
Vor dem dritten Spiel binnen sechs Tagen rotierte Peter Bosz im Vergleich zum 0:1 in Prag wieder ein wenig zurück. Die Viererkette bildeten Lars Bender (zurück nach Schädelprellung), Sven Bender, Edmond Tapsoba und Daley Sinkgraven statt Tin Jedvaj, Aleksandar Dragovic, Jonathan Tah und Wendell. Außerdem spielte im Mittelfeld Nadiem Amiri für Kerem Demirbay und auf dem rechten Flügel erhielt Leon Bailey den Vorzug vor Karim Bellarabi.
Im Breisgau regnete es während der gesamten Partie in Strömen, was das Spiel für beide Seiten nicht gerade leicht machte. Und noch schwieriger wurde die Herausforderung für die Leverkusener bereits früh, denn Freiburg gelang - wie bereits so häufig in dieser Saison - ein Blitzstart: Kübler spielte einen perfekten Steilpass von der rechten Seitenlinie in den Lauf von Höler, der frei durch war und Lukas Hradecky mit dem Außenrist überwand (3.). Kurz darauf trafen die Hausherren erneut durch Schmid, allerdings hatte sich Höler zuvor in der Entstehung deutlich im Abseits befunden (7.).
Bayer 04 brauchte ein wenig, um am Ende einer enorm anstrengenden Woche bei schwierigen äußeren Bedingungen ins Spiel zu finden, zumal Freiburg sich mit der frühen Führung im Rücken in der eigenen Hälfte verbarrikadierte und kaum Räume ließ. Mit zunehmender Spielzeit lief die Kugel aber immer besser und Amiri verzeichnete einen ersten Abschluss (19.).
Freiburg setzte allerdings immer wieder Konter und sorgte so für den nächsten Leverkusener Schockmoment: Nach einer vermeintlichen Notbremse von Sven Bender an Höler zog Schiedsrichter Cortus zunächst die Rote Karte für den Innenverteidiger. Allerdings hätte Edmond Tapsoba definitiv noch gegen Freiburgs Stürmer eingreifen können, nach Ansicht der Videobilder nahm der Referee den Platzverweis zurück. Gefährlich wurde es trotzdem, Grifo setzte den folgenden Freistoß knapp vorbei - nochmal gut gegangen (25.).
Bayer 04 musste sich in diese Partie so richtig hineinarbeiten und nahm diese Prüfung voll an. Bailey prüfte Müller mit einem klasse Distanzschuss (28.), eher Lucas Alario wieder einmal seinen unnachahmlichen Torriecher bewies: Höfler produzierte, von Florian Wirtz unter Druck gesetzt, einen missglückten Rückpass - und das hatte der Werkself-Stürmer gerochen. Alario schaltete blitzschnell, erlief den Ball vor Lienhart und verpasste dem herausgeeilten Müller dann noch aus spitzem Winkel den Tunnel zum 1:1 (29.).
Doch nicht nur ganz vorne, sondern auch ganz hinten hat Bayer 04 einen Mann von Extraklasse - und die stellte Lukas Hradecky eindrucksvoll unter Beweis. Nach einer Freiburger Kopfballstafette kam Grifo zum Abschluss, doch der Werkself-Keeper verhinderte mit einer spektakulären Parade die erneute Führung der Streich-Elf (33.).
Stattdessen lag zur Pause dann die Werkself vorne: Ein Schuss von Alario wurde zunächst noch abgeblockt, doch Bayer 04 setzte giftig nach. Über Julian Baumgartlinger und Wirtz kam die Kugel rechts im Strafraum zu Lars Bender, der den Kopf hochnahm und ganz clever in die Mitte zu Alario legte. Der Argentinier bewies mal wieder seine exzellenten Vollstrecker-Qualitäten und netzte gegen die Laufrichtung von Müller zum 2:1 ein - sein zweiter Doppelpack in Folge in der Bundesliga (42.). Vor dem Halbzeitpfiff verzeichnete Sinkgraven noch eine weitere Möglichkeit, sein Versuch aus aussichtsreicher Position wurde jedoch geblockt (45.).

Wie bereits im ersten Durchgang erwischte Freiburg auch nach dem Seitenwechsel den etwas besseren Start, Grifo verzeichnete mit einem Flachschuss die erste Möglichkeit (47.). Doch diesmal war die Werkself äußerst schnell wieder im Bilde, präsentierte sich nun trotz des nicht enden wollenden Regens sehr ballsicher und hatte durch einen Schlenzer von Moussa Diaby eine vorzeigbare Gelegenheit (58.). Die Belohnung für den nur sehr strukturierten Auftritt folgte durch ein absolutes Traumtor: Nach einer weiteren frühen Balleroberung erhielt Amiri den Ball im Zentrum, ließ Santamaria klasse aussteigen und schlenzte die Kugel dann aus rund 20 Metern unwiderstehlich in den linken Winkel (64.). Bailey wäre kurz darauf fast der nächste Kunstschuss gelungen, sein Versuch vom rechten Strafraumeck flog ein Stück über die Latte (68.).
Aber Freiburg gab sich noch nicht geschlagen. SC-Coach Streich hatte seinen Edeljoker Petersen gebracht - und der brauchte mal wieder nicht lange, um zu stechen: Eine flache Hereingabe von Grifo drückte der Einwechselspieler am zweiten Pfosten über die Linie, Lars Benders Rettungsaktion trug keine Früchte mehr (72.). Doch auch Bayer 04 konnte auf die Qualitäten seiner Einwechselspieler vertrauen: Peter Bosz hatte bereits kurz nach dem 3:1 Tah und Demirbay ins Rennen geschickt - und die beiden Joker stellten per Co-Produktion den alten Abstand wieder her: Eine punktgenaue Demirbay-Ecke wuchtete Tah per Kopf zum 4:2 in die Maschen (76.).
In einem äußerst unterhaltsamen Fußballspiel war Freiburg aber weiterhin nicht gewillt, aufzugeben. Hradecky musste noch einmal sein ganzes Können aufbieten und parierte einen Volleyschuss von Petersen exzellent (82.). Erst, nachdem der Finne im Werkself-Tor auch einen Distanzschuss von Santamaria festhielt (87.), war der Widerstand der Hausherren gebrochen. Bailey hätte mit einem harten Schuss von der Strafraumgrenze sogar fast noch Tor Nummer fünf nachgelegt, scheiterte aber an Müller (90.+1).
Nichtsdestotrotz fuhr Bayer 04 in der Bundesliga den dritten Sieg in Folge ein und bleibt weiterhin ungeschlagen. In der Tabelle steht die Werkself damit nach sechs Spieltagen auf Tabellenplatz vier. Das nächste Pflichtspiel absolviert das Bosz-Team dann am kommenden Donnerstag, 5. November (Anstoß: 18.55 Uhr), beim israelischen Vertreter Hapoel Beer Sheva. In der Liga geht es am Sonntag, 8. November (Anstoß: 18 Uhr), gegen Borussia Mönchengladbach weiter.
Die Statistik:
SC Freiburg: Müller - Kübler (63. Petersen), Lienhart, Heintz, Günter - Santamaria, Höfler - Schmid, Grifo (78. Kwon) - Sallai (78. Jeong), Höler (78. Demirovic)
Bayer 04: Hradecky – L. Bender, S. Bender (65. Tah), Tapsoba, Sinkgraven - Baumgartlinger (65. Demirbay) - Wirtz, Amiri - Bailey, Alario (89. Palacios), Diaby (78. Bellarabi)
Tor: 1:0 Höler (3.), 1:1 Alario (29.), 1:2 Alario (42.), 1:3 Amiri (64.), 2:3 Petersen (72.), 2:4 Tah (76.)
Schiedsrichter: Benjamin Cortus (Röthenbach a. d. Pegnitz)
Gelbe Karten: Kübler, Heintz - S. Bender, Diaby

Im Rahmen des 7. Spieltags der Ligaphase der UEFA Champions League 2025/26 reist die Werkself zu Olympiakos Piräus. Das Spiel beim griechischen Topklub steigt am Dienstag, 20. Januar 2026, um 21 Uhr deutscher Zeit. Alle Infos zum Ticketverkauf.
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Ein Überblick über die Ticket-Verkäufe zu den Heim- und Auswärtsspielen der Werkself in allen Wettbewerben.
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