
Juliette, du standest gleich in deinem ersten Spiel für Bayer 04 in der Startelf – beim 3:2-Auftaktsieg in Freiburg. Wie hast du dein Bundesliga-Debüt erlebt?
Vidal: Ich war nervös, aber gleichzeitig auch voller Vorfreude. Das Team hatte eine tolle Energie auf dem Platz und eine Mentalität, nie aufzugeben. Das hat sich am Ende zum Glück ausgezahlt. Dass das Spiel physisch sehr intensiv war, kam meinem Spielstil sehr entgegen. Jetzt freue ich mich sehr auf unsere nächsten Aufgaben.
Kennst du eigentlich die Vorgeschichte deines Nachnamens in Leverkusen?
Vidal: Als Kind habe ich mal nach Spielern geschaut, die meinen Nachnamen tragen. Dann dachte ich: Oh, es gibt Arturo Vidal aus Chile, wie cool. Aber ehrlich gesagt wusste ich bis zu meiner Unterschrift in Leverkusen nicht, dass er auch hier gespielt hat. Dann habe ich die ersten Social-Media-Kommentare gelesen… (lacht).
Arturo Vidal spielte von 2007 bis 2011 in Leverkusen und erzielte als defensiver Mittelfeldspieler in 117 Spielen 15 Tore. Auch du spielst unter anderem im defensiven Mittelfeld. Könnte sein Weg bei Bayer 04 ein Vorbild für dich sein?
Vidal: Das wäre natürlich ein interessantes Ziel. Ich schaue nicht so weit in die Zukunft, aber warum nicht? Ich hätte nichts dagegen.






Welche Position gefällt dir denn auf dem Feld am liebsten?
Vidal: Wo ich spiele, hängt ganz von unserer Ausrichtung als Team ab. Ich kann im defensiven Mittelfeld spielen und mag es, wenn viele Spielerinnen um mich herum sind. Als Innenverteidigerin wiederum habe ich das Spiel vor mir und kann Bälle in verschiedene Richtungen spielen. Ich habe auch schon als Linksverteidigerin gespielt, glaube aber nicht, dass das hier der Fall sein wird. Zur Not ginge es aber auch (lacht).
Wie würdest du deinen Spielstil beschreiben?
Vidal: Ich mag es, im hohen Pressing aggressiv um den Ball zu kämpfen. Mein Anspruch ist es, jederzeit unabhängig vom Spielstand 100 Prozent zu geben. Diese Mentalität ist eine meiner Stärken. In meiner Zeit beim FC Basel haben mir einige deutsche Spielerinnen dazu geraten, in die Bundesliga zu wechseln, weil die Liga auch für ihre intensiven Zweikämpfe bekannt ist.
In der vergangenen Saison hast du mit Anderlecht die Meisterschaft gewonnen: Wie hast du die Saison erlebt und wie viel hat dir dieser Titel bedeutet?
Vidal: Wir hatten eine starke Siegermentalität, die sich durch zuvor schon sechs Meisterschaften in Folge aufgebaut hat. Dadurch war jedes Training sehr intensiv, wir wussten, worauf wir hinarbeiten, das war unser Mindset und unser ganz klares Ziel. In diesem Klub war es keine Option, den Titel zu holen, sondern eine Selbstverständlichkeit. Wir waren in jedem Spiel die Gejagten. Als wir diesem Druck schließlich standgehalten hatten, waren die Erleichterung und die Freude umso größer. Das war eine spezielle Art von Druck, an die man sich aber erstaunlich schnell gewöhnen konnte.
Du hast dich für die eher ungewöhnliche Trikotnummer 56 entschieden – warum?
Vidal: In Frankreich hat jedes Departement eine Nummer, meine Heimat Morbihan in der Bretagne hat die 56. Wir sind sehr stolz auf unsere Departments und da ich keine spezielle Lieblingszahl habe, passt die 56 einfach. Obendrein sind die 5 und die 6 ja quasi auch meine Positionen auf dem Feld.
Was traust du dir persönlich und deinem neuen Team in dieser Saison zu?
Vidal: Wir haben sehr viel Qualität in der Mannschaft und der Coach vermittelt uns eine sehr konkrete Spielidee, die wir mehr und mehr verinnerlichen. Natürlich sind viele der anderen Teams für uns noch schwer einzuschätzen, aber ich bin insgesamt sehr zuversichtlich. Persönlich möchte ich so wie möglich spielen und die Zeit auf dem Platz genießen, egal auf welcher Position.

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