
„Wir haben eine der stärksten Mannschaften der Liga über weite Strecken des Spiels auf das Konterspiel reduziert. Wenn wir dann nur durch ein Traumtor und einen Standard verlieren, können wir auf die Leistung stolz sein. Ein Punkt wäre nicht unverdient gewesen“, sagte Pätzold: „Wir haben viel von dem auf den Platz gebracht, was wir umsetzen wollten, und hatten viele gute Situationen, angefangen mit der Chance in der zweiten Minute. Leider sind wir durch ein Traumtor in Rückstand geraten. Danach hatten wir in der ersten Hälfte auch Glück, dass Wolfsburg seine Konter nicht genutzt hat, Raffa (Borggräfe, Anm. d. Red.) hat uns zweimal unfassbar stark im Spiel gehalten.“ Im zweiten Durchgang sah er eine Leistungssteigerung seines Teams: „Wir waren die spielbestimmende Mannschaft, haben viele lange Bälle provoziert, die Umschaltsituationen reduziert und hatten viele Strafraumsituationen, aus denen leider zu wenige klare Torchancen wurden. Dann ist es auch der individuellen Klasse des Gegners geschuldet, dass wir das 2:0 kassieren. Trotzdem haben wir bis zum Schluss dran geglaubt, aber es sollte leider nicht sein.“
Drei Wochen nach dem 0:1 gegen die TSG Hoffenheim hatte Pätzold seine Startelf auf zwei Positionen verändert. Claudia Wenger und Ruby Grant begannen anstelle von Juliette Vidal und Kristin Kögel, die angeschlagen fehlte. Sofie Zdebel lief zudem erstmals in einem Pflichtspiel von Beginn an mit der Kapitänsbinde um den Arm auf.
Anders als bei der bitteren 1:5-Niederlage in doppelter Unterzahl im Hinspiel präsentierte sich die Werkself diesmal von Beginn an hellwach - und hatte die erste Großchance. Fudalla bediente nach einem Flügellauf von links ihre Sturm-Partnerin Cornelia Kramer, die den Ball aus fünf Metern aufs Tor spitzelte. Torhüterin Stina Johannes lenkte den Ball um den Pfosten (2.). Stattdessen gingen in einer munteren Anfangsphase die Gastgeberinnen in Führung. Ausgerechnet die Ex-Leverkusenerin Janou Levels zirkelte den Ball aus rund 20 Metern traumhaft und unhaltbar für Keeperin Rafaela Borggräfe ins rechte Eck (5.). Mit der Führung im Rücken übernahm der VfL die Spielkontrolle, die Leverkusenerinnen mussten sich zunächst einmal sammeln. Prompt erspielten sich die Wolfsburgerinnen die Gelegenheit auf das 2:0. Justine Kielland bediente mit einem präzisen Steilpass Kessya Bussy, die frei auf Borggräfe zulief und an der 26-Jährigen scheiterte (17.).






Nach und nach kämpfte sich das Pätzold-Team zurück in die Partie und schnürte den Tabellenzweiten phasenweise in dessen eigener Hälfte ein. Zwingende Chancen ergaben sich dadurch aber nicht. Loreen Benders Schuss von halbrechts rauschte über das Tor (30.). Auf der Gegenseite verhinderte erneut Borggräfe das 2:0. Caitlin Dijkstra setzte sich von Alexandra Popp freigespielt im Zweikampf gegen Selina Ostermeier durch und tauchte vor der Bayer 04-Keeperin auf. Die blieb im Eins-gegen-Eins cool und parierte den Abschluss aus kurzer Distanz mit einem starken Reflex (32.). Trotz der Wolfsburger Großchancen hatten die Gäste meist mehr vom Spiel, offensiv blieb es aber bis zur Pause nur bei Ansätzen. Kurz vor Ende der regulären Spielzeit vergab Popp die dritte aussichtsreiche Möglichkeit auf den zweiten VfL-Treffer. Ihre Direktabnahme landete knapp rechts neben dem Pfosten. So ging es mit dem 0:1-Zwischenstand in die Pause.
Nach dem Wiederanpfiff biss sich die Werkself direkt wieder in der gegnerischen Hälfte fest, weiterhin fehlte aber im letzten Drittel ein ums andere Mal die zündende Idee. So war es schließlich ein Kunstschuss von Katharina Piljic, der die Leverkusenerinnen am Ausgleich schnuppern ließ. Ähnlich wie bei ihrem Traumtor zum 2:2 im Derby beim 1. FC Köln im vergangenen Oktober nahm die Mittelfeldspielerin bei einem Konter auf Höhe der Mittellinie Maß. Der Ball senkte sich über die weit vor ihrem Tor stehende Johannes hinweg und landete Zentimeter neben dem rechten Pfosten (56.). Kurz darauf wechselte Pätzold doppelt. Julia Mickenhagen und Valentina Mädl ersetzten Wenger und Bender (64.). Drei Minuten später verpasste Fudalla mit einem Volleyschuss den Ausgleich, ihr Versuch ging rechts am Kasten vorbei. Die nächste Gelegenheit gehörte der gerade eingewechselten Mädl, die von einer hohen Grant-Flanke bedient bei ihrem Kopfball resolut von Johannes gestört wurde.






Inmitten der Leverkusener Drangphase schlugen die Wölfinnen zu. Bei einer Ecke von Svenja Huth löste sich Popp im Zentrum entscheidend und köpfte vorbei an Borggräfe zum 2:0 ein (78.). Von diesem Nackenschlag konnten sich die Gäste nicht mehr erholen. Der Anschlusstreffer von Fudalla per Drehschuss (90.+3), ihr 13. Saisontor, kam zu spät.
Weiter geht es für die Werkself am kommenden Sonntag, 22. März, erneut um 18.30 Uhr. Dann empfängt das Pätzold-Team den FC Carl Zeiss Jena. Tickets für die Partie im Ulrich-Haberland-Stadion gibt es HIER.
Die TV-Zusammenfassung:
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Die Statistik:
VfL Wolfsburg: Johannes - Linder (86. Pujols), Dijkstra, Bergsvand, Levels (69. Bjelde) - Kielland (69. Beerensteyn), Minge - Huth (86. Zicai), Peddemors, Bussy (62. Endemann) - Popp
Bayer 04: Borggräfe - Wenger (64. Mickenhagen), Ostermeier, Turanyi, Wamser - Piljic, Zdebel (90. Daedelow) - Bender (64. Mädl), Grant (90. Coskun) - Kramer, Fudalla
Tore: 1:0 Levels (5.), 2:0 Popp (78.), 2:1 Fudalla (90.+3)
Gelbe Karten: Popp, Zicai - Bender
Schiedsrichterin: Annika Kost (Schwerte)
Zuschauer: 2427 im AOK Stadion

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