Zurück zur Übersicht
19.04.2023Europa League

Gegner-Check: Saint-Gilloise will das Märchen fortschreiben

Nach dem 1:1 in der vergangenen Woche in Leverkusen empfängt Union Saint-Gilloise am Donnerstagabend, 20. April (Anstoß: 21 Uhr), die Werkself zum Viertelfinal-Rückspiel in Belgien. Der Tabellenzweite der Jupiler Pro League rechnet sich gegen Bayer 04 gute Chancen auf den Einzug ins Halbfinale aus, muss allerdings auf einen Stammspieler in der Verteidigung verzichten.
20230413_JS_B04_USG_0547.jpg

Mit dem 2:1-Sieg gegen den Tabellenletzten und bereits als Absteiger feststehenden RFC Seraing bewahrte sich Union Saint-Gilloise am vergangenen Wochenende in der Jupiler Pro League die Chance auf Platz eins. Allerdings ist der Tabellenzweite am kommenden Sonntag, dem letzten regulären Liga-Spieltag, dabei auf Schützenhilfe vom RSC Charleroi angewiesen. Der empfängt dann den mit zwei Punkten vor Saint-Gilloise platzierten Tabellenführer KRC Genk, während die Gelb-Blauen auswärts beim Tabellen-14. KV Kortrijk antreten müssen. Für die Meisterrunde, an der die vier bestplatzierten Teams teilnehmen, ist USG aber ohnehin längst qualifiziert.

Geraerts rotierte kräftig in der Liga

So konnte Trainer Karel Geraerts gegen Seraing auch problemlos etliche Stammspieler schonen, gönnte gleich sieben Akteuren, die beim 1:1 gegen die Werkself im Viertelfinal-Hinspiel in der Startelf gestanden hatten, eine Pause. In der Abwehr fehlten die ansonsten meist gesetzten Ismael Kandouss und Siebe Van der Heyden, das Fünfer-Mittelfeld baute Geraerts bis auf Kapitän Teddy Teuma komplett um und im Angriff verzichtete der Coach auf seinen Top-Stürmer Victor Boniface, der in Leverkusen zur 1:0-Führung der Belgier getroffen hatte – es war bereits sein sechstes Tor im laufenden Europa-League-Wettbewerb und insgesamt der elfte Treffer des Nigerianers in seinem 13. internationalen Saisonspiel. Boniface kam gegen Seraing erst in der 87. Minute noch zu ein paar Einsatzminuten. Auch die Mittelfeldspieler Lazare Amani und Loic Lapoussin wurden in der zweiten Hälfte noch eingewechselt. Gegen RFC Seraing hatte USG durch Tore von Simon Adingra und Yorbe Vertessen bereits zur Pause mit 2:0 geführt, brachte den Dreier dann trotz eines frühen Gegentreffers im zweiten Durchgang nach Hause.

Das Spiel fand vor 4.886 Zuschauern in der Liga-Heimspielstätte von USG, dem alten Stadion Joseph Marien statt. Gegen die Werkself muss Saint-Gilloise wie bereits zuvor im Achtelfinale gegen den 1. FC Union Berlin in den Lotto Park von Lokalrivale RSC Anderlecht ausweichen, weil das eigene Stadion nicht den UEFA-Richtlinien entspricht und schlicht zu klein ist.

Dass die USG-Fans auch den Lotto Park in einen Hexenkessel verwandeln können, haben sie beim 3:0 gegen die Eisernen bewiesen. Auch die Werkself muss sich am Donnerstagabend auf eine besondere Atmosphäre gefasst machen. Schon in der BayArena hatten die rund 2.300 Anhänger des belgischen Traditionsklubs ordentlich Stimmung gemacht. Natürlich auch, weil ihr Team der Werkself einen Kampf auf Augenhöhe bot. „Auswärts gegen diese Mannschaft zu spielen, die die letzten sieben Spiele gewonnen hat, auch gegen Bayern München, war nicht einfach“, gestand Karel Geraerts und ergänzte: „Wir können in meinen Augen stolz darauf sein, mit einem Remis nach Hause zu fahren.“ Für die belgische Zeitung „De Standaard“ ist der USG-Coach „ein Zauberer – und das gleich in seinem ersten Jahr als Cheftrainer“. Mit ihm gehe „das Märchen von Union in Europa weiter“.

„Kein schlechtes Ergebnis gegen ein gutes Team“

Geraerts' Mannschaft war auch in Leverkusen der erwartet unangenehme Gegner, machte der Werkself das Leben über 90 Minuten extrem schwer. Saint-Gilloise überzeugte als Kollektiv, bot taktisch eine höchst disziplinierte Leistung, ließ Schwarz-Rot kaum Räume und sorgte selbst immer wieder über die Aktivposten Teddy Teuma, Yorbe Vertessen und vor allem Victor Boniface für Gefahr. Dessen Führungstreffer kurz nach dem Seitenwechsel glich Florian Wirtz erst in der 82. Minute aus. „Wir sind hierher gekommen, um zu gewinnen, deshalb sind wir ein bisschen enttäuscht, vor allem, weil wir in Führung lagen“, sagte Boniface nach dem Abpfiff, gab sich mit Blick auf das Rückspiel aber dennoch optimistisch: „Ein Unentschieden ist kein schlechtes Ergebnis gegen eine so gute Mannschaft.“

Im Rückspiel gegen die Werkself wird Geraerts mit Sicherheit wieder zurück rotieren lassen. Allerdings muss er am Donnerstag auf den niederländischen Abwehrspieler Siebe Van der Heyden verzichten, der wegen einer Gelbsperre fehlen wird. Für ihn könnten der Japaner Koki Machida oder der Engländer Ross Sykes in die Dreierkette rücken.

Ähnliche News

Bayer 04-Logo
Bayer 04 - 01.10.2026

Nach Pyrotechnik-Missbrauch in Elversberg und gegen Union Berlin: 12.000 Euro Geldstrafe für Bayer 04

Bayer 04 Leverkusen ist vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wegen unsportlichen Verhaltens von Teilen seines Anhangs während der Bundesliga-Auftaktpartie bei der SV 07 Elversberg sowie im Rahmen des Heimspiels gegen den 1. FC Union Berlin zu Geldstrafen von insgesamt 12.000 Euro verurteilt worden. Bis zu 4.800 Euro der Summe kann der Werksklub für eigene sicherheitstechnische oder gewaltpräventive Maßnahmen aufwenden.

Mehr zeigen
Ticket-Infos für das Europa-League-Heimspiel gegen Olympique Marseille
Europa League - 01.10.2026

Tickets für das UEL-Heimspiel gegen Olympique Marseille

Im Rahmen des 4. Spieltags der Ligaphase der UEFA Europa League 2026/27 empfängt Bayer 04 den französischen Topklub Olympique Marseille in der BayArena. Die Partie steigt am Donnerstag, 5. November, um 21 Uhr. Alle Infos zum Ticketverkauf.

Mehr zeigen
Ticket-Infos
Bayer 04 - 01.10.2026

Ticket-Überblick für die Spiele von Bayer 04

Ein Überblick über die aktuellen Ticket-Verkäufe der Heim- und Auswärtsspiele von Bayer 04 in der Saison 2026/27.

Mehr zeigen
Rudi Vollborn
Bayer 04 - 01.10.2026

„Rudi erzählt…“: Vollborn über Highlights aus dem Oktober

Rüdiger Vollborn ist seit 40 Jahren im Klub, mit 401 Bundesliga-Einsätzen der Rekordspieler des Klubs und hat als einziger Bayer 04-Profi sowohl den UEFA-Cup (1988) als auch den DFB-Pokal (1993) gewonnen. Und auch nach seiner beeindruckenden Profi-Karriere blieb der gebürtige Berliner dem Werksklub weiter erhalten, arbeitete fortan neun Jahre als Torwarttrainer. Inzwischen ist Vollborn unterm Bayer-Kreuz als Fanbeauftragter und Klub-Archivar tätig. Seit Februar 2021 nimmt das personalisierte schwarz-rote Lexikon die Werkself-Fans in der Rubrik „Rudi erzählt...“ monatlich mit auf eine kleine Reise in die Geschichte von Bayer 04.

Mehr zeigen
Gemeinsames Training der U17 mit dem japanischen U17-Auswahlteam
Jugend - 30.09.2026

Austausch über den Fußball hinaus: Japanisches U17-Auswahlteam zu Gast in Leverkusen

Besondere Gäste im Rahmen einer besonderen Maßnahme: Der Nachwuchsbereich von Bayer 04 begrüßte Anfang der Woche ein U17-Auswahlteam der J.LEAGUE, der höchsten japanischen Fußball-Liga. Neben den Spielern sowie dem Trainerteam und Staff reiste auch der frühere Werkself-Cheftrainer Roger Schmidt, heute Global Sports Director der J.LEAGUE, nach Leverkusen. Vor Ort standen unter anderem ein gemeinsames Training mit sowie ein Testspiel gegen die U17 von Bayer 04 auf dem Programm.

Mehr zeigen