Die Abfahrt mit dem Mannschaftsbus aus der Leverkusener BayArena in Richtung Flughafen Köln/Bonn wurde am Freitagmorgen auf den ersten Metern zu einer höchst emotionalen Angelegenheit: Mehr als 1.000 Fans und Mitarbeiter von Bayer 04 hatten sich entlang der Bismarckstraße aufgestellt, um der Werkself für das Finale gegen den Rekordpokalsieger (Anstoß: 20 Uhr/live in der ARD, bei Sky und im Werkself Radio auf bayer04.de) ihre Unterstützung mit auf den Weg zu geben. Auf der Straße war in roten Lettern zu lesen: „Leverkusen steht hinter euch“.
Lars Bender und seine Teamkollegen waren sichtlich angetan von den Momenten vor der BayArena. „Es ist eine ungewöhnliche Situation. Normalerweise fiebert man nicht nur dem Spiel entgegen, sondern auch der besonderen Atmosphäre in Berlin – mit all den Fans. Das bleibt in diesem Jahr leider aus. Dementsprechend wollten unsere Fans uns nochmal mit auf den Weg geben, dass sie hinter uns stehen. Das war ein schönes Zeichen“, so der Kapitän. „Spätestens ab dem Moment war auch dem Letzten klar, um was es in diesem Finale geht!“
Man merke, so Bender weiter, „in der Stadt, im Verein, bei den Mitarbeitern und bei den Spielern, dass alle nach einem Titel lechzen. Und darauf haben wir dieses Jahr die Möglichkeit. Wir nehmen durch unsere Fans ein gutes Gefühl mit nach Berlin.“ Während es für die Werkself erst der zweite Pokalsieg wäre, haben die Bayern am Samstag die Möglichkeit, den „Pott“ zum 20. Mal zu gewinnen.
Cheftrainer Peter Bosz bedauerte es auch, dass wegen der Coronavirus-Pandemie keine Fans im Stadion sein werden. Doch der Niederländer stellte auch klar: „Wir stehen nicht jedes Jahr im Finale. Das Spiel ist für die Fans und den gesamten Verein sehr wichtig. Wir wollen gewinnen.“ Das sieht Lars Bender ähnlich: „Für mich ist es das erste Finale auf nationaler Ebene. Und klar ist auch, dass jeder ein Finale gewinnen will. Wir spielen alle Fußball, um etwas zu gewinnen.“
Für die Mission, den ersten Titel seit dem DFB-Pokalsieg 1993 an die Dhünn zu holen, müssen Bosz und sein Trainerteam neben Linksverteidiger Daley Sinkgraven auch auf Paulinho verzichten. Der 19-jährige Brasilianer riss sich in dieser Woche im Training das rechte vordere Kreuzband und wird einige Monate ausfallen. „Das ist sehr schade“, betonte Bosz, verkündete aber auch: „Paulinho wurde heute bereits erfolgreich operiert.“
Die Leverkusener sind nur eines von zwei Teams, das die Münchner in dieser Bundesliga-Spielzeit besiegen konnte. Im November entführte die Werkself dank eines 2:1-Erfolgs in der Allianz Arena drei Punkte aus der bayerischen Landeshauptstadt. Doch Gedanken an dieses Duell oder etwa das Rückspiel (2:4) will Bosz nicht verschwenden. „Das ist morgen ein Finale, ein ganz besonderes Spiel. Das hat rein gar nichts mit den Partien aus der Liga zu tun“, so der 56-Jährige.
Wobei sich an der grundsätzlichen Herangehensweise der Werkself wenig ändern wird. „Wir haben eine Mannschaft, die sehr offensiv aufgestellt ist“, so der Niederländer. „Wir werden auch morgen wieder auf unser eigenes Spiel schauen.“
Dass es ein echtes Spitzenspiel sein wird, lässt die Rückrunden-Tabelle erahnen. Demnach trifft nämlich die drittbeste Mannschaft der zweiten Saisonhälfte, die Werkself, auf das beste Team, den FC Bayern, der nach der Winterpause 16 von 17 Spielen gewonnen hat. Der Respekt vor dem Rekordmeister und Rekordpokalsieger ist groß, aber Bayer 04 glaubt an seine Chance. „Alles ist machbar“, sagte der Trainer. „Aber es hängt von uns ab. Wir werden alles versuchen.“
Weitere Infos zur Partie:
Übertragung: ARD, Sky und Werkself Radio (bayer04.de)
Schiedsrichter: Der Unparteiische wird am Tag des Spiels bekanntgegeben

Ein Überblick über die Ticket-Verkäufe zu den Heim- und Auswärtsspielen der Werkself in allen Wettbewerben.
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Zweiter Sieg im zweiten Heimspiel: Am 3. Spieltag der Hauptrunde in Liga A der DFB-Nachwuchsliga hat die U19 von Bayer 04 den 1. FC Nürnberg 2:0 (0:0) bezwungen. Jeremiah Mensah (69.) per Strafstoß sowie Axel Tape (72.) nach einem sehenswerten Sololauf erzielten die Tore für das Team von Trainer Kevin Brok, dessen Mannschaft nach drei Spieltagen nun sieben Punkte auf dem Konto hat.
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Nach dem 2:0-Sieg bei Olympiakos Piräus wartet am Samstagnachmittag, 21. Februar (Anstoß: 15.30 Uhr), in Berlin-Köpenick wieder der Bundesliga-Alltag auf die Werkself. Dort treffen Leverkusener, die gerne die Spielkontrolle an sich reißen, auf einen 1. FC Union Berlin, der lieber gegen den Ball arbeitet und schnell umschaltet. Entsprechend liegen den Eisernen eigentlich spielstarke Top-Teams, in 16 Partien gewannen die Berliner jedoch erst einmal gegen Schwarz-Rot. Zudem kann die zuletzt starke Werkself-Defensive die fünfte Weiße Weste des Kalenderjahres sammeln, muss aber insbesondere bei Standards höllisch aufpassen. Die Kurzpässe.
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Nach zuletzt sechs Siegen aus sieben Spielen will die Werkself ihre Erfolgsserie in der Hauptstadt beim 1. FC Union Berlin fortsetzen. Trainer Kasper Hjulmand sprach im Vorfeld der Partie am Samstag, 21. Februar (Anstoß: 15.30 Uhr) über das Defensivpersonal, die kurze Vorbereitungszeit und die Platzverhältnisse im Stadion An der Alten Försterei.
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