
„Ich hatte im Laufe der zweiten Halbzeit ein schlechtes Gefühl. Wir haben kaum noch Bälle gehalten und Bremen war nach Ecken jederzeit gefährlich – genau, wie wir es vorher gesagt hatten“, sagte Cheftrainer Robert de Pauw. „Es ist sehr ärgerlich, dass wir in den letzten Minuten so viel zugelassen haben und in den Zweikämpfen nicht präsent genug waren. Wir haben oft am Ball keine guten Entscheidungen getroffen“, so der Niederländer: „Dadurch haben wir uns die Niederlage selbst zuzuschreiben. Der Kampf hat bis zum Schluss gestimmt, das ist heute das Positive.“
Gegenüber dem bis dato letzten Bundesliga-Spiel, dem 4:1-Sieg gegen den MSV Duisburg, hatte de Pauw drei Wechsel in seiner Anfangsformation vorgenommen. Lilla Turányi, Sofie Zdebel und Verena Wieder standen anstelle von Emilie Bragstad, der unter der Woche angeschlagenen Kapitänin Elisa Senß und Paulina Bartz in der Startelf.
Die erste Gelegenheit im Stadion Platz 11 am Weserstadion gehörte den Gastgeberinnen. Chiara Hahn verzog einen Distanzschuss aus rund 20 Metern nur knapp (3.). Kurz darauf musste Bayer 04-Keeperin Friederike Repohl nach einem Zusammenstoß mit Maja Sternad behandelt werden, die 29-Jährige konnte nach kurzer Pause aber weiterspielen (10.). Die Werder-Frauen blieben auch danach zunächst das präsentere Team. Die erste gefährliche Aktion vor dem SVW-Tor resultierte aus einer Ecke: Kristin Kögel flankte auf den kurzen Pfosten, wo Torhüterin Livia Peng rechtzeitig vor Turányi zur Stelle war.
Mit der ersten echten Torchance ging Schwarz-Rot prompt in Führung. Skinnes Hansen probierte es mit einem wuchtigen Schuss, den Peng abklatschen lassen musste. Karczewska hatte genau darauf gelauert und schob mühelos zur Führung ein (21.), es war bereits ihr sechster Saisontreffer. In der Folge entwickelte sich eine ausgeglichene Partie. Die Gäste verteidigten aufmerksam, Bremen bemühte sich um eine Antwort, fand aber kaum kreative Mittel. Bis zur Pause passierte vor beiden Toren kaum noch etwas.





Zur Halbzeit kam Senß für Zdebel neu in die Partie - und die Werder-Frauen kamen mutig aus der Kabine. Drei Minuten nach dem Seitenwechsel stieß Sternad auf Linksaußen durch und setzte ihren Schuss aus etwas spitzem Winkel ans Außennetz. Kurz darauf verzog Torjägerin Sophie Weidauer eine weitere Hereingabe am Fünfmeterraum (52.). Auf der Gegenseite hatte erneut Karczewska die erste Möglichkeit im zweiten Durchgang. Nach einer präzisen Flanke von Kögel scheiterte sie per Kopf an Peng und verwandelte den Nachschuss, stand dabei jedoch im Abseits (58.).
Nach 66 Minuten wechselte de Pauw doppelt. Estrella Merino Gonzalez und Loreen Bender ersetzten Wieder und Kögel. Die Partie blieb umkämpft, eine Ecke brachte den Gastgeberinnen den Ausgleich. Die Bremer setzten am kurzen Pfosten nach und erzwangen so ein Eigentor durch Skinnes Hansen (76.).
In der Schlussphase gab Julie Jorde (für Karczewska) ihr Bundeslia-Debüt für die Bayer 04-Frauen, auch Sylwia Matysik (für Caroline Siems) kam für die Schlussminuten aufs Feld (87.). In der Nachspielzeit drehte die eingewechselte Sehan per Kopf (90.+1) die Partie komplett.
Am Sonntag, 4. Februar (Anstoß: 14 Uhr, live bei MagentaSport und DAZN), beginnt für die Bayer 04-Frauen mit dem Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg, zur Winterpause Tabellenführer, die Rückrunde. Tickets für die Partie gegen den Vorjahres-Champions-League-Finalisten im Ulrich-Haberland-Stadion gibt es hier.
Die Statistik:
SV Werder Bremen: Peng - Hahn (62. Kunkel), Ulbrich, Brandenburg, Nemeth, Lührßen - Wirtz - Walkling (62. Dieckmann), Hausicke (46. Mahmoud) - Weidauer (78. Sehan), Sternad (88. Meyer).
Bayer 04: Repohl - Ostermeier, Friedrich, Turányi - Skinnes Hansen, Zdebel (46. Senß), Kögel (66. Bender), Siems (87. Matysik) - Vilhjálmsdóttir - Karczewska (87. Jorde), Wieder (66. Merino Gonzalez)
Tore: 0:1 Karczewska (21.), 1:1 Nemeth (76.), 2:1 Sehan (90.+1)
Gelbe Karten: Weidauer / Kögel, Skinnes Hansen
Schiedsrichterin: Franziska Wildfeuer (Lützen)
Zuschauer: 954 am Platz 11 des Weserstadions

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