
„Glückwunsch an den VfL Wolfsburg zum Gewinn der Deutschen Meisterschaft“, gratulierte Melissa Friedrich dem Gegner nach dem Abpfiff. „Wir wussten, dass das heute ein schweres Spiel werden würde. Es ist natürlich ärgerlich, wenn man mit einem 0:6 in die Halbzeit geht. Immerhin endete dann die zweite Hälfte mit einem 1:1. Aber ehrlich gesagt, sind wir auch irgendwie froh, dass es nun rum ist“, gestand Friedrich.
Achim Feifel musste im letzten Saisonspiel nach wie vor auf Torhüterin Anna Klink (Mittelhandknochen angebrochen) und Verena Wieder (Kreuzbandriss) verzichten. Zudem fielen auch Juliane Wirtz und Chiara Bücher (muskuläre Probleme) sowie Nina Brüggemann (Trainingsrückstand nach Corona-Erkrankung) aus.
Bei den Wolfsburgerinnen, die am vergangenen Wochenende nach dem 10:1-Sieg gegen Carl Zeiss Jena vorzeitig ihren siebten Deutschen Meistertitel gewonnen hatten, wurde vor dem Anpfiff unter anderem Almuth Schult, die Torhüter-Legende des VfL, verabschiedet. Die 31-Jährige wechselt in diesem Sommer nach fast neun Jahren in Wolfsburg in die US-Profiliga.
Bei sommerlichen Temperaturen gingen die Gastgeberinnen extrem druckvoll ins Spiel und früh in Führung. Nach einer Ecke von Svenja Huth kam Lena Lattwein am Fünfmeterraum frei zum Abschluss und traf zum 1:0 (3.).
Die Gäste aus Leverkusen steckten den Rückstand aber gut weg und spielten ihrerseits mutig nach vorne. Nachdem Ewa Pajor das 2:0 für die Wölfinnen auf dem Fuß hatte, aber an der stark reagierenden Friederike Repohl scheiterte (9.), setzte sich auf der Gegenseite Kristin Kögel am Sechzehner durch und zwang Almuth Schult zu einer Glanzparade (11.). Schade, fast der Ausgleich für die Werkself-Frauen.
Dass die Wolfsburgerinnen eine Klasse für sich sind, bewiesen sie kurz darauf. Nach einer schnellen Umschaltsituation flankte Ewa Pajor scharf von rechts in die Mitte, wo Tabea Waßmuth mit einem Flugkopfball zum 2:0 erfolgreich war (13.). Doch auch Bayer 04 blieb mit eigenen Angriffen gefährlich. Milena Nikolić marschierte nach einem Konter alleine auf Schult zu, konnte ihren Schuss aus 14 Metern aber nicht platzieren, so dass Schult per Fußabwehr den Anschlusstreffer zu verhindern wusste (18.).
Vor knapp 4.000 Zuschauern zeigten beide Teams erfrischenden Offensivfußball mit vielen gelungenen Kombinationen und Torraumszenen auf beiden Seiten. Nach etwas mehr als einer halben Stunde drehten die Gastgeberinnen dann aber mächtig auf und profitierten zusätzlich von Fehlern der Werkself-Frauen. Ein Missverständnis zwischen Lilla Turányi und Friederike Repohl führte zum 3:0 der Wölfinnen durch Ewa Pajor (35.). Nach mustergültig vorgetragenen Kontern und gegen defensiv zuweilen unsortierte Gäste schraubten Anna Blässe (38.), erneut Pajor (41.) und Waßmuth (45.) das Ergebnis bis zur Pause auf 6:0 für den VfL. Dabei hatte das Feifel-Team in der ersten Hälfte durchaus über weite Strecken gut mitgehalten.
In den zweiten 45 Minuten verlor das Spiel deutlich an Tempo und Dynamik. Während die Zuschauer im AOK-Stadion ihre Mannschaft mit der La-Ola-Welle feierten, tat sich auf dem Rasen nicht mehr allzu viel. Die Wölfinnen erhöhten durch die eingewechselte Shanice van de Sanden auf 7:0 (70.). Bayer 04 gelang durch Julia Pollak schließlich der Ehrentreffer (75.), der gleichzeitig das erste Bundesliga-Tor der 20-Jährigen war. Amira Arfaoui hatte noch die große Chance auf einen zweiten Treffer, scheiterte aber nach einem Sololauf aus spitzem Winkel an VfL-Torhüterin Schult (78.). Dann pfiff Schiedsrichterin Mirka Derlin das Spiel ab.
Die Bayer 04-Frauen beenden die Saison 2021/22 in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga auf Rang 7. Wolfsburg feierte nach der Partie natürlich noch ausgiebig den nationalen Titelgewinn. DFB-Präsident Bernd Neuendorf, DFB-Vizepräsidentin Sabine Mammitzsch und Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg überreichten die Meisterschale an die Spielerinnen des VfL.
Die Statistik:
Wolfsburg: Schult – Blässe (53. Wilms), Hendrich (64. Knaak), Janssen, Wedemeyer – Popp (74. Starke), Oberdorf (64. Roord) – Huth, Lattwein, Waßmuth – Pajor (64. van de Sanden)
Bayer 04: Repohl – Siems (83. Vinken), Turányi, Friedrich, Marti – Gräwe – Zeller (66. Pollak), Wich (46. Matysik), Kögel (46. Blagojević), Pando (66. Arfaoui) – Nikolić
Tore: 1:0 Lattwein (3.), 2:0 Waßmuth (13.), 3:0 Pajor (35.), 4:0 Blässe (38.), 5:0 Pajor (41.), 6:0 Waßmuth (45.), 7:0 van de Sanden (70.), 7:1 Pollak (75.)
Schiedsrichterin: Mirka Derlin (Bad Schwartau)
Zuschauer: 3.689

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