
Die Rheinische Post hält fest: „Mission erfüllt: Nur ein Sieg hätte Bayer Leverkusen den Weg in die K.o.-Phase der Europa League geebnet – bei gleichzeitigem Remis zwischen Larnaka und Rasgrad. Die Konkurrenz tat der Werkself den Gefallen und trennte sich torlos, während das Team von Trainer Heiko Herrlich einen glanzlosen 1:0 (0:0)-Heimsieg feierte. Die Fans des FC Zürich gaben indes kein gutes Bild ab. Ein Böller, über dessen Legalität man wohl nur spekulieren kann, explodierte vor dem Anpfiff neben den Ordnern vor dem Gästeblock. Zudem wurden im Stadion immer wieder Rauchfackeln gezündet und in der Leverkusener Innenstadt rissen die Gäste aus der Schweiz im Vorfeld der Partie eine Bayer-04-Flagge von einem Fahnenmast. Unschön.“
Die Kölnische Rundschau fasst die Partie so zusammen: „Bayer brauchte gut 25 Minuten, um sich und einen Weg durch das Züricher Pressing zu finden. Weil dann aber Kohrs Versuch aus 17 Metern knapp am linken Pfosten vorbeistrich (29.), und der frei aufs Tor zustürmende Alario zu eigensinnig an FC-Keeper Yanick Brecher scheiterte (45.), ging das recht niveauarme Spiel vor nur 16 197 Zuschauern in der BayArena torlos in die Pause. Leverkusen konnte das bisschen Schwung zum Ende der ersten mit in die zweite Hälfte nehmen und bewegte sich mit Hilfe einer Standardsituation in Richtung Zwischenrunde. Nach einer Ecke von Julian Brandt rauschte Tin Jedvaj heran und traf per Kopf aus fünf Metern zur inzwischen verdienten Führung (60.). Ein Tor, das den Hausherren reichte, denn Zürich blieb bis auf einen Abschluss von Kevin Rüegg (61.) völlig harmlos.“
Der Kölner Stadt-Anzeiger bewertete die taktische Marschroute der Werkself so: „'Das vorrangige Ziel muss sein, dass wir weniger Gegentore bekommen', hatte Herrlich im Vorfeld erklärt. Naheliegend nach den jüngsten Ergebnissen im Eishockey-Stil: 2:3, 6:2, 5:0 und 1:4. … Zürich stand tief, weshalb Bayer 04 keinen Raum zum Kontern hatte. Weil Bayer 04 ebenfalls weiter die Inspiration fehlte, musste eine Standardsituation weiterhelfen. Die beste Ecke des Spiels, getreten von Brandt, und der beste Kopfball des Spiels, wuchtig beigesteuert von Tin Jedvaj, führten zum 1:0 (60.). Nach dem Rückstand trugen die Gäste etwas mehr zur Ansehnlichkeit des Spiels bei, ohne aber einen Sturmlauf zu starten. Die seltenen Angriffe wurden meist von Dragovic, der an diesem Abend ein ideales Grätsch-Timing gefunden hatte, robust unterbunden.“
Auch der Kicker befasste sich ausführlich mit der Taktik: „Herrlichs Variante mit drei defensiv orientierten Mittelfeldleuten (Aranguiz, Baumgartlinger, Kohr) hatte ihre Tücken. Vorteil: Bayer wirkte im Zentrum äußerst stabil und hatte wenig Mühe, die gegnerischen Angriffe abzuwehren. Das ging aber zu Lasten der Kreativität: Nach vorne tat sich die Werkself äußert schwer, spielte zu statisch, mit zu wenig Tempo und stellte die Zürcher, die gegen den Ball massiert im 5-4-1 die Räume verengten und mit einer durchaus kernigen Zweikampfführung auffielen, nicht wirklich vor Probleme. Weil auch die Schweizer, die viel mit langen Bällen operierten, offensiv nichts auf die Kette kriegten, blieb die Partie über weite Strecken recht ereignislos – und bot kaum echten Unterhaltungswert.“
In der Bild heißt es: „Trainer Heiko Herrlich (46) hatte schon vor dem Spiel gesagt, mit einem 1:0 könne er gut leben. Gesagt, getan! Das Spiel kommt nur langsam in Fahrt – in der ersten halben Stunde passiert nahezu nichts. Danach nutzt Leverkusen die wenigen Chancen nicht. Kurz vor der Pause (44.) vergibt Lucas Alario die bis dahin beste Chance. Die Erlösung für Leverkusen in der 60. Minute: Nach Ecke von Julian Brandt köpft Tin Jedvaj (22) den Ball zum 1:0 rein! Zahlt Jedvaj seinem Verein damit das Vertrauen zurück? Leverkusen hat mit ihm erst vor wenigen Tagen bis 2023 vorzeitig verlängert. Schon gegen Mönchengladach (5:0) im DFB-Pokal hatte Jedvaj getroffen!“
Die Rheinpfalz konstatiert: „Die Forderung von Trainer Heiko Herrlich nach mehr defensiver Kompaktheit, erfüllten die Bayer-Profis nach insgesamt 23 Toren in den vorherigen vier Pflichtspielen diesmal über weite Strecken. Dies ging jedoch zu Lasten des Offensivspiels, das Leverkusen beim 6:2 in Bremen oder dem 5:0 in Mönchengladbach noch so hervorragend zelebriert hatte. ... Bayer hatte zunächst viel Ballbesitz, kreierte aber erst nach knapp einer halben Stunde vielversprechende Angriffe. … Ein Spektakel, so wie es die letzten vier Leverkusener Spiele waren, bekam das Publikum bei weitem nicht geboten.“

Im vorletzten Testspiel der Saisonvorbereitung 2026/27 tritt die Werkself beim Premier-League-Klub Nottingham Forest an. Anpfiff ist am Mittwoch, 12. August, um 19.45 Uhr Ortszeit (20.45 Uhr deutscher Zeit). Die Bayer 04-Fanbetreuung hat vorab alle Infos zur Partie im City Ground, die der Werksklub exklusiv für Mitglieder überträgt, zusammengefasst.
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Villa Fiorito, River Plate, Ligue 1, WM-Finale und nun Bayer 04: Die bisherige Lebensgeschichte von Facundo Medina ist geprägt von besonderen Orten, Klubs, Spielen und Namen. Einer davon ist Diego Maradona, der wie Medina aus dem Süden von Buenos Aires stammte. Ein anderer ist Exequiel Palacios, sein früherer Weggefährte bei River Plate, der ihm noch jüngst bei der WM in Nordamerika von Bayer 04 vorschwärmte. Medina hat nun den Schritt in die Bundesliga gewagt und ist in dieser Woche als argentinischer Vizeweltmeister von Olympique Marseille unters Kreuz gewechselt. Es soll das nächste Erfolgskapitel seiner Karriere werden. Die neue Leverkusener Nummer 2 bringt dafür südamerikanische Mentalität und Leidenschaft, reichlich Erfahrung aus vielen Jahren Ligue 1 sowie eine spannende Geschichte mit ins Rheinland – und zu einem Klub, bei dem der 1,84 Meter große Linksfuß neben Palacios auch auf einige weitere bekannte Gesichter trifft.
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