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5.11.2020Europa League

Wieder 4:2: Werkself kommt auch bei Beer Sheva zurück

Zum zweiten Mal in Folge hat die Werkself ein Pflichtspiel mit 4:2 gewonnen – und dabei erneut einen Rückstand gedreht. Die Treffer für Bayer 04 beim Auswärtssieg gegen Hapoel Beer Sheva fielen durch Leon Bailey (5., 75.), ein Eigentor der Gastgeber (39.) und Florian Wirtz (88.).
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In Wochen mit sehr viel Belastung nahm Werkself-Coach Peter Bosz erneut einige Änderungen an seiner Startformation vor. Unter anderem tauschte er wieder die gesamte Viererkette aus, es spielte die Kombination aus dem Spiel gegen Prag, sprich: Tin Jedvaj, Jonathan Tah (diesmal als Kapitän), Aleksandar Dragovic und Wendell kamen für Lars und Sven Bender, Edmond Tapsoba und Daley Sinkgraven in die Formation. Außerdem spielten im Vergleich zum Auswärtssieg in Freiburg Exequiel Palacios und Kerem Demirbay anstelle von Julian Baumgartlinger und Moussa Diaby.

Frühe Werkself-Führung hält nicht lang

Palacios und Demirbay gaben die Doppelsechs in einem 4-2-3-1-System, Nadiem Amiri übernahm die linke Außenbahn und Florian Wirtz spielte auf der Zehn. Auf dieser zentralen Position fügte sich der Werkself-Youngster sofort exzellent ein, mit einem blitzgescheiten Pass setzte er Leon Bailey in Szene - und der Jamaikaner zog rechts im Strafraum sofort volley ab. Hapoel-Keeper Levita war zwar noch mit dem Fuß dran, doch die Kugel senkte sich in hohem Bogen ins Tor der Hausherren (5.).

Bayer 04 hatte eigentlich alles unter Kontrolle, ließ Ball und Gegner in der Anfangsphase geschickt laufen. Quasi aus dem Nichts kamen die Gastgeber aber mit ihrem ersten Angriff direkt zum Ausgleich: Beer Sheva profitierte von einem Leverkusener Fehler im Aufbauspiel und konterte schnell. Der Ball kam links zu Acolatse, der mit einem platzierten Flachschuss ins lange Eck traf (11.).

Beer Sheva trifft sehenswert - ausgleich durch eigentor

Mit der Führung im Rücken wurden die Israelis deutlich sicherer und fanden immer besser in die Partie. Spielbestimmend blieb allerdings die Werkself, die nach einem weiteren Zauberpass von Wirtz zur großen Chance auf die erneute Führung kam, der durchgebrochene Amiri blieb nach dem herrlichen Zuspiel des 17-Jährigen aber an Levita hängen (20.). Stattdessen führte kurz darauf plötzlich der Gegner: Acolatse legte den Ball auf der rechten Außenbahn zunächst mit der Hacke vorbei an Dragovic, zog dann in die Mitte und ließ erst Tah und dann Lukas Hradecky aussteigen, ehe er die Kugel zum 2:1 ins Werkself-Tor schob (25.). Bei allem Ärger über den Rückstand musste man anerkennen: eine überragende Einzelaktion des Niederländers.

Das machte die Aufgabe für Bayer 04 natürlich alles andere als einfach. Beer Sheva stand nun tief, verdichtete die Räume geschickt und wurde über den pfeilschnellen Acolatse immer wieder nach Kontern gefährlich. Nachdem der Doppel-Torschütze erneut durchbrach, rettete Wendell im letzten Moment (36.). Die Werkself musste sich also wie bereits in Freiburg zurückbeißen in die Partie und nahm den Kampf voll an. Ein gefährlicher Schuss von Palacios wurde noch abgefälscht, nach der folgenden Ecke glich Bayer 04 dann aber aus: Nach der stark getretenen Hereingabe von Amiri kam Jedvaj wuchtig zum Kopfball. Levita parierte prächtig, doch vom Schlussmann prallte die Kugel an den Kopf von Verteidiger Dadia und von dort zum 2:2-Halbzeitstand in die Maschen (39.).

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Diaby kommt zur Pause - Bailey schnürt den doppelpack

Zur Halbzeit entschied sich Peter Bosz für eine Umstellung. Diaby kam für Lucas Alario, Bailey rückte in die Sturmspitze. Der Jamaikaner hatte in neuer Rolle gleich die erste Möglichkeit des zweiten Durchgangs, scheiterte mit einem harten Schuss aus spitzem Winkel aber an Levita (48.). Das Angriffsspiel der Werkself wurde nun immer strukturierter, ein blitzsauberer Spielzug führte zur nächsten Großchance: Nach einem tollen Steilpass von Demirbay fand Wirtz mit seiner punktgenauen Flanke Palacios, der den Ball aber in die Arme von Levita köpfte. Wenige Sekunden später war Beer Shevas Keeper auch gegen einen Diaby-Schlenzer auf dem Posten (56.).

Der Druck der Werkself wurde nun immer größer. Bailey hatte den nächsten Hochkaräter, traf den Ball freistehend beim Kopfball aber nicht (59.), weitere Abschlüsse von Amiri (68.) und Palacios (73.) segelten über die Latte. Der erneute Führungstreffer lag nun in der Luft - und er fiel verdientermaßen: Demirbay chippte den Ball aus dem Halbfeld perfekt in den freien Raum zwischen Innenverteidigung und Torwart, wo Bailey die Kugel vor Levita erreichte und zum 3:2 für Bayer 04 einköpfte (75.). Der Doppel-Torschütze wurde in dieser Aktion noch heftig von Beer Shevas Keeper abgeräumt und konnte seinen Treffer gar nicht richtig feiern, schließlich ging es aber weiter für den Jamaikaner.

Wirtz macht den Deckel drauf

In der Schlussphase ergoss sich ein heftiger Regenschauer über dem Stadion Ha Moshava. Die Werkself musste neben dem Wasser von oben auch noch gegen eine letzte Angriffswelle der Hausherren ankämpfen: Nach einer Ecke köpfte der eingewechselte Shviro an die Latte (86.). Fast im Gegenzug machte Bayer 04 dann aber den Deckel drauf: Diaby spielte über die rechte Außenbahn eindrucksvoll sein Tempo aus, trat mit Highspeed an und legt die Kugel dann mustergültig in den Rücken der Abwehr. Dort nahm Florian Wirtz den Kopf nach oben und schoss ganz präzise und überlegt zum 4:2 ein (88.). Es sollte der Endstand sein, da Beer Sheva die letzte Möglichkeit der Partie durch Bareiro (90.+2) ungenutzt ließ.

Nach dem Spiel in Freiburg war es bereits das zweite 4:2 in Folge für die Werkself, die nun in der Europa League punktgleich mit Slavia Prag an der Spitze liegt. Die Tschechen gewannen ihr Parallelspiel gegen Nizza mit 3:2. Vor der Länderspielpause hat Bayer 04 nun noch ein Spiel zu absolvieren: Am Sonntag, 8. November (Anstoß: 18 Uhr), gastiert Borussia Mönchengladbach in der BayArena.

Die Statistik:

Hapoel Beer Sheva: Levita - Dadia, Taha (88. Meli), Kabha (84. Varenne), Miguel Vitor, Goldberg (84. Safuri) - Bareiro, Josué - Sallalich (64. Yosefi), Acolatse - Agudelo (64. Shviro)

Bayer 04: Hradecky – Jedvaj (62. L. Bender), Tah, Dragovic, Wendell - Palacios, Demirbay - Bailey, Wirtz, Amiri - Alario (46. Diaby)

Tore: 0:1 Bailey (5.), 1:1 Acolatse (11.), 2:1 Acolatse (25.), 2:2 Dadia (39., Eigentor), 2:3 Bailey (75.), 2:4 Wirtz (88.)

Schiedsrichter: Radu Petrescu (Rumänien)

Gelbe Karten: Sallalich - Alario, Demirbay

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