
Die Partie war gerade erst angepfiffen und hatte noch nicht mal richtig Fahrt aufgenommen, da sorgte die Entscheidung von Schiedsrichterin Katrin Rafalski bei den Schwarz-Roten für einen Schockmoment.
Nach einem Laufduell mit Lea Schüller versuchte Ann-Kathrin Vinken als letzte Frau den Torschuss der Gastgeberinnen zu verhindern – die Unparteiische wertete diese Tat als Notbremse und sah sich regeltechnisch dazu gezwungen, die 18-Jährige vom Platz zu schicken. „Das hat unser Spiel natürlich komplett beeinflusst. 90 Minuten lang als Aufsteiger in Unterzahl gegen eine spielerisch gute Mannschaft zu arbeiten, die ein schnelles Tempo auf allen Positionen vorlegt, ist sehr schwer“, so Cheftrainerin Verena Hagedorn nach dem Spiel.
Die SGS hatte die Partie von Beginn an im Griff und setzte Bayer 04 durchgehend unter Druck. Den Leverkusenerinnen gelang es nur schwer, sich in Unterzahl aus dem Gegenpressing zu befreien. Zuerst im 4:4:1-, später im 5:3:1-System versuchten die Schwarz-Roten, den Essenerinnen die Räume abzulaufen und immer mal wieder durch Konter Entlastung zu schaffen. So auch Ivana Rudelic, die gesehen hatte, dass Essens Torhüterin Kim Sindermann weit vor ihrem Kasten stand – doch ihr Ball kam nicht hoch genug. Stattdessen musste nach 33 Minuten Anna Klink das erste Mal hinter sich fassen: Lena Oberdorf brachte die SGS nach einer Hereingabe per Kopf von Ex-Leverkusenerin Marina Hegering 1:0 in Führung. Mit diesem Zwischenstand ging es in die Pause.
Nach Wiederanpfiff machten die Gastgeberinnen kurzen Prozess und Oberdorf erhöhte auf 2:0 (46.). „Das hat uns das Genick gebrochen“, merkte Hagedorn an. Fortan war Essen permanent am Drücker. In der 57. Minute stellte Lea Schüller auf 3:0, in der 73. und 74. Spielminute trieben Hegering und Sarah Freutel mit einem Doppelschlag das Ergebnis weiter in die Höhe. „Nach dem vierten Gegentor hing bei uns noch der eine oder ander Kopf, wir waren noch nicht wieder voll da. Essen hat das sofort ausgenutzt“, erklärte die Bayer 04-Trainerin. Einige weitere Möglichkeiten der SGS konnte Klink auf der Linie vereiteln und auch die Abwehr stellte im einen oder anderen Moment gerade noch den Fuß dazwischen. Die beste Chance seitens der Bayer 04-Frauen hatte Ana Cristina Oliveira Leite – ihr Angriff wurde jedoch wegen Abseitsstellung abgepfiffen.
„Essen hat es gut gemacht. Für uns war es in Unterzahl sehr schwer, uns aus dem Druck zu befreien, doch wir haben alles reingeworfen, was ging. Am Anfang haben wir es Essen ein bisschen schwer gemacht, doch irgendwann fehlten einfach die Kräfte“, sagte Hagedorn. „Wir müssen jetzt zusammenstehen und den Kopf oben halten. Was zählt ist nach der Hinrunde der zehnte Tabellenplatz. In der Rückrunde müssen wir zusehen, dass wir ein paar Punkte sammeln, bestenfalls gegen direkte Konkurrenten.“
Am kommenden Sonntag, 9. Dezember, beginnt bereits die Rückrunde in der Allianz Frauen-Bundesliga. Bayer 04 gastiert bei Bayern München, Anstoß ist um 14 Uhr. Die Partie wird live beim Pay-TV-Sender Telekom Sport übertragen.
Die Statistik:
SGS Essen: Sindermann – Klasen, Oberdorf (61. Freutel), Ostermeier (75. Nesse), Brüggemann – Hegering, Wilde – Feldkamp, Schüller, Wu (46. Dallmann) – Knaak
Bayer 04: Klink – Kempe, Heinze (50. Uebach), Ringsing, Barth – Sahlmann, Vinken, Reger (46. Mayr), Csiszár – Oliveira Leite (56. Hopfengärtner), Rudelic
Tore: 1:0 Oberdorf (33.), 2:0 Oberdorf (46.), 3:0 Schüller (58.), 4:0 Hegering (73.), 5:0 Feutel (74.)
Gelbe Karten: –/– Rote Karte: Vinken
Schiedsrichterin: Katrin Rafalski (Bad Zwesten)
Zuschauer: 417

Nach der Nominierung für das „Bundesliga Goal of the Year“ 2025 steht der wunderschöne Treffer von Martin Terrier zum 1:0 gegen den 1. FC Köln nun auch zur Auswahl für das „Tor des Monats“ Dezember 2025 der ARD-Sportschau. Bayer 04-Fans können noch bis 10. Januar, 19 Uhr, für den französischen Angreifer abstimmen.
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Rüdiger Vollborn ist seit 40 Jahren im Klub, mit 401 Bundesliga-Einsätzen der Rekordspieler des Klubs und hat als einziger Bayer 04-Profi sowohl den UEFA-Cup (1988) als auch den DFB-Pokal (1993) gewonnen. Und auch nach seiner beeindruckenden Profi-Karriere blieb der gebürtige Berliner dem Werksklub weiter erhalten, arbeitete fortan neun Jahre als Torwarttrainer. Inzwischen ist Vollborn unterm Bayer-Kreuz als Fanbeauftragter und Klub-Archivar tätig. Seit Februar 2021 nimmt das personalisierte schwarz-rote Lexikon die Werkself-Fans in der Rubrik „Rudi erzählt...“ monatlich mit auf eine kleine Reise in die Geschichte von Bayer 04.
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Ein torreiches 2025 liegt hinter der Werkself: Los ging's direkt mit einem Blitzstart – Nathan Tella trifft in Dortmund schon nach wenigen Sekunden zum ersten Mal im neuen Fußball-Jahr. Weitere Highlights liefern dann Florian Wirtz, Aleix Garcia, immer wieder Patrik Schick und natürlich Alejandro Grimaldo mit seinen europaweit gefürchteten Freistößen. Die Highlights zum Ende des Jahres: Wichtige Pokal-Treffer von Ibrahim Maza, vielumjubelte Siegtore in Lissabon und Manchester, der Scorpion Kick von Martin Terrier im Derby und als ganz besonderer Abschluss in 2025: Montrell Culbreath aus der U19 mit seinem Treffer zum 3:1-Sieg in Leipzig bei seinem Debüt. Viel Spaß beim Schauen!
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Die fünf beeindruckendsten Tore der Lizenzmannschaft im Jahr 2025. Mit dabei: Alejandro Grimaldo, Patrik Schick und natürlich Martin „Skorpion“ Terrier...
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