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11.08.2020Europa League

Presseschau: „Letzte durchschlagende Aktion fehlte“

Knapp, aber verdient – so lautet der einhellige Tenor in den Medien nach dem 1:2 der Werkself im Viertelfinale der Europa League gegen Inter Mailand.
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Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt: „Am Ende gewannen die Italiener ein ebenso spannendes wie intensives Duell knapp 2:1. Sie waren einfach gefährlicher im Strafraum und verteidigten in der spannenden Schlussphase souverän. Aber das waren nicht die einzigen Qualitäten der Mailänder. Der Druck, den das Team ausübte, war von Beginn an enorm. Bei jeder Ballannahme hatten die Leverkusener einen Gegenspieler im Nacken, selbst am eigenen Strafraum.“ Zugleich unterstreicht das Blatt die Leverkusener Steigerung in der zweiten Halbzeit: „Es war nun ein offenes Spiel, in dem auch Bayer nach der Pause versuchte, energischer und robuster zu agieren. Die Leverkusener kamen nach der Pause zu immer mehr Ballbesitzphasen in der Hälfte der Italiener, immer wieder fehlte aber die letzte durchschlagende Aktion. Nur einmal flog Havertz am Fünfmeterraum knapp an einer Hereingabe von Leon Bailey vorbei.“

„Das Ende eines Traums“ hatte der Kölner Stadt-Anzeiger in seiner Überschrift ausgemacht. Im Bericht heißt es: „Leverkusen hatte zwar viel Ballbesitz – allerdings nur rund um den eigenen Sechzehnmeterraum. Die Versuche, das Spiel geordnet und mit Kurzpässen aufzubauen, wurden immer wieder durch leichte Fehler torpediert. Inter Mailand zeigte diese Schwächen nicht, nutzte aber die von Bayer 04 konsequent aus. (…) Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie offen. Bayer 04 zeigte jenen Mut, den sie im Vorfeld angekündigt hatten. Angeführt vom stärker werdenden Havertz kam mehr Struktur ins Spiel, auch wenn große Chancen fehlten. Demirbay sorgte nach einer Stunde mit einem Distanzschuss für Gefahr, den Samir Handanovic aber entschärfen konnte. Bosz wechselte offensiv, brachte Leon Bailey, um für mehr Gefahr über die Außenbahnen zu sorgen. Doch eröffnete das auch Mailand wieder mehr Räume. Es fielen nach und nach alle taktischen Fesseln, Hradecky hielt sein Team mehrfach mit guten Paraden in der Verlosung. Auf der anderen Seite flog Havertz ein einer starken Bailey-Flanke vorbei. Schreie der Erleichterung hallten von der Mailänder Bank durch die leere Arena.“

Umkämpftes Duell auf hohem Niveau

Die Kölnische Rundschau schreibt: „Ein absolutes Topspiel hatte Bosz angekündigt, und der Niederländer sollte Recht behalten. Von Beginn an lieferten sich beide Klubs ein umkämpftes Duell auf hohem Niveau mit vielen Torraumszenen. Den reiferen Eindruck machte aber der italienische Vizemeister, der früh attackierte und die Bayer-Defensive vor große Probleme stellte. Vor allem Starstürmer Lukaku war kaum in den Griff zu bekommen.“

Auch die Bild-Zeitung rückt den bulligen Angreifer in den Rang des Matchwinners: „Gegen Inter ist Feierabend, weil die Werkself von Belgien-Bär Romelu Lukaku (27/1,91 Meter, 95 Kilo) regelrecht aufgefressen wird! Die erste Viertelstunde ist er zahm. Dann wildert er los! 15. Minute: Lukaku tankt sich in den Strafraum, sein Schuss wird abgeblockt. Barella schlenzt den Ball per Außenrist ins lange Eck – die Führung. 21. Minute: Diesmal frisst Lukaku Innenverteidiger Tapsoba auf! Mit dem Rücken zum Tor dreht er sich – und kommt im Fallen zum Abschluss. Die Kugel kullert ins Tor, das 2:0. Wahnsinn: Lukaku ist der erste Spieler, der in neun aufeinanderfolgenden Euro-League-Partien trifft.“

Der Kicker zieht in seiner Online-Ausgabe dieses Fazit: „Bayer Leverkusen hat mit 1:2 gegen Inter Mailand verloren und ist im Viertelfinale der Europa League als letzter deutscher Klub ausgeschieden. Die Italiener waren insgesamt das bessere Team und verzeichneten mehr Chancen. Gegen offensiv über weite Strecken zahnlose Bosz-Schützlinge machte am Ende Lukaku den Unterschied.“

Die Rheinische Post kommt zu einem ähnlichen Schluss: „Still stand niemand. Kerem Demirbay schlug sich noch einmal auf die Waden, um diese zu lockern, Kevin Volland ließ die Hüfte kreisen und Kai Havertz prüfte, ob sein Schuhwerk auch wirklich saß. Während die Hymne der Europa League durch die nahezu menschenleere Arena in Düsseldorf dröhnte, war den Profis von Bayer Leverkusen die Anspannung sichtbar anzumerken – und das auch in den 90 darauffolgenden Minuten. Gegen eine körperlich präsentere, abgezocktere Mannschaft von Inter Mailand zog die Werkself im Viertelfinale des Blitzturniers letztlich verdient den Kürzeren.“

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