
„Wir haben eine starke erste Halbzeit gespielt, mutig gepresst, auch unter Druck Fußball gespielt und hatten mehr Torschüsse, Standards und Balleroberungen in der gegnerischen Hälfte. Bayern macht aber aus wenigen Möglichkeiten ein Tor“, sagte Pätzold: „Nach dem gehaltenen Elfmeter war das Momentum bei uns, auch nach der Pause haben wir gemerkt, dass etwas geht. Wir hatten viele Strafraum-Situationen. Dass der zweite Treffer durch eine Elfmeter-Fehlentscheidung passiert, war sehr frustrierend. In der Summe waren wir in vielen Phasen auf Augenhöhe, haben unser Spiel gegen eine der besten Mannschaften Europas durchgedrückt. Es war kein 0:3-Spiel.“
Nach dem 0:1 beim SV Werder Bremen zum Abschluss der Hinrunde hatte Pätzold zwei Änderungen in seiner Startelf vorgenommen. Anstelle von Innenverteidigerin Selina Ostermeier und der angeschlagenen Top-Torjägerin Vanessa Fudalla (muskuläre Probleme, nicht im Kader) begannen Claudia Wenger und erstmals seit dem Hinspiel am 1. Spieltag Cornelia Kramer. Zudem stand Carlotta Wamser nach fast zweimonatiger Zwangspause infolge einer Schleimbeutelentzündung im Knie wieder im Kader.
Gegen den Tabellenführer legten die Leverkusenerinnen agil los und erspielten sich die erste Chance. Loreen Bender fand mit einer flachen Flanke von rechts im Zentrum Kramer, die aus kurzer Distanz an FCB-Torhüterin Ena Mahmutovic scheiterte (2.). Bei der anschließenden Ecke von Kristin Kögel kam Bender aus etwas zu spitzem Winkel zum Schuss, sodass keine allzu große Gefahr entstand. Nach rund zehn Minuten verzog erneut Bender aus rund 18 Metern knapp links neben das Tor. Mit ihrer ersten echten Chance gingen kurz darauf allerdings die Münchnerinnen in Führung: Jovana Damnjanovic schirmte einen Pass von Pernille Harder auf Höhe der Strafraumkante geschickt ab und legte auf Franziska Kett ab. Die Nationalspielerin zirkelte den Ball halbhoch vorbei an Repohl ins Tor (16.).






Die Führung verlieh den Bayern Sicherheit im Aufbauspiel, der Favorit spielte sich nun mehr und mehr in der gegnerischen Hälfte fest. Nach einem Missverständnis zwischen Lilla Turanyi und Torhüterin Friederike Repohl brachte die ungarische Innenverteidigern Harder zu Fall. Beim fälligen Strafstoß, den die Gefoulte selbst schoss, ahnte Repohl die Ecke und hielt ihr Team so im Spiel (26.). Die Parade verlieh der Werkself frischen Schwung. Vier Minuten später war Mahmutovic bei einem Freistoß-Schlenzer von Kögel zur Stelle, die Gastgeberinnen wurden in dieser Phase wieder mutiger. Klare Tormöglichkeiten blieben aber bis zur Pause auf beiden Seiten aus, sodass es mit dem 0:1 aus Sicht der Bayer 04-Frauen in die Kabinen ging.
Durchgang zwei begann mit einer Direktabnahme von Arianna Caruso, die knapp links vorbei strich (47.). Danach begann die bis dato stärkste Drangphase der Werkself. Immer wieder versuchte es die Pätzold-Elf über die Flügel und schnürte die Bayern vor dem Sechzehner ein, mehrfach fehlte nur beim letzten Pass die Präzision. Nach einer Stunde war es dann soweit und Wamser kam zu ihrem ersehnten Comeback. Die deutsche Nationalspielerin kam für Kögel aufs Feld, außerdem ersetzte Ostermeier positionsgetreu Wenger. Auf der Gegenseite verpasste Harder ein gefährliches Zuspiel von Damnjanovic freistehend nur um Zentimeter (65.). Im direkten Gegenzug landete ein Drehschuss von Kramer im Strafraum über dem Kasten von Mahmutovic. Die Münchnerinnen eroberten sich nun wieder mehr Spielkontrolle zurück. Damnjanovics nächsten Abschluss lenkte Kramer gerade noch rechtzeitig zur Ecke ab (69.).






Mit Beginn der Schlussviertelstunde führte ein Zweikampf zwischen Turanyi und Harder erneut zum Elfmeterpfiff - obwohl der leichte Kontakt zwischen der Innenverteidigerin und der Dänin der Bayern außerhalb des Sechzehners stattfand. Pätzold wechselte noch vor der Ausführung erneut doppelt: Valentina Mädl (für Caroline Kehrer) und Ruby Grant für die zuvor minutenlang aus der Nase blutende Katharina Piljic kamen neu ins Spiel (75.). Momoko Tanikawa trat zum Strafstoß an und verwandelte sicher zum 0:2 aus Werkself-Sicht. Für die letzten zehn Minuten ersetzte Julia Mickenhagen Startelf-Rückkehrerin Kramer. Fünf Minuten vor dem Abpfiff zeigte Schiedsrichterin Miriam Schwermer ein drittes Mal auf den Punkt. Mickenhagen hatte eine Flanke mit der Hand geblockt. Diesmal verwandelte Georgia Stanway sicher zum Endstand (86.).
Für die Werkself geht es nun in eine 13-tägige Winterpause. Das erste Training im neuen Jahr beginnt am Sonntag, 4. Januar, ab 15.30 Uhr am Leistungszentrum Kurtekotten. Anschließend bestreiten die Leverkusenerinnen vom 10. bis 17. Januar ein Trainingslager im portugiesischen Faro. Das erste Pflichtspiel im neuen Jahr findet dann eine Woche später am Freitag, 23. Januar, statt. Dann eröffnen die Bayer 04-Frauen ab 18.30 Uhr (live bei MagentaSport und DAZN) beim Aufsteiger 1. FC Union Berlin den 15. Spieltag.
Die TV-Zusammenfassung:
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Die Statistik:
Bayer 04: Repohl - Merino Gonzalez, Wenger (60. Ostermeier), Turanyi, Vidal - Zdebel, Piljic (75. Grant) - Bender, Kögel (60. Wamser) - Kehrer (75. Mädl), Kramer (80. Mickenhagen)
FC Bayern München: Mahmutovic - Kett, Ballisager, Eriksson (79. Gilles), Simon (64. Naschenweng) - Caruso (64. Dunst), Stanway - Dallmann, Tanikawa, Harder (88. Padilla-Bidas) - Damnjanovic (79. Alara)
Tore: 0:1 Kett (16.), 0:2 Tanikawa (75., Foulelfmeter), 0:3 Stanway (86., Handelfmeter)
Besonderes Vorkommnis: Repohl hält Foulelfmeter von Harder (25.)
Gelbe Karten: Turanyi, Pätzold, Wamser - Simon
Schiedsrichterin: Miriam Schwermer (Rieder)
Zuschauer: 3011 im Ulrich-Haberland-Stadion (ausverkauft)

Ein Überblick über die Ticket-Verkäufe zu den Heim- und Auswärtsspielen der Werkself in allen Wettbewerben.
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