0:7 – Frauen gegen Spitzenreiter Wolfsburg chancenlos

Gegen einen erwartungsgemäß druckvollen Tabellenführer mussten sich die Bayer 04-Frauen am Freitagabend im Ulrich-Haberland-Stadion deutlich mit 0:7 (0:4) geschlagen geben.
20191129_B04_Frauen_gegen_Wolfsburg_69587.jpg

Die Partie hatte von vornherein eine klare Ausrichtung: Wolfsburg, bis zu diesem letzten Hinrunden-Spieltag ohne Niederlage und mit einem Torverhältnis von 43:4, ging als klarer Favorit ins Spiel. Wie erwartet, starteten die Wölfinnen druckvoll und sehr offensiv und drängten die Leverkusenerinnen tief in die eigene Hälfte. Die Werkself-Frauen taten sich gegen die zu jeder Zeit torgefährlichen Gäste besonders in der Verteidigung schwer, ließen immer wieder einfache Fehler und gefährliche Ballverluste zu, die die Gegnerinnen gnadenlos ausnutzten.

0:3-Rückstand nach 18 Minuten

In der 7. und 10. Minute konnte die schwarz-rote Abwehr dem VfL noch standhalten – Henrike Sahlmann und Anna Wellmann klärten jeweils in höchster Not zur Ecke. Doch der nächste Versuch seitens der Wolfsburgerinnen saß, als Ewa Pajor durchzog, Bayer 04 nicht schnell genug nachkam und das Nachsehen hatte – 0:1 (11.). In den Folgeminuten drehte Wolfsburg richtig auf: Pernille Harder erhöhte nach verlorenem Leverkusener Einwurf den Rückstand auf 0:2 (15.); die freistehende Maritz, die von Pajor per Fallrückzieher bedient wurde, stellte in der 18. Minute auf 0:3. Die Leverkusenerinnen kamen wenig aus der eigenen Hälfte heraus, Ansätze des Spielaufbaus wurden früh unterbunden. Der erste zögerliche Torschuss durch Milena Nikolic stellte für VfL-Keeperin Hedvig Lindahl kein Problem dar.

Csiszár verletzt ausgewechselt

In den folgenden Minuten gelang es den Leverkusenerinnen, das Spiel etwas zu beruhigen. In der 27. Minute musste Cheftrainer Achim Feifel dann bereits früh wechseln: Für Henrietta Csiszár, die zuvor nach einem Zusammenstoß mit Alexandra Popp am Boden liegen blieb und behandelt werden musste, ging es nicht weiter. Für sie kam Barbara Reger ins Spiel. Vor der Pause hatte Bayer 04 zweimal Riesenglück, als Sahlmann auf der Linie klärte und kurz darauf das Aluminium aushalf. Der nächste Versuch von Harder, die nach einem gefährlichen Ballverlust in der schwarz-roten Innenverteidigung dankend einen Querpass von Pajor entgegen nahm, landete dann schließlich im Netz und besiegelte den 0:4-Pausenstand (36.).

Aus der Kabine kamen die Bayer 04-Frauen mit einer Veränderung auf der Außenbahn: Sandra Jessen kam für Gianna Rackow, die im ersten Durchgang auf der rechten Seite einen schwierigen Stand hatte. Die Wolfsburgerinnen waren weiter sichtbar überlegen, den Werkself-Frauen gelang es nicht, die Lücken in der Verteidigung zu schließen – wie in der 50. Spielminute, als Uebach kurz hinter der Linie zum Sechzehnmeterraum ihre Gegenspielerin nur noch per Foul stoppen konnte, dafür Gelb sah und einen Elfmeter verursachte. Harder nahm sich dem Strafstoß an und verwandelte zum 5:0 für Wolfsburg (52.). Es ging Schlag auf Schlag, als nur eine Zeitumdrehung später Fridolina Rolfö auf 6:0 für die Gäste stellte. Die besten Möglichkeiten aus Leverkusener Sicht hatten Milena Nikolic durch einen Konter und Pauline Wimmer, die nach Missverständnis in der VfL-Abwehr zum Abschluss kam, doch beide Versuche blieben viel zu harmlos.

Schlussphase in Unterzahl – Uebach sieht Gelb-Rot

Die letzten 18 Minuten erschwerte ein Platzverweis von Uebach das Spiel der Bayer 04-Frauen zusätzlich. Die vorbelastete 19-Jährige kam mit ausgestreckter Sohle an der Mittellinie deutlich zu spät und wurde mit Gelb-Rot vom Platz gestellt. Kurz vor Abpfiff setzte der frisch gebackene Herbstmeister durch die zuvor eingewechselte Zsanett Jakabfi, die aus 15 Metern frei zum Abschluss kam, den Deckel drauf – 0:7 (89.).

„Der Unterschied ist zu gravierend“

„Bereits nach 18 Minuten war das Spiel mit dem 0:3-Rückstand für uns gegessen. In Unterzahl gegen eine Mannschaft, die in allen Belangen mindestens zwei Klassen besser ist, zu spielen, erschwerte das Ganze für uns enorm“, bilanzierte Bayer 04-Trainer Achim Feifel nach der Partie. „Trotzdem hat meine Mannschaft heute gekämpft, am Ende war der Gegner aber einfach zu stark. Wolfsburg brauchte nur wenige Ballkontakte, war unheimlich präzise im Passspiel und in den diagonalen Spielverlagerungen – der Unterschied ist einfach zu gravierend.“

Bayer 04 steht nach dem letzten Hinrunden-Spiel mit neun Punkten auf Rang neun der Tabelle, kann rechnerisch vom drei Zähler entfernten Verfolger 1.FC Köln auf dem ersten Abstiegsplatz noch eingeholt werden. Am kommenden Wochenende startet bereits der Rückrunden-Auftakt mit einem Heimspiel am Kurtekotten gegen die SGS Essen (Sonntag, 8. Dezember, 14 Uhr). „Das heutige Spiel müssen wir morgen komplett abgehakt haben. Vor der Winterpause wollen wir unbedingt noch punkten, daher müssen wir die Aufgaben, die wir lösen können, mit neuem Mut angehen“, so Feifel.

Die Statistik:
Bayer 04: Wellmann - Uebach, Wirtz, Vinken, Sahlmann - Zeller, Wimmer, Rudelic, Csiszar (26. Reger), Rackow (46. Jessen) – Nikolic
VfL Wolfsburg: Lindahl - Doorsoun, Goeßling, Bloodworth (62. Wedemeyer), Maritz - Gunnarsdottir, Popp - Wolter, Harder, Rolfö (62. Jakabfi) – Pajor (75. Minde)
Tore: 0:1 Pajor (11.), 0:2 Harder (14.), 0:3 Maritz (18.), 0:4 Harder (36.), 0:5 Harder (FE, 52.), 0:6 Rolfö (53.), 0:7 Jakabfi (89.)
Gelbe Karten: Uebach / Doorsun, Maritz
Gelb-Rot: Uebach
Schiedsrichterin: Christine Weigelt (Leipzig)
Zuschauer: 458

P172-10-7-Frauenw-1920_BL-MediumRectangle_300x250_vsEssen.jpg

Ähnliche News

Bayer 04-Frauen erkämpfen sich Remis im Topspiel gegen Frankfurt | 7. Spieltag
Werkself-TV - 17.10.2026

Frauen: Die TV-Highlights des 1:1 gegen Eintracht Frankfurt

Werkself-TV zeigt die TV-Highlights des 1:1 der Bayer 04-Frauen gegen Eintracht Frankfurt am 7. Spieltag der Google Pixel Frauen-Bundesliga 2026/27.

crop_20261010_B04_U17_VIC_U17_VK3_2122.jpg
U17 - 17.10.2026

2:6 in Mainz – U17 verliert beim Tabellenführer

Die U17 von Bayer 04 musste sich am 9. Spieltag der Vorrunde der DFB-Nachwuchsliga beim Tabellenführer 1. FSV Mainz 05 mit 2:6 (0:1) geschlagen geben. Kurz nach dem Seitenwechsel konnte Louis Lombay zwar zwischenzeitlich zum 1:1 für den schwarz-roten Nachwuchs ausgleichen. Dann aber zog Mainz auf 4:1 davon, ehe Valon Bedzeti der zweite Treffer für die Leverkusener gelang. In der Nachspielzeit legte der FSV noch zweimal nach.

Mehr zeigen
In memoriam Peter Hermann | Folge 4 (2008 - 2021)
Werkself-TV - 17.10.2026

In memoriam Peter Hermann | Folge 4 (2008 – 2021)

Im Sommer 2008 verließ Peter Hermann erstmals Bayer 04. Zuerst ging es für ihn nach Nürnberg, dann begleitete er Jupp Heynckes, mit dem er überaus erfolgreich war. In Leverkusen erarbeiteten sie für Bayer 04 eine lange Ungeschlagen-Serie, in München holte das Erfolgsduo alle Titel, die es zu gewinnen gab. Für Peter Hermann ging es zu Schalke, nach Düsseldorf und zum HSV. Bevor er als DFB-Nachwuchs-Co-Trainer noch einmal einen Anruf aus seiner sportlichen Heimat Leverkusen bekam. In Folge 4 blicken wir auf Peter Hermanns Co-Trainer-Stationen zwischen 2008 und 2021 – und egal, wo er arbeitete, wird nur in höchsten Tönen über ihn gesprochen.

Mehr zeigen
Frauen-Kurzpässe
Frauen - 17.10.2026

Frauen-Kurzpässe: Gesundheitsspieltag „Pinktober“ beim Heimspiel gegen Frankfurt

Anlässlich des internationalen Brustkrebs-Awareness-Monats Oktober steht das Heimspiel der Bayer 04-Frauen gegen Eintracht Frankfurt ganz im Zeichen des Themas Gesundheit. Mit verschiedenen Aktionen macht der Werksklub rund um die Partie am Samstag, 17. Oktober (Anstoß: 14 Uhr, Ulrich-Haberland-Stadion, live bei MagentaSport und DAZN), auf Brustkrebs und Frauen-Gesundheit aufmerksam und rückt die Bedeutung von Vorsorge und Früherkennung in den Fokus.

Mehr zeigen