
„Schade, dass wir heute die drei Punkte nicht mitnehmen konnten, obwohl wir ein gutes Spieltempo und gute Kombinationen hatten“, sagte Kapitänin Elisa Senß nach dem Abpfiff. „Wir müssen daran arbeiten, unsere Chancen besser zu nutzen, damit wir nächste Woche in Freiburg wieder punkten können.“
Robert de Pauw musste gegen Meppen nicht nur weiterhin auf die verletzten Lisanne Gräwe, Milena Nikolić und Verena Wieder verzichten. Aufgrund der Ausfälle von Melissa Friedrich und Lara Marti – beide haben sich einen Faserriss im Oberschenkel zugezogen – war der Bayer 04-Coach gezwungen, seine Abwehr neu zu formieren. So kamen Caroline Siems auf der rechten Seite in der Viererkette und Selina Ostermeier in der Innenverteidigung zum Einsatz. Zudem gab es zwei weitere personelle Änderungen im Vergleich zum Spiel beim VfL Wolfsburg: Dina Blagojević begann im zentralen Mittelfeld anstelle von Sophie Zdebel und Amira Arfaoui ersetzte kurzfristig Ivana Fuso, die sich beim Aufwärmen verletzt hatte.
Bei den Gästen aus Meppen, die bis dato alle drei Ligaspiele verloren hatten, standen die ehemaligen Leverkusenerinnen Laura Sieger und Julia Pollak in der Startformation. Auch für Robert de Pauw gab es ein besonderes Wiedersehen, denn die Trainerin des Aufsteigers ist Carin Bakhuis, die Ex-Co-Trainerin von de Pauw beim FC Twente Enschede.
„Wir brauchen sofort den Druck auf den Gegner und auf den Ball und dürfen Meppen keine Räume geben“, hatte der Bayer 04-Coach vor dem Spiel von seiner Mannschaft gefordert. Und die versuchte diese Marschroute gleich umzusetzen, ging beherzt in die Zweikämpfe und übernahm vom Anpfiff weg die Spielkontrolle. So ergaben sich auch schnell die ersten guten Angriffssituationen für die ganz in Rot spielenden Werkself-Frauen. Kristin Kögel erreichte einen Steckpass von Elisa Senß nicht mehr ganz (4.), Jill Bayings prüfte Meppens Keeperin Sieger mit einem Schuss aus spitzem Winkel (8.) und auch Caro Siems konnte aus ähnlicher Position nicht die nötige Schärfe und Präzision in ihren Abschluss bringen (14.).

Vom Aufsteiger aus Meppen war in der Offensive wenig zu sehen – was auch am frühen und energischen Pressing der Gastgeberinnen lag. Die Werkself-Frauen hatten zwar deutlich mehr Spielanteile, kamen aber nur selten in die gefährlichen Zonen, weil der SVM hinten dicht gestaffelt stand und kaum Räume anbot. Die Emsländerinnen kamen unmittelbar vor der Pause erstmals durch einen Freistoß aus 18 Metern in eine gefährliche Abschlussposition, der Ball ging aber weit am Kasten von Friederike Repohl vorbei (45.). Torlos ging es in die Pause.
Nach dem Wechsel hatten die Gäste nach einem Konter die erste ganz große Chance: Lydia Andrade verfehlte das Leverkusener Tor freistehend aus 16 Metern nur um Zentimeter (55.). Der SVM war jetzt besser im Spiel, gestaltete die Partie offener. Und ging schließlich sogar in Führung.
Nach einem Foul von Selina Ostermeier an Mai Hirata im Strafraum zeigte Schiedsrichterin Stremel auf den Punkt. Unmittelbar zuvor allerdings war Dina Blagojević regelwidrig zu Fall gebracht worden, ohne dass dieses Foul geahndet wurde. Den Elfmeter verwandelte Lisa-Marie Weiss für die Emsländerinnen sicher zum 1:0 (62.). In der Folge bekamen die Werkself-Frauen ihre Chancen: Kristin Kögel hatte gleich doppelt Pech, als ihr Schuss aus 16 Metern erst von einer Meppenerin abgeblockt wurde und ihr zweiter Versuch im Anschluss nur auf dem Tornetz landete (74.).

Die Gastgeberinnen waren zwar bemüht, aber es fehlten die zündenden Ideen, um Lücken in der Meppener Defensive zu finden. So musste ein Freistoß her, um mal wieder für Torgefahr auf Leverkusener Seite zu sorgen. Jill Bayings zog aus 22 Metern ab – und traf die Latte (80.). Das de Pauw-Team machte noch einmal Druck. Und der Ball landete in der Nachspielzeit auch tatsächlich im Netz der Gäste. Aber der Treffer wurde zu Recht nicht anerkannt – Selina Ostermeier hatte Meppens Torhüterin Sieger im Luftduell nach einer hohen Flanke von Emmerling im Fünfmeterraum gefoult (90.+2). So musste Bayer 04 am Ende eine 0:1-Niederlage hinnehmen und steht nun in der Liga auf Platz sieben.
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Schon am kommenden Samstag, 22. Oktober, geht’s in der FFBL für die Werkself-Frauen mit der Partie beim SC Freiburg weiter. Anpfiff im Breisgau ist um 13 Uhr.
Die Statistik:
Bayer 04: Repohl – Siems, Turanyi, Ostermeier, Matysik (63. Fröhlich) – Senß, Blagojević (83. Enderle) - Wirtz, Bayings, Arfaoui (63. Emmerling) – Kögel (83. Zdebel)
Meppen: Sieger – Bathmann, Weiss, Schulte, Pollak – Günnewig, Hirata – Margraf, Josten (90.+3 Moraitou), Andrade (87. Preuß) – Maksuti (84. Abu-Sabbah)
Tor: 0:1 Weiss (62./Elfmeter)
Gelbe Karten: Turányi, Ostermeier, Blagojević – Hirata, Andrade, Josten, Maksuti
Schiedsrichterin: Irina Stremel (Nordstemmen)
Zuschauer: 730 im Ulrich-Haberland-Stadion

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