Niederlage zum Abschluss: Bayer 04-Frauen beenden Saison auf Platz fünf

Die Bayer 04-Frauen haben ihre nach Punkten beste Bundesligasaison der Klub-Historie auf Platz fünf beendet. Am letzten Spieltag unterlag die Mannschaft von Trainer Roberto Pätzold dem SV Werder Bremen 1:3 (0:1). 46 Punkte und 15 Siege sind gegenüber der bisherigen Rekord-Spielzeit 2024/25 eine weitere Verbesserung. Der einzige Treffer von Cornelia Kramer (73.) trotz phasenweise drückender Überlegenheit war im Ulrich-Haberland-Stadion zu wenig. Trotz eines starken Saisonendspurts reichte es für die Werkself am Ende nicht ganz für die Teilnahme an der Europapokal-Qualifikation.
Niederlage zum Saisonabschluss für die Werkself

„Die Niederlage ist schade, tut aber der erfolgreichen Saison mit einer tollen Rückrunde keinen Abbruch. Wir sind wieder einen Schritt weiter als im letzten Jahr, haben trotz vieler Rückschläge den Rückstand auf Platz drei verringert und haben uns auch in den direkten Duellen gegen die Top-Teams sehr gut verkauft“, sagte Pätzold: „Wir können sehr stolz auf die Art und Weise sein, wie wir Fußball gespielt haben.“

Umso mehr ärgerte ihn das Zustandekommen der Niederlage. „Der Start war mit dem Elfmeter gegen uns denkbar ungünstig. Leider müssen wir auch nach diesem Spiel wieder über die Schiedsrichterin-Leistung sprechen, weil vor dem Elfmeter ein klares Foul gegen uns nicht gepfiffen wurde und Bremen eine klare Rote Karte nicht bekommen hat, da gab es nicht mal Freistoß. Dadurch verändert sich die Dynamik des Spiels“, so Pätzold: „Die Mannschaft hat sich nach dem Gegentor kurz geschüttelt und dann ein echtes Powerplay aufgezogen. Wir haben die Ruhe bewahrt, haben uns Feldanteile erspielt, hatten Riesen-Möglichkeiten und viele Alu-Treffer. Irgendwie war es wie verhext, der Ball wollte einfach nicht rein.“ So ging es mit einem 0:1 in die Kabinen. „Das hat Bremen sehr in die Karten gespielt, die danach kaum noch etwas fürs Spiel getan haben und sehr destruktiv agiert haben“, sagte der Trainer: „Trotzdem hatten wir auch in der zweiten Hälfte unsere Möglichkeiten, haben dann durch einen Standard das 0:2 kassiert. Danach wurden wir etwas hektisch und mussten nach dem Anschlusstreffer viel riskieren.“

Vor der Partie verabschiedete Bayer 04 insgesamt sieben Spielerinnen, die den Verein im Sommer verlassen werden: Die beiden langjährigen Führungsspielerinnen Friederike Repohl (Karriereende), Kristin Kögel (Racing Straßburg) sowie Katharina Piljic (VfL Wolfsburg), Julia Mickenhagen (VfB Stuttgart), Anne Moll (VfL Bochum), Vanessa Haim und Shen Menglu (beide Ziel unbekannt).

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Im Vergleich zum 3:1 bei RB Leipzig hatte Pätzold eine Änderung in der Startelf vorgenommen. Torhüterin Repohl lief im letzten Spiel ihrer Karriere von Beginn an auf, dafür saß Rafaela Borggräfe auf der Bank. 

Frühe Führung für Werder vom Punkt

Die Gastgeberinnen gingen druckvoll ins Spiel, pressten vom Anpfiff weg hoch und mussten dennoch einen frühen Rückstand hinnehmen. Nach einem langen Abschlag von Werder-Torhüterin Fischer kam es im Strafraum zu einem Duell zwischen Estrella Merino Gonzalez und Maja Sternad, bei dem Letztere zu Fall ging. Schiedsrichterin Angelika Söder entschied auf Strafstoß für die Bremerinnen, Werder-Torjägerin Larissa Mühlhaus ließ Bayer 04-Keeperin Repohl keine Abwehrchance – schon nach vier Minuten führten die Gäste mit 1:0 im Ulrich-Haberland-Stadion.

Das Pätzold-Team brauchte aber nicht lange, um den Schock zu verdauen. Nach Ablage von Kögel zog Cornelia Kramer aus 17 Metern ab – Fischer lenkte den Ball mit Mühe um den Pfosten (16.). Nur eine Minute später schlug Loreen Bender eine Flanke scharf vors Tor, Kögel setzte ihren Flugkopfball nur haarscharf am linken Pfosten vorbei (17.). Schwarz-Rot drückte mit Macht auf den Ausgleich. Merino Gonzalez‘ gut getimte Flanke von der rechten Seite fand in der Mitte Selina Ostermeier, die mit einem Kopfball erneut Fischer prüfte (23.). Gefährlich wurde es aber auch über links: Zunächst ging Vanessa Fudallas Hereingabe noch an Bremerinnen und den eigenen Teamkolleginnen vorbei (26.), wenig später setzte die Stürmerin perfekt Carlotta Wamser in Szene, die aus etwas spitzem Winkel an der stark parierenden Fischer scheiterte (35). Zum wiederholten Mal hielt die Werder-Torhüterin die Null für ihr Team.

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Die Gastgeberinnen waren klar spielbestimmend, von den Grün-Weißen kam offensiv kaum etwas. Auch elf Ecken in den ersten 45 Minuten drückten die deutliche Überlegenheit der Leverkusenerinnen aus. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte scheiterte Piljic noch einmal aus 17 Metern mit einem Flachschuss an Fischer. Und kurz vor dem Abpfiff der ersten Hälfte hatte Schwarz-Rot gleich doppeltes Aluminium-Pech: Erst konnte Fischer einen Kopfball aus kurzer Distanz noch an die Latte lenken, im Nachsetzen knallte auch Sofie Zdebel die Kugel ans Gebälk (45.+8). Der Ausgleich wollte einfach noch nicht fallen.

Schwarz-Rot im alu-Pech

Auch im zweiten Durchgang änderte sich nichts am Bild: Bayer 04 blieb mit dem Fuß auf dem Gaspedal, Bremen beschränkte sich aufs Verteidigen und kam selten zu Entlastungsangriffen. Den ersten guten Abschluss für die Leverkusenerinnen hatte Kramer, deren Schuss knapp am linken Pfosten vorbeistrich (52.). Aber das Pätzold-Team hatte weiterhin viel Pech: Bender setzte einen herrlichen Schlenzer aus 20 Metern an den rechten Außenpfosten (60.) – der dritte Aluminium-Treffer. Und fast im Gegenzug nutzten die Gäste eiskalt ihre zweite Chance zum zweiten Treffer. Nach einer Ecke von Mühlhaus landete der Ball zum 0:2 aus Leverkusener Sicht im Netz - Selina Ostermeier hatte die Kugel unglücklich ins eigene Tor abgefälscht (62.).

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Kämpferische Bayer 04-Frauen blieben dennoch am Drücker. Aber das Tor der Werderanerinnen schien wie vernagelt. Loreen Benders Schuss lenkte Fischer erneut an den Pfosten (70.). Drei Minuten später schlug es dann doch endlich im Bremer Netz ein: Nach einer Ecke von Fudalla landete der Ball bei Kramer, die aus kurzer Distanz und spitzem Winkel auf 1:2 verkürzte (73.). Fudalla setzte kurz darauf einen Freistoß aus 18 Metern knapp neben den Kasten (79.).  Und während die Leverkusenerinnen trotz 18:3 Torschüssen kein weiterer Treffer gelingen wollten, schlug der SV Werder noch einmal eiskalt zu: Nachdem Repohl einen Distanzschuss noch an den Pfosten lenken konnte, setzte Hausicke den Abpraller per Kopf zum 1:3 in die Maschen (85.).

Ausblick: EinMonatige Pause

Schon am Montag geht es für die Bayer 04-Frauen in die Pause. Zur Vorbereitung auf die neue Saison steht am 22. Juni die erste Leistungsdiagnostik an, tags darauf folgt das erste Mannschaftstraining. Die Bundesliga-Spielzeit 2026/27 beginnt am 21. August.

Die Zusammenfassung:

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Die Statistik:

Bayer 04: Repohl (90.+2 Borggräfe) - Merino Gonzalez, Wenger, Ostermeier, Wamser - Piljic (66. Mädl), Zdebel - Bender (88. Mickenhagen), Kögel (66. Grant) - Kramer, Fudalla (88. Haim)

SV Werder Bremen: Fischer - Gutmann (46. Schmidt), Ulbrich, Nemeth, D'Angelo - Hausicke, Wirtz (76. Ernst) - Sternad (60. Alber), Weiß, Desic (60. Petermann) - Mühlhaus (88. Arfaoui)

Tore: 0:1 Mühlhaus (4., Foulelfmeter), 0:2 Ostermeier (62., Eigentor), 1:2 Kramer (73.), 1:3 Hausicke (85.)

Gelbe Karten: Kögel, Bade (Torwarttrainer), Ostermeier - Kromp (Werder-Trainerin), Weiß

Schiedsrichterin: Angelika Söder (Schwarzenbruck)

Zuschauer: 1.339 im Ulrich-Haberland-Stadion

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