
Die Gäste aus Leverkusen übernahmen früh die Kontrolle über den Ball, trafen allerdings auf griffige und in den Zweikämpfen giftige Borussen - die nach zehn Minuten einen folgenschweren Ballverlust der Werkself im eigenen Strafraum in Form des 1:0-Führungstreffers von Yannik Engelhardt bestraften. Es entwickelte sich ein chancenarmes Duell, bis Mönchengladbachs Philipp Sander einen Fernschuss von Aleix Garcia kurz vor dem Pausenpfiff ins eigene Tornetz zum 1:1-Halbzeitstand abfälschte (45.). In Durchgang zwei steigerte sich Schwarz-Rot zwar, letztlich sprangen aber erneut nur wenige Gelegenheiten für beide Teams heraus, sodass das Unentschieden auch nach 90 Minuten Bestand hatte.
„Natürlich war es von uns in der ersten Halbzeit zu wenig Intensität, vor allem im Ballbesitz hat bei uns das Tempo gefehlt. Das in Kombination mit Gladbachs gutem Positions- und Ballbesitz-Spiel hat es für uns heute schwierig gemacht, in unsere Strukturen zu finden“, so Kasper Hjulmand. Über den Auftritt nach dem Seitenwechsel sagte der Däne weiter: „Deswegen haben wir zur zweiten Halbzeit etwas geändert und erstmals mit mir als Trainer im 4-3-3 gespielt. Die Intensität war dann viel höher, viel besser. Da haben eigentlich nur ein Punch und im vorderen Drittel die letzte Konsequenz gefehlt. Großen Respekt an Gladbach für eine gute Leistung, aber für uns reicht es nicht. Wir sind nicht zufrieden heute Abend.“

Ex-Borusse Jonas Hofmann fasste das Geschehen aus seiner Sicht so zusammen: „Wir haben in der ersten Hälfte keinen Zugriff gefunden und sind nicht ins Pressing gekommen. Mit der Umstellung nach der Pause war es dann deutlich besser, aber dennoch haben wir zu wenig kreiert. Das Ergebnis geht insgesamt so in Ordnung.“
Der Express schreibt über ein „hart umkämpftes Derby“, die Rheinische Post von „zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten“. Die RP weiter: „Während die Gastgeber zunächst dominieren, findet die Werkself nach der Pause zurück ins Spiel, verpasst trotz Leistungssteigerung aber den Sieg.“ Der Kölner Stadt-Anzeiger, der in Arthur den „besten Leverkusener“ des Abends sieht, bewertet den Auftritt des Hjulmand-Teams in Hälfte zwei so: „Nach dem Seitenwechsel gab Bayer zunehmend den Ton an, versuchte aber im nicht so ganz hochklassigen Spiel eher vergeblich, Torchancen zu kreieren.“ Der kicker nennt dieses Topspiel einen „engen Schlagabtausch“, an dessen Ende „dennoch ein für beide Teams gerechter Punkt zu Buche stand“.
Einer der auffälligsten Leverkusener Akteure des Abends war Aleix Garcia. Der Mittelfeld-Antreiber hatte mit Abstand die meisten Ballaktionen aller Spieler auf dem Platz (130) und mit über 97 Prozent auch die beste Quote angekommener Pässe vorzuweisen. Dazu führte sein Abschluss in Minute 45 zum Ausgleichstreffer. Zufrieden war der ehrgeizige Spanier im Nachgang aber nicht, wie er bei Werkself-TV erklärte: „Das Gegentor fällt durch einen Fehler von mir, insgesamt hat uns als Team in der ersten Halbzeit die Intensität gefehlt. Das war nach der Pause viel besser, aber wir haben unsere Chancen vergeben. Von daher haben wir heute nicht mehr verdient als das Unentschieden.“







Über 60 Prozent Ballbesitz auf Seiten von Bayer 04 und mehr gewonnene Zweikämpfe (53 Prozent) der Borussia spiegeln weite Strecken dieser Partie treffend wieder. In puncto Torschüsse gaben sich beide Teams nichts: Mönchengladbach kam auf neun, die Werkself auf zehn Versuche.
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