
„Wir sind sehr zufrieden“, freute sich Doppeltorschützin Jill Bayings nach dem Abpfiff. „Ich bin froh, dass wir gut reingekommen sind ins Spiel und früh das erste Tor geschossen haben. Wir konnten dann noch schnell nachlegen“, so die Niederländerin, die auch ein paar tröstende Worte für den Gegner fand: „Turbine ist ein großer Verein in Deutschland. Natürlich verstehe ich, dass Potsdam darüber enttäuscht ist, demnächst in der 2. Liga spielen zu müssen. Es macht keinen Spaß, dass wir sie dorthin geschickt haben, aber so ist Fußball.“
Verletzungsbedingt fehlten Robert de Pauw in Potsdam gleich sechs Spielerinnen. So musste der Coach auf Torhüterin Friederike Repohl, Sylwia Matysik, Caroline Siems, Clara Fröhlich, Annika Enderle und Mia Eickmann verzichten. Im Tor stand heute zum ersten Mal in dieser Saison Anna Klink. Verena Wieder, die in der vergangenen Woche beim 2:3 gegen Frankfurt einen Elfmeter verwandelt und damit nach über einjähriger Verletzungspause ihren ersten Saisontreffer erzielt hatte, rückte anstelle von Sylwia Matysik in die Startelf und begann im 4-2-3-1 in der Sturmspitze.
Wie wichtig Wieder fürs Team ist, bewies die 22-Jährige schon nach fünf Minuten. Nach einer hohen Balleroberung von Kristin Kögel und Zuspiel von Jill Bayings ließ Wieder in zentraler Position an der 16-Meter-Linie noch eine Gegenspielerin aussteigen und zog dann scharf ins linke Toreck ab. Turbine-Keeperin Anna Wellmann war zwar noch dran, konnte aber das 0:1 nicht verhindern. Mit der frühen Führung im Rücken bestimmten die Gäste eindeutig das Geschehen im Karl-Liebknecht-Stadion. Als Jill Bayings auf der rechten Seite zu einem energischen Solo ansetzte, blieb den Potsdamerinnen nur die Zuschauerrolle. Die Niederländerin zog nach innen und schoss mit links aus 15 Metern unhaltbar für Wellmann zum 2:0 für die Werkself-Frauen ein (12.). Nur eine Minute später hatte Bayings das 3:0 auf dem Fuß, geriet aber beim Abschluss zu stark in Rückenlage (13.).
Die Gastgeberinnen kamen nach einem indirekten Freistoß auf der rechten Seite mit ihrer ersten gelungenen Aktion überraschend zum Anschlusstreffer. Viktoria Schwalm hatte viel Zeit zum Flanken, in der Mitte drückte die freistehende Mai Kyokawa den Ball aus kurzer Distanz zum 1:2 über die Linie (21.).
An der Dominanz der Leverkusenerinnen änderte das Gegentor nichts. Die Werkself-Frauen machten weiterhin das Spiel, agierten klarer und druckvoller. Und erhöhten nach gut einer halben Stunde auf 3:1. Lara Marti legte von der Grundlinie zurück auf Jill Bayings, die im Strafraum mit links abzog, Verena Wieder lenkte den Ball mit dem Rücken noch entscheidend ab, sodass der Treffer ihr zurecht zugeschrieben wurde (32.).

Nach dem Treffer schlichen sich in der Bayer-Defensive ein paar Nachlässigkeiten ein, die den Brandenburgerinnen zwei gute Chancen bescherten. Erst köpfte Kyokawa nur Zentimeter am linken Pfosten vorbei (36.), dann scheiterte die Japanerin im Eins-gegen-eins an der prächtig reagierenden Anna Klink, die per Fußabwehr zur Ecke klären konnte (40.). Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff sorgte Lara Marti nach feinem Doppelpass mit Kristin Kögel dann für das vorentscheidende 4:1 der Gäste (45.).
Und das de Pauw-Team machte nach der Pause gleich so weiter, wie es in der ersten Hälfte aufgehört hatte. Die glänzende Jill Bayings setzte sich einmal mehr robust auf der rechten Seite durch, ließ Gegenspielerin Anna Gerhardt einfach stehen und schloss aus kürzester Distanz zum 5:1 für die Gäste ab (47.). Die Leverkusenerinnen hatten auch danach alles im Griff und durch Amira Arfaoui weitere gute Möglichkeiten (60./64.). Der Offensivakteurin fehlte heute allerdings Glück im Abschluss. Die eingewechselte Eva van Deursen hätte ebenfalls erhöhen können, scheiterte aber mit einer schönen Direktabnahme an Turbine-Torhüterin Wellmann (67.), die wenig später auch bei einem Distanzschuss von Kristin Kögel stark parierte (70.). Milena Nikolic setzte einen Kopfball knapp neben den linken Pfosten (80.). Auch die Gastgeberinnen besaßen noch eine Chance, aber Amber Barretts Heber über Anna Klink verfehlte das Tor (78.).
Die Bayer 04-Frauen besiegelten mit ihrem deutlichen Sieg zwei Spieltage vor Saisonende den Abstieg von Turbine Potsdam aus der FLYERALARM Frauen-Bundesliga. Das de Pauw-Team wiederum festigte mit einer überzeugenden Leistung seinen fünften Tabellenplatz.
Verena Wieder, wie Jill Bayings zweifache Torschützin am heutigen Tag, sagte: „Für mich war das allerschönste Gefühl heute, in der Startelf zu stehen und dieses Spiel zu genießen. Und wenn du dann nach fünf Minuten schon das 1:0 schießt, hast du natürlich viel Selbstvertrauen. Wir haben uns heute ein gutes Gefühl geholt. Auf dem Weg wollen wir jetzt weiter machen. Natürlich gilt's für uns jetzt, nächste Woche die Bayern ein bisschen zu ärgern."
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Am Samstag, 20. Mai, empfängt das de Pauw-Team nämlich den Tabellenführer FC Bayern München im Ulrich-Haberland-Stadion. Anstoß der Partie ist um 13 Uhr.
Die Statistik:
1. FFC Turbine Potsdam: Wellmann – Meister, Culver, Kuznezov (46. Jordan), Cramer (46. Gerhardt) – Rajaee, Rouse – Grincenco (78. Weidauer), Selimhodzic, Schwalm (68. Wiankowska) – Kyokawa (68. Barrett)
Bayer 04: Klink – Marti, Turanyi, Friedrich (46. Wirtz), Ostermeier – Senß (63. Gräwe), Zdebel – Arfaoui (72. Blagojevic), Bayings (63. van Deursen), Kögel – Wieder (72. Nikolic)
Tore: 0:1 Wieder (5.), 0:2 Bayings (12.), 1:2 Kyokawa (21.), 1:3 Wieder (32.), 1:4 Marti (45.), 1:5 Bayings (47.)
Gelbe Karte: Selimhodzic
Schiedsrichterin: Miriam Schwermer (Rieder)
Zuschauer: 900 Zuschauer im Karl-Liebknecht-Stadion

Gleich dreimal waren die schwarz-roten Legenden der Bayer 04-Traditionsmannschaft am vergangenen Wochenende im Einsatz. Unter anderem mit Stefan Kießling, Philipp Wollscheid, Sidney Sam und Karim Bellarabi trat das von Falko Götz und Jürgen Gelsdorf gecoachte Team auf Indoor-Kunstrasen-Turnieren in Oldenburg, Regensburg und Bielefeld an. Bei Letzterem zauberten sich die Leverkusener dank vierer Wollscheid-Tore sogar bis ins Finale, wo dann gegen Arminia Bielefeld Endstation war. Einsatz und Spaß waren jedoch bei allen Beteiligten wie immer titelwürdig.
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