
„Vom Ergebnis her war das kein gutes Spiel“, resümiert Co-Trainer Eskandar Zamani, der die erkrankte Verena Hagedorn vertrat, „doch es fehlte am Ende auch einfach das Quäntchen Glück.“ Gemeint hat er damit den Lattenschuss durch Merle Barth in der 81. Minute und den Pfostentreffer durch Sandra Maria Jessen nur eine Zeitumdrehung später. Am Ende zeigten sich die Werkself-Frauen zwar als ernstzunehmender Gegner mit teils gefährlichen Aktionen, doch zu Beginn sind ihnen die ersten 20 Minuten weniger gut gelungen. „Wir haben es nicht hinbekommen, den Gegner vom Tor fernzuhalten“, so Zamani. Nach 18 Minuten durchbrach Frankfurt über die rechte Seite die Bayer 04-Abwehrkette, Laura Freigang nahm in der Mitte einen quergelegten Ball entgegen und stellte auf 1:0 für die Gäste. Nach dem Gegentreffer bekamen die Leverkusenerinnen die Angriffe der Frankfurterinnen besser verteidigt. Auch nach vorne lief es besser, wie etwa fünf Minuten später, als Louise Ringsing und Elisabeth Mayr sich toll durchkombinierten, auf Ivana Rudelic durchsteckten und zum Ausgleich trafen – 1:1 (23.).
Der 1. FFC wurde im letzten Heimspiel vor eigenem Publikum von 1.320 Zuschauern stark gepuscht – den Schwung versuchten die Gegnerinnen zu nutzen, Bayer 04 stemmte sich allerdings gut gegen den Druck und ließ nicht viel zu – bis auf zwei Eckbälle, die Anna Klink sauber parierte, wurde es nicht gefährlich. Unglücklich gerieten die Bayer 04-Frauen kurz vor der Halbzeit dann erneut in den Rückstand: Nach Foul schoss Frankfurt einen Freistoß scharf in den Strafraum, per Kopf verlängerte Tanja Pawollek die Kugel ins Tor – 1:2 (42.). „Wir waren übermotiviert und hektisch – die Entstehung des Gegentores hätten wir klar vermeiden können“, ärgert sich Zamani. Der erneute Ausgleich wollte Rudelic in der 50. Minute nicht gelingen – ihr Abschluss wurde in letzter Sekunde zur Ecke gelenkt. Die weiter motivierten Leverkusenerinnen mussten in der 53. Minute dagegen einen weiteren Gegentreffer durch Laura Feiersinger einstecken, die nach einem Konter die Kugel frei vorm Tor halblinks im Netz versenkte. Die Werkself-Frauen dachten allerdings nicht ans Aufgeben – zu viel steht auf dem Spiel – und setzten weiter Zeichen nach vorne. Henrietta Csiszár köpfte zwar noch den Anschlusstreffer zum 3:2 (75.), Laura Störzel erhöhte den ursprünglichen Vorsprung nur eine Minute später wieder nach einem Frankfurter Freistoß, den Bayer 04 im Sechzehner nicht geklärt bekam. In der Schlussphase warfen die Leverkusenerinnen zwar alles nach vorne, doch – wie bereits erwähnt – fehlte am Ende auch einfach das Glück.
„Die Mädels sind natürlich sehr geknickt, haben aber dennoch die Möglichkeit, den Klassenerhalt zu schaffen. Wir müssen nun gegen Essen unsere Hausaufgaben machen und mindestens einen Punkt holen. Auch Bremen steht stark unter Druck – die wissen, dass wir nächste Woche zu Hause spielen. Am Ende kommt es darauf an, wer die Nerven behält“, sagt der Co-Trainer. Da auch die punktgleichen Bremerinnen, die allerdings das bessere Torverhältnis aufweisen, im Parallelspiel gegen den SC Sand an diesem 20. Spieltag nichts Zählbares mitgenommen haben, kommt es erst am letzten Spieltag am kommenden Wochenende zum großen Showdown.
Zum großen Saisonfinale empfängt Bayer 04 am kommenden Sonntag, 12. Mai, die SGS Essen am Kurtekotten. Das „Alles-oder-Nichts“-Spiel wird um 14 Uhr angepfiffen.
Die Statistik:
1. FFC Frankfurt: Heaberlin – Störzel, Prießen, Kleinherne, Hechler – Pawollek, Feiersinger (87. Widmer), Groenen (90.+2 Emmerling), Aschauer – Freigang (73. Martinez), Reuteler
Bayer 04: Klink – Friedrich, Barth, Meier, Ringsing – Wirtz, Sahlmann (63. Uebach), Csiszár – Rudelic (83. Wimmer), Jessen, Mayr (72. Gier)
Tore: 1:0 Freigang (18.), 1:1 Rudelic (23.), 2:1 Pawollek (42.), 3:1 Feiersinger (53.), 3:2 Csiszár (75.), 4:2 Störzel (76.)
Gelbe Karten: Störzel, Kleinherne / Csiszár
Schiedsrichterin: Melissa Joos (Leinfelden-Echterdingen)
Zuschauer: 1320

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Rüdiger Vollborn ist seit 40 Jahren im Klub, mit 401 Bundesliga-Einsätzen der Rekordspieler des Klubs und hat als einziger Bayer 04-Profi sowohl den UEFA-Cup (1988) als auch den DFB-Pokal (1993) gewonnen. Und auch nach seiner beeindruckenden Profi-Karriere blieb der gebürtige Berliner dem Werksklub weiter erhalten, arbeitete fortan neun Jahre als Torwarttrainer. Inzwischen ist Vollborn unterm Bayer-Kreuz als Fanbeauftragter und Klub-Archivar tätig. Seit Februar 2021 nimmt das personalisierte schwarz-rote Lexikon die Werkself-Fans in der Rubrik „Rudi erzählt...“ monatlich mit auf eine kleine Reise in die Geschichte von Bayer 04.
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