
Es war zweifelsohne ein Europapokal-Krimi, der sich am gestrigen Donnerstagabend im Stade Louis II abgespielt hat: Bereits nach 13 Minuten hatte Florian Wirtz per Abstauber zur Leverkusener Führung getroffen, die AS-Kapitän Wissam Ben Yedder kurz darauf per Elfmeter jedoch egalisieren konnte (19.). Doch Exequiel Palacios hatte nur zwei Minuten später die passende Antwort parat und brachte die Gäste erneut in Front. Nach dem Wiederanpfiff erhöhte Amine Adli gar auf 3:1 für Bayer 04 (58.). Sechs Minuten vor Schluss verkürzte Breel Embolo aber auf 2:3 für die Monegassen, sodass es in die Zusatzzeit ging. Nach der torlosen Verlängerung setzte sich das Team von Cheftrainer Xabi Alonso dann souverän im Elfmeterschießen durch, da Monacos Eliot Matazo nur die Latte traf und alle Werkself-Profis vom Punkt erfolgreich waren. Zum ausführlichen Spielbericht!

Defensivmann Jonathan Tah zeigte sich nach der Partie am Mikrofon von Werkself-TV erleichtert und glücklich: „Das war extrem wichtig für uns. Solche Siege geben der Mannschaft immer einen Push. Das Elfmeterschießen war natürlich nervenaufreibend für uns. Aber ich bin vorher zu jedem einzelnen Spieler gegangen und habe ihnen Mut zugesprochen, ich habe ihnen vertraut und war davon überzeugt, dass wir alle top verwandeln!“
Cheftrainer Xabi Alonso ergänzte auf der Pressekonferenz im Anschluss an die Partie: „Es war nicht leicht, hier und heute ein so gutes Spiel abzuliefern, denn Monaco hat definitiv Champions-League-Niveau. Aber genau das haben wir geschafft. Darauf können wir stolz sein!“ Angesprochen auf die Strafstoß-Misere im Vorfeld sagte der Spanier: „Ich hatte schon vor dem Elfmeterschießen großes Vertrauen in die Jungs. Wir haben es trainiert und es lief schon im Training sehr gut – deshalb war ich ehrlich gesagt nicht besonders nervös.“
Von Beginn an legte die Werkself eine geschlossen starke Mannschaftsleistung mit ordentlich Offensivdrang an den Tag. So waren es zunächst die stark aufspielenden Mittelfeldakteure Florian Wirtz (13.) und Exequiel Palacios (21.), die die sehenswerten Kombinationen des Teams veredelten. In der 58. Minute setzten die beiden dann Teamkollege Amine Adli in Szene: Palacios eroberte den Ball und bediente daraufhin Wirtz, der sich um die eigene Achse drehte und den Ball diagonal in den Strafraum brachte, wo Adli frei am zweiten Pfosten einlief und den Ball über Nübel ins Netz zur 3:1-Führung köpfte.

Im Elfmeterschießen behielten zudem alle fünf Leverkusener Torschützen die Nerven und verwandelten allesamt vom Punkt: Als erster Torschütze für Bayer 04 trat Sardar Azmoun an, der sicher ins rechte untere Eck verwandelte. Es folgten die Treffer von Nadiem Amiri ins Eck sowie Edmond Tapsoba, der mit einem wuchtigen Schuss in den Winkel erhöhte. Der wiedergenesene Patrik Schick zog ebenfalls mit einem flachen Abschluss nach. Als letzter Schütze hatte Moussa Diaby das Weiterkommen auf dem Fuß: AS-Schlussmann Nübel war beim halbhohen Abschluss zwar noch dran, doch die Nr. 19 der Werkself brachte die Kugel voller Überzeugung im Netz unter.
Das Verwandeln von Elfmetern war in den vergangenen Wochen zweifelsohne nicht gerade die Spezialdisziplin der Werkself, die zuvor sechs der vergangenen sieben Pflichtspiel-Elfmeter verschossen hatte. In Monaco zeigten sich die Leverkusener nun aber von einer komplett anderen Seite: Alle fünf Schützen verwandelten - größtenteils - äußerst souverän. Der Strafstoß-Bann ist damit durchbrochen.
Und auch diese Statistik ist durchbrochen: Nachdem die Werkself in allen elf bisherigen Duellen in der K.-o.-Runde eines Europapokals ausgeschieden war, wenn das Hinspiel im eigenen Stadion verloren ging, konnten sich die Leverkusener nun endlich durchsetzen und damit dieser Statistik ein Ende setzen. Mit 51 Prozent Ballbesitz, 61 Prozent gewonnener Zweikämpfe und 17 Torschüssen - fünf mehr als die Monegassen - sprach außerdem auch die Spielstatistik für Schwarz-Rot.
Es herrscht Einigkeit, denn so ganz kalt gelassen hat die Parte wohl niemanden: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung beschrieb den Sieg wie folgt: „Auf Elfmeter folgte Ekstase“ und ergänzte: „Nach dem historischen Weiterkommen und dem gebannten Elfmeter-Fluch herrschte bei Bayer Leverkusen pure Freude. Trainer Xabi Alonso umarmte nach dem wohl emotionalsten Spiel seiner noch jungen Trainer-Karriere jeden, den er zu greifen bekam, herzlich und warf Luftküsse in Richtung der Tribüne.“ Die Kölnische Rundschau nannte den Erfolg einen „historischen Sieg“ und die Bild-Zeitung titelte „Leverkusen besiegt den Elfer-Fluch“ und vergab an die beiden Torschützen Florian Wirtz und Exequiel Palacios die Bestnote.

Am Sonntag, 26. Februar, geht es für die Werkself im Ligabetrieb weiter: Nachdem Lukas Hradecky und Co. am Freitag noch eine Trainingseinheit in Monaco absolvieren, reist der Bayer 04-Tross dann am Samstag von der Côte d’Azur aus direkt nach Freiburg weiter. Auch im Breisgau wird nach der Ankunft noch einmal trainiert. Am Sonntag gastieren die Leverkusener dann im Rahmen des 22. Bundesliga-Spieltags beim SC Freiburg im Europa-Park Stadion. Anpfiff ist um 15.30 Uhr.

Im Halbfinale des DFB-Pokals 2025/26 empfängt Bayer 04 den FC Bayern München. Das Duell steigt am Mittwoch, 22. April 2026, um 20.45 Uhr in der BayArena. Alle Infos zum Ticketverkauf.
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Zum dritten Mal überhaupt und erstmals seit 14 Jahren könnte Bayer 04 am Dienstagabend, 17. März (Anstoß: 21 Uhr deutscher Zeit/20 Uhr Ortszeit), wieder ins Viertelfinale der UEFA Champions League einziehen. Dafür benötigt die Werkself beim FC Arsenal nicht nur eine ähnlich starke Leistung wie im Hinspiel, sondern auch vollste Konzentration bis zur letzten Minute: Der Premier-League-Tabellenführer schlägt – wie schon in der BayArena – häufig erst in den Schlussminuten zu. Die Kurzpässe.
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