
Mit dem einen Zähler konnten die Leverkusener dennoch gut leben. „Wir sind immer positiv geblieben, auch nach dem Rückstand und als wir einige Chancen vor der Pause vergeben haben. Wir haben vorher gesagt, dass wir heute leiden müssen. Das haben wir bis zum Schluss gtean, aber wir haben es als Mannschaft gut hingekriegt“, betonte Jonathan Tah. Kerem Demirbay sagte zum Tor zum 1:1: „Der Ausgleich hat uns definitiv ganz viel Energie und einen Push gegeben.“
Chefcoach Gerardo Seoane nahm drei Umstellungen im Vergleich zum 3:0-Erfolg in der Vorwoche gegen Arminia Bielefeld vor. Für Lucas Alario, Exequiel Palacios und Paulinho (allesamt auf der Bank) rückten Amine Adli, Kerem Demirbay und Piero Hincapie in die Startelf. Damit einher ging bei der Werkself auch ein Systemwechsel auf ein 3-4-3 ohne echten Neuner. Der iranische Neuzugang Sardar Azmoun stand erstmals im Kader, Robert Andrich hingegen gehörte wegen einer Reizung im Knie nicht zum Aufgebot. Verletzt fehlten zudem Patrik Schick, Karim Bellarabi und Andrey Lunev. Dafür höchst erfreulich: Erstmals seit dem 2. Spieltag im August des vergangenen Jahres zählte Julian Baumgartlinger nach überstandener Kreuzband-Verletzung wieder zum Team.
„Wir brauchen eine Top-Leistung, nur eine gute wird nicht reichen“, hatte Gerardo Seoane vor dem Duell beim Rekordmeister gesagt und die Seinen sowohl auf eine konsequente Verteidigung als auch auf mutige Aktionen in der Offensive eingeschworen. Die Bayern ergriffen zeitig die Initiative und versuchten die Werkself sofort unter Druck zu setzen. Auf der anderen Seite waren aber auch die Leverkusener bemüht, den Gegner früh zu stellen und die Münchner in ihrem Kombinationsfluss zu beschneiden. Auch der erste Abschluss ging auf das Konto der Gäste: Charles Aránguiz klaute Musiala listig die Kugel vom Fuß und setzte Amine Adli ein, doch der Linksschuss des Franzosen flog ein gutes Stück am langen Eck vorbei ins Aus (8.).

Die Bayern näherten sich nach einer guten Viertelstunde erstmals gefährlich an. Lewandowskis Schuss aus der Drehung nach einer Freistoß-Variante wurde von Müller noch ins Toraus abgefälscht (16.), der folgende Volley von Müller bereitete Lukas Hradecky keine Probleme (17.). Unmittelbar danach aber die Führung der Hausherren: Nach einem Eckball vermochte Aránguiz zunächst noch per Kopf auf der Linie zu klären, doch danach wurden sich Hincapie und Tah am Fünfer nicht einig, Niklas Süle kam unverhofft zum Schuss und traf zum 1:0 (18.). Der Treffer zeigte Wirkung, Bayer 04 hatte in der Folge alle Mühe, sich der Angriffe des Meisters zu erwehren. Die Werkself fand keinen rechten Zugriff und verlor in dieser Phase zu schnell die Bälle. Nach einem rasanten Konter der Münchner zog Gnabry ab, der Ball flog knapp am langen Eck vorbei (28.).
Wie es gehen könnte, demonstrierten die Leverkusener kurz darauf. Nach einem entschlossenen Angriff landete der Ball über Jeremie Frimpong bei Florian Wirtz, Pavard ging gerade noch dazwischen und hätte beinahe auf Kosten eines Eigentores gerettet (33.). Das allerdings unterlief den Bayern tatsächlich wenige Minuten später. Nach einem Freistoß von Kerem Demirbay, mit links von rechts getreten, sprang Thomas Müller vor dem fangbereiten Torhüter Ulreich in den Ball und verlängerte ihn ins Netz zum Ausgleich – 1:1 (36.).
Und die Werkself, die das Spiel nun klar kontrollierte, hätte sogar zwingend mit einer Führung in die Pause gehen müssen. Adli hatte nach einem Fehler von Upamecano Bayern-Torhüter Ulreich schon umkurvt, setzte den Ball aus spitzem Winkel aber nur an den Pfosten des verlassenen Münchner Gehäuses (42.). Eine Minute später lief erneut Adli allein auf Ulreich zu, schlenzte aber am langen Eck vorbei (43.). Nicht mal 60 Sekunden darauf ging Frimpong rechts durch und legte nach innen, doch Ulreich parierte den Versuch von Aránguiz, danach wurde Adli im Strafraum noch geblockt – diese Szene hatte fast schon etwas von Scheibenschießen (43.). Das Remis zur Pause war jedenfalls richtig schmeichelhaft für die Bayern.

Die zweite Hälfte begann so, wie die erste geendet hatte: mit einer Möglichkeit für die Gäste. Über Wirtz landete der Ball bei Adli, doch Pavard bekam noch ein Bein dazwischen (46.). Auf der Gegenseite machte sich Hradecky ganz lang und fischte einen platzierten Flachschuss von Musiala aus dem bedrohten Eck (47.). Auch den Volley von Lewandowski packte sich der Finne sehr sicher (50.). Es war jetzt eine hochintensive Auseinandersetzung, mit den besseren Gelegenheiten für die Werkself: Adli setzte sich robust gegen Süle durch, doch Wirtz drückte den Ball am kurzen Pfosten nur ans Außennetz (56.). Die Leverkusener waren seit dem Ausgleich mindestens auf Augenhöhe mit den Bayern, die sich durchaus beeindruckt zeigten.
Ein Kopfball von Richards strich am langen Eck vorbei (61.). Die Bayern brachten Sané und Sabitzer und stellten auf Dreierkette zum. Sabitzer ging aus abseitsverdächtiger Position allein auf Hradecky zu, der aber stark mit dem Fuß parierte (62.). Seoane brachte Palacios für Adli (70.), bei den Münchnern kam Choupo-Moting als zweiter Zentrumsstürmer neben Lewandowski, der einen Kopfball deutlich neben das Tor platzierte (79.). Die Bayern erhöhten noch einmal die Schlagzahl und nisteten sich in der Leverkusener Hälfte ein. Odilon Kossounou kam für den gelb-rot-gefährdeten Bakker (82.).

Die Werkself fand noch einmal Kraft zu einem starken Konter über Moussa Diaby, dessen Hereingabe Wirtz verpasste, ehe Frimpong bei seinem Schuss an Ulreich scheiterte (87.). Sardar Azmoun löste Diaby ab und kam zu seinem Bundesliga-Debüt, Alario kam zudem für Wirtz (89.). Es gab drei Minuten Nachspielzeit, aber keine weiteren Chancen mehr. Unter dem Strich stand ein hochverdienter Punktgewinn für die Werkself.
Für Bayer 04 geht es mit einer Englischen Woche weiter. Am Donnerstag, 10. März, tritt die Werkself im Hinspiel der Europa League bei Atalanta Bergamo an (Anstoß: 21 Uhr). In der Bundesliga folgt am Sonntag, 13. März, um 15.30 Uhr in der BayArena das Derby gegen den 1. FC Köln.
Die Statistik
Bayern: Ulreich – Pavard, Süle, Upamecano, Richards (61. Sabitzer) – Kimmich, Musiala – Gnabry (74. Choupo-Moting), Müller (61. Sané), Coman (86. Sarr) – Lewandowski
Bayer 04: Hradecky – Tah, Tapsoba, Hincapie – Frimpong, Aránguiz, Demirbay, Bakker (82. Kossounou) – Diaby (89. Azmoun), Wirtz (89. Alario), Adli (70. Palacios)
Tore: 1:0 Süle (18.), 1:1 Müller (36./Eigentor)
Schiedsrichter: Siebert (Berlin)
Gelbe Karten: Coman – Bakker, Demirbay
Zuschauer: 25.000

Bayer 04-Rekordspieler Rüdiger Vollborn lädt zu einem weiteren Abend der beliebten Veranstaltungsreihe „Rudi lädt ein“: Am Dienstag, 10. November, richtet sich der Blick in Zusammenarbeit mit der Bayer AG auf die Zeit des Nationalsozialismus. Im Mittelpunkt stehen der Fußball, Bayer 04 und die Stadt Leverkusen.
Mehr zeigen
Erfolgreicher Wiederauftakt nach der Länderspielphase: Während die U19 von Bayer 04 dank eines 3:1-Erfolgs gegen Alemannia Aachen weiterhin ohne Punktverlust an der Tabellenspitze ihrer Gruppe thront, hat sich die U17 mit einem 3:0 gegen den FC Viktoria Köln dem Top-Trio ihrer Gruppe weiter angenähert. Derweil bezwang die U13 den MSV Duisburg deutlich und will den Schwung mit ins anstehende Derby gegen den 1. FC Köln nehmen – das Nachwuchs-Wochenende im Überblick.
Mehr zeigen
Bayer 04 Leverkusen hat mit der Extreme Networks GmbH einen neuen Netzwerk-Partner für sich gewonnen. Der führende Anbieter von KI-gestützter Netzwerkautomatisierung einigte sich mit dem Bundesligisten auf eine Kooperation über fünf Jahre bis zum 30. Juni 2031. Dabei wird die bisherige Wi-Fi-5-Infrastruktur des Klubs durch mehr als 400 Wi-Fi-7-Access-Points ersetzt, die speziell auf die Anforderungen eines Stadions mit hoher Nutzerdichte ausgelegt sind. Ziel ist es, das Fanerlebnis zu verbessern und gleichzeitig die Betriebsabläufe und die Sicherheit zu optimieren.
Mehr zeigen
Neuzugang Miguel Gutiérrez hat in Leverkusen einen guten Start hingelegt und sich in seinen ersten Bundesliga-Wochen prompt eine Nominierung zum Spieler des Monats erspielt. Ein Tor und drei Assists lautete die Ausbeute nach vier Liga-Partien. Spannende Zahlen brachte der spanische Linksverteidiger auch schon mit zu Bayer 04. Ausgabe #56 des Werkself-Magazins hat ein Blick auf diese Zahlen geworfen. „Facts & Fun“ mit Miguel Gutiérrez!
Mehr zeigen
Was hat der Fußball Paulina Platner über sich selbst gelehrt? Wie tickt unsere neue Mittelfeldspielerin, wenn sie auf neue Menschen trifft? Was darf an einem fußballfreien Tag nicht fehlen – und mit welchen drei Worten würden ihre engsten Freunde sie beschreiben? In unserem neuen Format „04 Seiten“ lernen wir Paulina von einer ganz persönlichen Seite kennen.
Mehr zeigen