Im Vergleich zum 1:1 gegen den SC Freiburg sah sich Peter Bosz auf zwei Positionen zum Wechseln gezwungen: Mitchell Weiser fiel mit Bänderriss - wie auch für die gesamte restliche Hinrunde - aus und wurde auf der Rechtsverteidigerposition von Panagiotis Retsos ersetzt, der damit sein Startelf-Debüt in der Königsklasse feierte. In der Offensive kam der in der Liga zuletzt gesperrte Leon Bailey für den in der Champions League gesperrten Nadiem Amiri zum Einsatz, Moussa Diaby rückte auf die Zehn.
Bei eisigen Temperaturen in der russischen Hauptstadt musste die Werkself eine frühe Schrecksekunde überstehen: Charles Aránguiz musste verletzt an der Seitenlinie behandelt werden und die Hausherren nutzten die daraus resultierende Überzahl zu einem Treffer durch Aleksey Miranchuk (7.). Etwas Glück für Bayer 04: Der russische Angreifer stand dabei im Abseits. Die Werkself benötigte etwas Zeit, um im wahrsten Sinne des Wortes auf Betriebstemperatur zu kommen. Bestens symbolisiert wurde dies durch Lukas Hradecky, der einen Schuss von Krychowiak nicht festhalten konnte, die Kugel aber noch vor der Linie sicherte (10.).
So benötigte Bayer 04 eine Standardsituation, um im Spiel anzukommen - und gleich in Führung zu gehen: Eine Ecke von Kerem Demirbay konnte Moskau nicht klären, Eder schoss Zhemaledtinov an und der Ball flog zur Werkself-Führung in die Maschen (11.). Die kuriose Eigentor-Statistik setzt sich damit fort: Bereits zum siebten Mal in dieser Saison profitierte die Werkself von einem Selbsttor des Gegners, fünf der letzten acht Treffer in der Champions League fielen auf diese Weise.
Mit der Führung im Rücken kam Bayer 04 besser in die Partie. Moskaus Keeper Guilherme drehte einen Freistoß von Kerem Demirbay um den Pfosten (15.) und packte bei einem Distanzhammer von Moussa Diaby fest zu (22.). Die größte Tat der ersten Hälfte zeigte jedoch Guilhermes Gegenüber: Nach reichlich Gestocher im Leverkusener Strafraum stand Anton Miranchuk plötzlich völlig frei vor Lukas Hradecky, der mit einem überragenden Reflex den sicher geglaubten Ausgleich verhinderte - eine Wahnsinssparade des Finnen (26.)! Doch auch Guilherme konnte sich noch einmal auszeichnen: Nach hervorragendem Steckpass von Kevin Volland trennte Moskaus Schlussmann den durchgebrochenen Leon Bailey in letzer Sekunde fair vom Ball (34.).
Die Werkself war nun die insgesamt gefälligere wenn auch bei weitem nicht überlegene Mannschaft. Karim Bellarabi streichelte den Ball nach feiner Außenrist-Vorlage von Leon Bailey knapp daneben (40.), auf der Gegenseite zischte ein Distanzschuss von Eder vorbei (41.). Quasi mit dem Pausenpfiff hatten die mitgereisten Bayer-04-Fans dann noch einmal den Torschrei auf den Lippen: Nach klasse Vorarbeit von Leon Bailey konnte Guilherme einen Schuss von Moussa Diaby nur abklatschen, Kevin Volland schaffte es im Nachsetzen jedoch nicht, die Kugel aus spitzem Winkel über die Linie zu befördern und verpasste so das mögliche 2:0 zur Halbzeit (45.+2).
Dem Spielstand entsprechend nahm Peter Bosz zum zweiten Durchgang einen Wechsel vor und brachte mit Julian Baumgartlinger eine zusätzliche Absicherung in die Partie, Leon Bailey blieb in der Kabine. Moussa Diaby übernahm dessen linke Seite, Kerem Demirbay rückte auf die Zehn. Durch diesen Schachzug bekam Bayer 04 mehr Ballsicherheit im Mittelfeld und konnte das Geschehen zunehmend kontrollieren. Konsequenz: das 2:0. Nach einem zunächst abgewehrten Freistoß hob Charles Aránguiz den Ball butterweich zurück in den Moskauer Strafraum - und dort entdeckte Sven Bender seine Torjägerqualitäten: In halblinker Position traf der Innenverteidiger seine Volley-Abnahme perfekt und setzte sie unwiderstehlich in den rechten Knick - ein herrlicher Treffer (54.).
Der Werkself gab dieser Treffer weiter Auftrieb. Die Bosz-Elf bestimmte nun das Geschehen und hielt den Ball clever weg vom eigenen Tor, die Russen griffen immer häufiger zu Foulspielen, um den sauberen Spielfluss der Gäste zu unterbrechen. Gefährlich vor dem Leverkusener Gehäuse wurde es erst in der Schlussphase wieder: Jonathan Tah konnte einen Abschluss von Eder noch entscheidend abfälschen, Lukas Hradecky schnappte sich die Kugel (74.), einige Minuten später parierte der Finne im Tor der Werkself einen Kopfball des eingewechselten Kulikov (82.). Moskau versuchte jetzt noch einmal alles, selbst ein einziges Tor hätte den Russen schon weitergeholfen - doch auch die letzte Druckphase der Hausherren überstand Bayer 04 schadlos: Der ebenfalls eingewechselte Smolov konnte eine Hereingabe von Barinov nicht mehr über die Linie drücken (85.), Lukas Hradecky brachte einen Arm an den Abschluss von Aleksey Miranchuk (89.).
Zumindest ein wenig musste die Werkself gegen Ende also nochmal zittern, doch am Ende stand die Null - trotz des gegen Ende nicht wirklich gefährdeten Sieg ein enorm wichtiges Detail, denn durch das 2:0 hat Bayer 04 nun den direkten Vergleich mit Moskau gewonnen und kann im letzten Gruppenspiel von den Russen nicht mehr eingeholt werden. Platz drei und damit das Sechzehntelfinale der Europa League im neuen Jahr ist damit sicher. Unter Umständen kann die Werkself sogar noch ins Achtelfinale der Champions League einziehen, sollte Atletico Madrid am letzten Spieltag gegen Moskau nicht gewinnen und die Werkself ihr Spiel gegen Juventus Turin am 11. Dezember (21 Uhr) siegreich gestalten. Zunächst wartet jedoch ein weiteres europäisches Spitzenteam auf Bayer 04, am kommenden Samstag (18.30 Uhr) gastieren Sven Bender & Co. beim FC Bayern München.
Die Statistik:
Lokomotive Moskau: Guilherme - Ignatyev, Corluka, Höwedes, Rybus - Barinov, Krychowiak - Zhemaledtinov (65. Kulikov), Al. Miranchuk, An. Miranchuk - Eder (77. Smolov)
Bayer 04: Hradecky – Retsos, Tah, S. Bender, Wendell – Aránguiz, Demirbay (90. L. Bender) – Bellarabi (77. Alario), Diaby, Bailey (46. Baumgartlinger) – Volland
Tore: 0:1 Zhemaledtinov (11., Eigentor), 0:2 S. Bender (54.)
Schiedsrichter: Michael Oliver (England)
Gelbe Karten: Höwedes, Ignatyev, Corluka, Barinov - Wendell
Zuschauer: 25.757
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