Die erste halbe Stunde der Begegnung gehörte klar den Münchnern, deren Führung durch Süle (18.) zwar aus einer Leverkusener Fehlerkette nach einem Eckball resultierte, aber zweifellos den Spielanteilen entsprach. Mit dem Ausgleich, für den Bayerns Thomas Müller mit einem Eigentor nach einem Freistoß von Kerem Demirbay verantwortlich zeichnete (36.), kippte das Spiel aber in eine gänzlich andere Richtung. Bis zur Pause spielten nur noch die Gäste, die Chancen im Minutentakt erwirkten und bei einem Pfostenschuss von Amine Adli, einer weiteren hochkarätigen Gelegenheit des Franzosen sowie einer hundertprozentigen Schusschance für Charles Aránguiz mehrfach die Führung auf dem Fuß hatten. Nach dem Wechsel gelang es Bayer 04 mit vereinten Kräften, den Gastgebern kaum noch Möglichkeiten zu gestatten. Und kurz vor Schluss hatte Jeremie Frimpong, der vom niederländischen Verband für die Länderspiele gegen Dänemark (26.3.) und Deutschland (29.3.) erstmals in den vorläufigen Kader der A-Nationalmannschaft berufen wurde, auch die letzte Gelegenheit auf einen Treffer. HIER geht’s zum ausführlichen Spielbericht.
Einen Punkt gewonnen oder zwei Zähler liegen gelassen? Gar nicht so einfach zu beantworten aus Leverkusener Sicht nach dem Gipfeltreffen in München. „Ich denke, es ist eine Mischung aus beidem“, sagte Kerem Demirbay, „wenn wir unsere Chancen nutzen, gewinnen wir das Spiel – vor allem, weil wir defensiv sehr gut gestanden hatten. Auch wenn man gegen einen Gegner mit dieser brutalen Qualität natürlich nicht alles verhindern kann. Aber man hat gesehen, dass wir insgesamt gewachsen und reifer geworden sind.“ Kapitän Lukas Hradecky gewichtete das Geschehen ähnlich: „Grundsätzlich darf man nicht unzufrieden sein, wenn man in München punktet, obwohl wir am Ende sicher die Mannschaft mit den besseren Chancen waren. Bayern hatte Dominanz und mehr Ballbesitz, aber die Jungs haben sich in alle Duelle geschmissen und den Punkt verdient erkämpft.“ Gerardo Seoane sprach von „schwachen ersten 30 Minuten, weil wir etwas gebraucht haben, um uns im neuen System zurechtzufinden“. Der Trainer verteilte aber „ein Kompliment an die Mannschaft. Leider waren wir nicht effektiv genug, um das zweite Tor zu machen“. Sport-Geschäftsführer Rudi Völler konnte alles in allem „wunderbar mit dem Punkt leben“.
Amine Adli hätte zum Man of the Match avancieren können, wenn er im Abschluss mehr Glück und Ruhe gehabt hätte. Gleich dreimal tauchte der 21-jährige Franzose allein vor Ulreich auf: Beim ersten Mal setzte er den Ball am langen Eck vorbei (8.), beim zweiten Versuch hatte er den Bayern-Keeper schon umkurvt, traf statt des verlassenen Tores aus spitzem Winkel aber nur den Pfosten (42.), ehe ihm schließlich – schön freigespielt von Kerem Demirbay – die Präzision beim Schlenzer abging (43.). Ansonsten standen bei Bayer 04 auch zwei Profis im Blickpunkt, obwohl sie gar nicht oder nur kaum auf dem Platz standen. Der Iraner Sardar Azmoun, in der Winterpause von Zenit St. Petersburg verpflichtet, wurde kurz vor Schluss eingewechselt und feierte seine Bundesliga-Premiere. Julian Baumgartlinger erlebte das Spiel komplett von der Bank aus – was für den 34-Jährigen nach überstandener Verletzung am Kreuzband aber auch schon eine schöne Sache war, weil er erstmals seit dem 2. Spieltag im August des vergangenen Jahres wieder zum Kader gehörte.
Zahlen sprechen eben auch nicht immer eine klare Sprache. So weist die Spielstatistik in der Kategorie „Torschüsse“ zwar eine deutliche Überlegenheit der Münchner von 19 zu 9 aus, bei den klaren Chancen indes wäre die Wertung gewiss zu Gunsten der Leverkusener ausgefallen. In den anderen Punkten gab es keine Zweifel an der Dominanz der Bayern, die sowohl beim Ballbesitz (69 zu 31 Prozent), als auch in der Zweikampf- (56 zu 44 Prozent) und Pass-Quote (88 zu 74 Prozent) die Nase vorn hatten. Vorn hatte die Münchner auch jemand erwartet, der sowohl 04 Jahre für die Werkself (113 Spiele zwischen 1998 und 2002) wie auch für den Rekordmeister (110 Spiele zwischen 2002 und 2006) gespielt hat: Ze Roberto war zu Gast in der Allianz Arena und hatte einen 3:1-Sieg der Hausherren prognostiziert.
Neben den rein sportlichen Aspekten finden in den Medien auch die Solidaritätsbekundungen beider Mannschaften und Fans zur Ukraine Erwähnung. „Im Mittelkreis lag vor Anpfiff ein Plakat, auf dem ,Beendet den Krieg!' stand, zudem trug das Schiedsrichter-Gespann Binden in Blau und Gelb“, schreibt etwa die Welt am Sonntag. Bei der Gewichtung des Resultats wählt die Bild am Sonntag diese Sichtweise: „Bayern verliert 1:1, Leverkusen gewinnt 1:1.“ Der Kölner Express derweil sah „Leverkusen in München ganz nah am Sieg“. „Bayer kann mit dem Punkt sicher besser leben als die Bayern“, attestiert die Rheinische Post (Online-Ausgabe). Der Kölner Stadt-Anzeiger bewertet drei Bayer 04-Spieler mit der Note 2,5: Jonathan Tah („solide in der Luft und am Boden“) sowie Edmond Tapsoba und Charles Aránguiz („beide mit vielen klärenden Aktionen“).
Bayer 04 hat in einer Englischen Woche zwei hochinteressante Duelle vor der Brust. In der Europa League ist die Werkself am Donnerstag, 10. März, in der Lombardei bei Atalanta Bergamo gefordert, das Achtelfinal-Hinspiel wird um 21 Uhr angepfiffen. Drei Tage später steht in der Bundesliga ein ganz besonderes Heimspiel an: Die Leverkusener erwarten am Sonntag, 13. März, um 15.30 Uhr den 1. FC Köln zum Derby in der BayArena.
Bum-kun Cha verletzt, 0:2-Rückstand nach 15 Minuten – doch dann kommt Falko Götz und leitet 1985 für die Werkself im Duell beim SV Werder Bremen die Wende ein...
Mehr zeigenDie UEFA Champions League 2025/26 steht in den Startlöchern: Vor der Auslosung am Donnerstagabend, 28. August, in Monaco (18 Uhr/im Livestream im ZDF, uefa.com, Sky Sport News HD und auf DAZN) informiert bayer04.de über die möglichen Gegner, Modus-Änderungen, TV-Übertragungen und Spieltermine.
Mehr zeigenAm 3. Spieltag der Bundesligasaison 2025/26 empfängt die Werkself Eintracht Frankfurt in der BayArena. Anpfiff ist am Freitag, 12. September, um 20.30 Uhr. Alle Infos zum Ticket-Verkauf.
Mehr zeigenRekordkulisse für die Bayer 04-Frauen in München – und die Fans können ihr Team gemeinsam vor dem TV anfeuern. Anlässlich des Eröffnungsspiels der Google Pixel Frauen-Bundesliga am Samstag, 6. September (Anstoß: 17.45 Uhr), veranstaltet der Werksklub eine Watchparty in der Schwadbud. Während die Mannschaft von Trainer Roberto Pätzold vor über 45.000 Zuschauern in der Allianz Arena beim FC Bayern München antritt, können die Anhänger auch aus der Heimat für lautstarken Support sorgen. Unter allen Teilnehmern wird obendrein ein hochkarätiger Preis verlost.
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