
„Das Ergebnis ist für uns sehr enttäuschend. Wir sind maximal unglücklich ins Spiel gestartet, das Zustandekommen des Elfmeters war bezeichnend für die erste Halbzeit. Wir haben über weite Strecken nicht zu unserem Spiel gefunden, Ruhe und Klarheit haben gefehlt. Das war bis dahin einer unserer schwächsten Auftritte“, sagte Pätzold: „Nach der Pause sind wir mehr ins Risiko gegangen und haben eine sehr dominante zweite Hälfte gespielt, in der wir viele Abschlüsse hatten. Leider haben wir den Ball nicht über die Linie gebracht und sind so dem frühen Gegentor bis zum Schluss hinterhergelaufen. Trotz allem war das eine tolle Reaktion in der zweiten Halbzeit. Insgesamt fühlt es sich ein wenig so an wie nach dem Frankfurt-Spiel.“ Dennoch blickte der Trainer zuversichtlich nach vorn. „Wir haben in dieser Saison schon den ein oder anderen Dämpfer erlitten, haben daraus aber immer wieder die richtigen Lehren, Kraft und Energie gezogen und auf unsere Stärken besonnen. Wenn alle gut aus der Länderspielpause kommen, können wir losgelöst von den beiden unglücklichen Niederlagen gegen Frankfurt und Hoffenheim mit den Leistungen im neuen Jahr zufrieden sein“, so Pätzold: „Das ist ein sehr gutes Fundament, um nach der Pause angreifen zu können, auch wenn wir jetzt noch mehr abhängig von der Konkurrenz sind.“
Pätzold hatte seine Startelf im Vergleich zum 2:1-Derbysieg gegen den 1. FC Köln auf zwei Positionen verändert. Anstelle von Estrella Merino Gonzalez (Muskelverletzung) und Caroline Kehrer begannen Juliette Vidal und erstmals im neuen Jahr Cornelia Kramer. Während Vidal auf die linke Außenbahn rückte, agierte Carlotta Wamser diesmal als Rechtsverteidigerin.
Die Werkself legte einen klassischen Fehlstart in die Partie hin. Während der ersten Strafraumaktion der TSG ging Jill Janssens nach einem Zweikampf mit Vidal zu Boden, Schiedsrichterin Franziska Wildfeuer zeigte sofort auf den Punkt. Den Strafstoß verwandelte Selina Cerci souverän (2.). Mit nun zwölf Saisontreffern zog die Hoffenheimerin an der Spitze der Bundesliga-Torschützenliste mit Werkself-Stürmerin Vanessa Fudalla gleich. Die Leverkusenerinnen ließen sich durch den frühen Rückschlag nicht beirren. Sofie Zdebel, die am vergangenen Wochenende gegen den 1. FC Köln per Traumtor erstmals in dieser Spielzeit getroffen hatte, drang von halblinks in den Fünfmeterraum ein und traf den Pfosten (10.). Danach blieb das Tempo auf beiden Seiten hoch, vor den beiden Toren passierte allerdings zunächst nicht allzu viel, weil es in vielen Aktionen an Präzision mangelte. Der erste Abschluss von Fudalla nach einer knappen halben Stunde landete deutlich über dem Tor.






Die TSG, die am vergangenen Wochenende noch überraschend deutlich 0:4 gegen den Hamburger SV unter die Räder gekommen war, ließ defensiv kaum etwas zu und erarbeitete sich durch ein aggressives Pressing einige Ballgewinne. So blieb es bis zur Pause beim 0:1-Zwischenstand. Nach dem Seitenwechsel begann die Werkself mit viel Schwung. Fudalla spielte bei einem Konter über links die im Zentrum mitgelaufene Wamser frei. Deren Direktabnahme landete über dem Tor (47.). Drei Minuten später scheiterte Kramer an TSG-Torhüterin Laura Dick. Waren Chancen vor der Pause noch eher Mangelware, häuften sich die Möglichkeiten nun mehr und mehr: Im Anschluss an eine Ecke verpasste die eingewechselte Janna Grimm den zweiten Hoffenheimer Treffer hauchdünn, als sie den Ball an den linken Außenpfosten drosch (52.).
Wiederum nur wenig später senkte sich eine Kopfball-Bogenlampe von Kristin Kögel gefährlich in Richtung Tor, Dick klärte reaktionsschnell vor der Linie. Fast im Minutentakt ging es weiter - und Kramer setzte noch einen drauf. Von Kögel ideal freigespielt lief die dänische Nationalspielerin auf Dick zu und knallte den Ball an die Unterkante der Latte, von dort sprang er zurück ins Feld (56.). Eine halbe Stunde vor Schluss wechselte Pätzold erstmals, und das gleich doppelt. Ruby Grant und Valentina Mädl ersetzten Katharina Piljic und Kramer. Nach der Leverkusener Drangphase beruhigte sich das Geschehen wieder etwas, die TSG-Defensive stand nun wieder stabiler.






So folgte der nächste Abschluss erst mit Beginn der Schlussviertelstunde. Aus 14 Metern zirkelte Fudalla den Ball über den Kasten. Wenig später ging es wieder über halbrechts, diesmal war Wamsers Abschluss zu unplatziert, sodass Dick klären konnte. In den letzten Minuten rannte Schwarz-Rot unermüdlich an, auch Melissa Friedrich (für Kögel) kam für zusätzliche Präsenz in der Offensive ins Spiel. Eine Minute vor Ende der regulären Spielzeit verpasste die gelernte Innenverteidigerin eine scharfe Hereingabe knapp. Bis zum Abpfiff sollte der Ausgleichstreffer den Gastgeberinnen nicht mehr vergönnt sein.
Im Anschluss an die Spiel-Nachbesprechung und die regenerative Einheit am Montag gewährt Pätzold seiner Mannschaft eine trainingsfreie Woche, ehe eine Länderspielpause ansteht. Am Sonntag, 15. März (18.30 Uhr), sind die Leverkusenerinnen zum Abschluss des 20. Spieltags beim VfL Wolfsburg zu Gast.
Die Zusammenfassung:
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Die Statistik:
Bayer 04: Borggräfe - Wamser, Ostermeier, Turanyi, Vidal - Piljic (62. Grant), Zdebel - Bender, Kögel (84. Friedrich) - Kramer (62. Mädl), Fudalla
TSG Hoffenheim: Dick - Douma, Diehm, Doorn - Harsch (46. Grimm) - Janssens (64. Kaut), Gloning, Ampoorter (64. Steiner), Hahn (73. Grabowska) - van Dijk, Cerci (88. Alp)
Tor: 0:1 Cerci (2., Foulelfmeter)
Gelbe Karten: - Hahn, Amporter, Steiner
Schiedsrichterin: Franziska Wildfeuer (Lützen)
Zuschauer: 782 im Ulrich-Haberland-Stadion

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