden Bundesliga-Saison bescherten.
Kramer bejubelt ihren Treffer

Im Vergleich zum 2:0 nach Verlängerung in der 1. DFB-Pokal-Hauptrunde beim FC Viktoria Berlin hatte Pätzold fünf Änderungen in seiner Anfangsformation vorgenommen. Torhüterin Rafaela Borggräfe, Kapitänin Carolin Simon, Claudia Wenger, Kramer und Doppel-Torschützin Maja Sternad ersetzten Charlotte Voll, Justine Brandau, Lumbardha Misini, Caroline Kehrer und Lobke Loonen.

Nach dem Pokal-Erfolg wollte Bayer 04 im dritten Heimspiel der Saison unbedingt den ersten Heimsieg einfahren und in der Tabelle im direkten Duell an Bremen vorbeiziehen. Doch der SV Werder machte schnell deutlich, dass dies kein leichtes Unterfangen werden würde. Nach einer munteren und ausgeglichenen Anfangsphase übernahm der lautstark unterstützte SVW mehr und mehr die Kontrolle und kam zu einigen Abschlüssen. Die beste Chance bot sich Mej Shimada nach einem Fehlpass im Aufbau von Borggräfe - die Bayer 04-Torhüterin machte ihren Bock aber wieder gut und parierte den Abschluss der Japanerin stark (15.).

Zwei Unglückliche Gegentore

Fünf Minuten später rückte die Leverkusener Keeperin dann wieder in den Mittelpunkt. Beim Versuch einer Faustabwehr prallte sie mit Michelle Ulbrich zusammen, ohne den Ball zu spielen - und Schiedsrichterin Julia Boike entschied auf Elfmeter. Borggräfe verletzte sich bei dieser Aktion und musste nach langer Behandlungspause ausgewechselt werden. So rückte Voll zwischen die Pfosten, war beim stark geschossenen Strafstoß von Luna Vanzeir zum 1:0 aus Bremer Sicht aber machtlos (26.).

Einalufen beider Teams

Zwar bemühte sich die Werkself um eine schnelle Antwort, doch der Spielverlauf blieb weiter unglücklich für die Heimmannschaft: Nur fünf Minuten nach dem ersten Gegentreffer musste Voll erneut sich hinter greifen, und wieder war sie chancenlos. Ein eigentlich harmloser Distanzschuss von Michelle Weiß wurde von Selina Ostermeier unhaltbar zum 0:2 abgefälscht (31.).

Bremen zog sich nun vermehrt zurück und setzte auf schnelle Gegenangriffe nach Ballgewinnen. Bayer 04 konnte den zunehmenden Ballbesitz jedoch nicht in Chancen umwandeln und hatte Schwierigkeiten, die dicht gestaffelte Werder-Defensive vor Probleme zu stellen. Spielerisch konnte das Pätzold-Team in der ersten Hälfte, die um sieben Minuten verlängert wurde, nicht an die starken Leistungen aus den ersten beiden Heimspielen anknüpfen. So stand es zur Pause 0:2. Und das angesichts von 6:0-Torschüssen für Werder durchaus verdient, trotz eines knappen Ballbesitzverhältnisses zugunsten von Bayer 04. 

Doppelpack in drei Minuten

Pätzold brachte nach der Pause Marlene Müller für Simon - und die 25-Jährige fügte sich gleich gut ein, ihr Abschluss aus der Distanz verfehlte das Bremer Tor nur knapp (48.). Die Werkself kam spürbar mit mehr Schwung und Selbstvertrauen aus der Kabine und belohnte sich früh für den nun deutlich verbesserten Auftritt: Nach herausragender Vorarbeit von Loreen Bender, die sich über die rechte Seite durchsetzte und den Ball scharf in den Strafraum passte, traf Kramer aus spitzem Winkel zum Anschlusstreffer (54.). Doch damit nicht genug. Nur zwei Minuten später war die Dänin erneut zur Stelle, dieses Mal per Kopf nach einer Ecke. In nur neun Minuten nach der Pause hatte Bayer 04 den Rückstand aufgeholt. 

Mit dem Unentschieden gaben sich die Leverkusenerinnen nicht zufrieden. Bayer 04 hatte das Spiel nun im Griff, attackierte Werder schon früh im Spielaufbau und belagerte das Tor der Bremerinnen. In der 69. Minute war dann erneut großer Jubel im Ulrich-Haberland-Stadion zu hören. Das 3:2, erneut nach einer Ecke, wurde von Schiedsrichterin Boike aber aberkannt.

 

Die Bayarena

Wenig später war es dann aber doch so weit: Paulina Tomasiak dribbelte sich in den Strafraum und legte auf die nicht mal eine Minute zuvor eingewechselte Loonen, die eiskalt blieb und aus fünf Metern mit ihrem ersten Saisontor zum 3:2 traf (81.). Mit viel Leidenschaft verteidigten die Leverkusenerinnen diese Führung bis zum Schluss - und feierten so ihren ersten Heimsieg der Saison.

Ausblick: Nach der Länderspielpause gegen Frankfurt

Einige Leverkusenerinnen sind in den kommenden Tagen mit ihren Nationalmannschaften auf Länderspiel-Reisen. In der Google Pixel Frauen-Bundesliga geht es dann erst in zwei Wochen weiter. Am Samstag, 17. Oktober (14 Uhr), trifft die Werkself am siebten Spieltag im Ulrich-Haberland-Stadion auf Eintracht Frankfurt. Karten für die Partie gibt es HIER im Online-Ticket-Shop.

Die Statistik:

Bayer 04: Borggräfe (25. Voll) - Merino Gonzalez, Turanyi, Ostermeier, Simon (46. Müller) - Wenger, Zdebel (86. Platner) - Bender, Tomasiak - Kramer, Sternad (86. Kehrer)

SV Werder Bremen: Fischer - Weiß, Ulbrich, Gutmann, Zieniewicz - Vanzeir (84. Mahmoud), Wirtz, Hipp (67. Desic) - Dhont (84. Sträßer), Shimada, Jaron (67. Gmeineder)

Tore: 0:1 Vanzeir (26., Foulelfmeter), 0:2 Weiß (31.), 1:2 Kramer (54.), 2:2 Kramer (56.), 3:2 Loonen (81.)

Gelbe Karten:  Dhont, Gutmann, Wirtz, Jaron, Ulbrich - Zdebel, Borggräfe, Pätzold

Schiedsrichterin: Julia Boike (Altenstadt)

Zuschauer: 1.102 im Ulrich-Haberland-Stadion

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