
Nachdem die Frauen der TSG zweimal in Führung gingen, war es die kaltschnäuzige Dóra Zeller, die mit ihrem Doppelpack die Chancen für Schwarz-Rot auf ein Weiterkommen weiterleben ließ. Im Elfmeterschießen hielt Bayer 04-Keeperin und Kapitänin Anna Klink ihr Team im Rennen, Juliane Wirtz setzte dann den Siegtreffer vom Punkt zum 7:6-Endstand.
Doch der Reihe nach: Die Partie begann zunächst alles andere als turbulent. Cheftrainer Achim Feifel schickte seine Mannschaft mit unveränderter 4-4-2-Aufstellung wie zuletzt beim 2:1-Sieg gegen den SC Freiburg in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga in die DFB-Pokal-Achtelfinal-Partie. Die Begegnung startete, wie von Feifel erwartet, mit einem vorsichtigen Abtasten beider Teams, einer hohen Laufbereitschaft, aber wenigen gelungenen Ballstafetten. Immer wieder versuchte die Feifel-Elf vor allem über die Außenbahnen Umschaltmomente zu kreieren, war dabei jedoch oft nicht zwingend genug.
Die ersten brenzligen Situationen ergaben sich für die Gäste in Person von Chantal Hagel und Nicole Billa. In der 25. Spielminute folgte dann auch die erste große Gelegenheit für die Gastgeberinnen: Verena Wieder wird mit einem langen Ball auf der linken Außenbahn geschickt, bedient daraufhin die im Strafraum wartende Milena Nikolić. Die Bayer 04-Akteurin tankt sich nach einem Haken nach innen durch, setzt ihren Schuss jedoch knapp am langen Pfosten vorbei.

In der 30. Spielminute die nächste Chance für Schwarz-Rot: Lisanne Gräwe brachte den Ball rechts raus auf Wieder, die per Flanke Irina Pando in Szene setzte. Die Schweizerin war nach einem schönen Doppelpass erneut am Ball und zog einfach mal ab. TSG-Keeperin Martina Tufekovic musste sich lang machen, um diesen Schuss mit einer starken Parade noch abzuwehren. Die Frauen von der Dhünn hatten nun zunehmend besseren Zugriff aufs Spiel, die TSG jedoch die gefährlicheren Torchancen.
Die zweite Hälfte startete ähnlich wie der erste Durchgang: Beide Teams agierten weiterhin defensiv kompakt, pressten früh und versuchten durch einzelne Nadelstiche Offensivaktionen zu kreieren. In der 63. Spielminute sorgte Hoffenheims Trainer Gabor Gallai für mehr Offensivpower und wechselte Gia Corley ein. Ein Tausch, der sich bereits kurz darauf auszahlen sollte: Nur zwei Minuten nach ihrer Hereinnahme bediente Corley die ebenfalls eingewechselte Mitspielerin Tine de Caigny, die im Strafraum bereits wartete und ins kurze Eck zum 1:0 für die Gäste verwandelte. Doch auch die Bayer 04-Frauen kamen zunehmend zu mehr Chancen. So konnte sich Zeller in der 78. Minute auf der rechten Seite behaupten, sah Nikolic in der Mitte, die jedoch unter Bedrängnis den Ball nicht mehr unter Kontrolle bekam.
Kurz vor Schluss dann endlich die Wende. So war es Chiara Bücher, die nach Ballgewinn schnell aus dem Mittelfeld umschaltete und den Pass auf die blitzschnelle Zeller durchstecken konnte. Die ungarische Nationalspielerin suchte den Abschluss. Mit der Beihilfe von TSG-Torhüterin Tufekovic landete der Ball im Netz und brachte die Bayer 04-Frauen kurz vor Schluss der regulären Spielzeit mit dem Last-Minute-Ausgleich in die Verlängerung.
In dieser zeigte sich ein ähnliches Spiel wie bereits in den 90 Minuten zuvor. Beide Teams eher auf eine konzentrierte Defensivarbeit fokussiert, die TSG jedoch mit leichtem Chancenplus, vor allem nach Ecken. Nach den ersten 15 Minuten der Zusatzzeit glänzten in der absoluten Crunchtime vor allem die Kraichgauerinnen mit zunehmend mehr Ballbesitzphasen. Acht Minuten vor Schluss sollten sich diese auch auszahlen: Wieder trat Hoffenheims Billa zur Ecke an. Ihre Hereingabe fand die kurz vorher eingewechselte Judith Steinert, die sich im Rücken der Leverkusener Abwehr durchsetzen konnte und per Kopf ins linke Eck zur 2:1-Führung für die Gäste einnickte (112.).

Die Feifel-Elf gab sich jedoch auch beim zweiten Rückstand an diesem Nachmittag nicht auf - und schlug erneut zurück! In der 116. Spielminute tankte sich Zeller willensstark gegen Hoffenheims Michaela Specht und Luana Bühler durch und traf mit einem eindrucksvollen Volley-Tor zum 2:2. Emotionale Jubel-Traube, Einschwören im Mannschaftskreis und rein ins Elfmeterschießen.
TSG-Akteurin Billa trat als erste zum Punkt an und legte souverän vor. Zeller zog nach, Feldkamp brachte Hoffenheim erneut in Führung. Die erste Parade lieferte Hoffenheims Tufekovic gegen Pando und sicherte den Vorsprung. Da jedoch ihre Teamkollegin De Caigny patzte, konnte Nikolic egalisieren (4:4). Nach zwei weiteren Strafstößen - Franziska Harsch traf für die TSG, Leverkusens Caroline Siems verschoss - hatte Hoffenheims Luana Bühler den ersten Matchball auf dem Fuß. Die 25-Jährige zielte jedoch in die Mitte des Tors. Bayer 04-Keeperin Klink blieb stehen und hielt ihr Team im Spiel.
In der Folge verwandelten Amira Arfaoui und Ann-Kathrin Vinken für die Gastgeberinnen, Laura Wienroither netzte für die TSG ein. Da Specht beim Stand von 6:6 aber nur den Pfosten traf, lag die Entscheidung nun auf dem Fuß von Juliane Wirtz. „Ich wollte eigentlich erst gar nicht, aber meine Mitspielerinnen haben mich überredet und dann galt für mich nur noch ein Motto: Augen zu und durch“, resümierte die 20-jährige Schwester von Werkself-Youngster Florian Wirtz später mit einem großen Grinsen im Gesicht. Voller Wucht versenkte die Verteidigerin den Ball humorlos im Netz und machte damit den 7:6-Sieg sowie den Einzug ins DFB-Pokal-Viertelfinale klar.








„Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Das war heute eine unglaublich nervenaufreibende Partie. Wir wussten, dass heute mehr drin war, haben nie aufgegeben. Aber das schafft man nicht allein, sondern als geschlossene Einheit und so konnten wir tatsächlich zwei Mal zurückkommen. Ich bin unfassbar stolz!“, zeigte sich Torhüterin Klink nach dem Krimi erleichtert.
Das Viertelfinale steigt am 1./2. März 2022. Weiter geht’s für die Bayer 04-Frauen aber bereits am kommenden Sonntag, 7. Oktober, mit dem 7. Spieltag der FLYRALARM Frauen-Bundesliga. In dieser steht das Derby gegen den 1. FC Köln an. Anstoß ist um 16 Uhr im heimischen Ulrich-Haberland-Stadion.
Die Statistik:
Bayer 04: Klink – Siems, Friedrich (108. Vinken), Wirtz, Marti – Gräwe (90. Arfaoui), Matysik, Pando, Wieder (45. Zeller) – Kögel (70. Bücher), Nikolic
Hoffenheim: Tufekovic – Specht, Bühler, Hagel (46. De Caigny), Naschenweng (81. Steinert), Billa, Linder (63. Corley), Wienroither, Brand (87. Fühner), Feldkamp, Dongus (81. Harsch)
Tore: 0:1 De Caigny (65.), 1:1 Zeller (90.), 1:2 Steinert (112.), 2:2 Zeller (116.), 2:3 Billa (i.E.), 3:3 Zeller (i.E.), 3:4 Feldkamp (i.E.), 4:4 Nikolic (i.E.), 4:5 Harsch (i.E.), 5:5 Arfaoui (i.E.), 5:6 Wienroither (i.E.), 6:6 Vinken (i.E.), 6:7 Wirtz (i.E.)
Schiedsrichterin: Nadine Westerhoff (DSC Wanne-Eickel)
Zuschauer: 225

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