Werkself Nachdreher zu #B04VfB: „Hatten genug Chancen für den Sieg“

Wenn Bayer 04 und der VfB Stuttgart in der Vergangenheit aufeinandertreffen, waren Tore und ein spielerisches wie taktisches Spektakel auf beiden Seiten nahezu garantiert. Am Freitagabend aber endete die Partie zwischen beiden Teams 0:0. Das hatten wohl die Wenigsten erwartet. Dabei waren die Leverkusener nicht weniger offensivfreudig als sonst auch und zeigten die vielleicht beste Leistung dieser Saison bislang. 19 Torschüsse feuerten sie ab. Einen Treffer aber durften sie nicht bejubeln. Die Stimmen, Zahlen und Fakten zum Eröffnungsspiel des 9. Bundesliga-Spieltags gibt es im Werkself Nachdreher.
Mannschaft vor Fans

Zusammenfassung: Kein Lohn für große Bemühungen

Nach einem ausgeglichenen Start mit ersten Gelegenheiten für die Werkself erhöhte Schwarz-Rot mit zunehmender Spielzeit den Druck und übernahm bis zum Schlusspfiff das Kommando. Jeremie Frimpong erzielte in der 33. Minute die vermeintliche Führung, Vorlagengeber Victor Boniface hatte zuvor jedoch im Abseits gestanden. Kurz vor der Pause setzte Edmond Tapsoba einen Kopfball an die Latte. In Durchgang zwei ging es mit einigen hochkarätigen Gelegenheiten unter anderem für Frimpong, Boniface und Florian Wirtz weiter. Trotz der großen Offensiv-Bemühungen bis zum Schluss schaffte es die Werkself allerdings nicht, sich für den Auftritt zu belohnen. Zum ausführlichen Spielbericht geht es HIER.

Stimmen: „Vielleicht die beste Leistung der Saison“

Cheftrainer Xabi Alonso fasste das Geschehen im Anschluss wie folgt zusammen: „Wir haben viele Male gegen Stuttgart gespielt. Sie pressen immer sehr hoch, das wissen wir. Wir wollten mit unserer Aufstellung und Spielweise entschieden dagegen vorgehen. Der Plan ist aufgegangen, es hat nur unser Tor gefehlt. Mein Team hat heute eine super Einstellung gezeigt. Wir hatten genug Chancen für den Sieg.“

Fans

Jonas Hofmann sagte nach Abpfiff: „Wir wussten, dass Stuttgart stark ist und dass Details wichtig sein werden. Es war eines der besten Saisonspiele von uns, am Ende hat leider nur das Tor gefehlt.“ Darin war sich auch Team-Kollege Granit Xhaka einig: „Es war vielleicht unsere beste Leistung der Saison. Wir waren voll da – mit Ball und ohne. Wir haben viele Chancen kreiert, haben viel gearbeitet. Von daher sind wir schon enttäuscht.“ Und auch Robert Andrich sagte: „Wir haben ein geiles Spiel gemacht, waren sehr aggressiv und sehr laufintensiv. Von den ganzen Spielen gegen Stuttgart wäre das der verdienteste Sieg gewesen.“

Presseschau: Das „unwahrscheinlichste Ergebnis“

Die Rheinische Post schrieb in ihrer Spielzusammenfassung von einem „Stuttgarter Bollwerk“ und „Leverkusener Angriffswellen“ und resümierte: „Die Partie endete mit dem unwahrscheinlichsten Ergebnis: 0:0“. Der kicker titelte derweil: „Leverkusen belohnt sich nicht“, und schrieb einerseits von „überlegenen“ Leverkusenern mit „Abschlusspech“ und andererseits von einer „blassen“ Stuttgarter Offensive.

Sowohl die Bild als auch der Kölner Stadt-Anzeiger schrieben zudem, VfB-Keeper Alexander Nübel habe die Werkself „verzweifeln“ lassen. Laut dem KStA lag das Ergebnis außerdem zum einen an einer „schlechten Chancenverwertung“ von Bayer 04 und „zum anderen daran, dass die Gäste aus dem Schwabenland nur angereist waren, um Fußball zu verhindern.“

Personal: Starke Leistung von allen

Eine Menge ereignete sich in der Spielhälfte des VfB und vor dem Tor der Gäste. Andersrum allerdings gab es nicht wirklich viel von der Stuttgarter Offensive zu berichten. Denn es war eine richtige starke Vorstellung von der Leverkusener Hintermannschaft. Jonathan Tah und Co. hatten insbesondere in Durchgang eins defensiv alles im Griff und ließen keinen einzigen Torschuss zu. Erst in Minute 61 gab der VfB in Person von Deniz Undav den ersten Versuch ab. Später probierte es auch Chris Führich (82.). Auf Hradecky aber war Verlass, der Finne hatte die Kugel ganz sicher.

Statistik: Vorne zwar zu Null, hinten aber auch

10:0 lautete die Torschuss-Statistik am Ende der ersten Halbzeit, insgesamt stehen 19 Abschlüsse für Schwarz-Rot und vier für den VfB zu Buche. Schwarz-Rot traf zweimal Aluminium, nach dem Kopfball-Versuch an die Latte von Tapsoba (41.) setzte Boniface einen Schuss an den Pfosten (53.). Insgesamt scheiterte Leverkusen in dieser Bundesligasaison schon achtmal am Tor-Gehäuse – das ist Liga-Höchstwert.

Jonathan Tah

Mit dem 0:0 blieb die Werkself saisonübergreifend in den letzten 43. Bundesligaspielen erst zum zweiten Mal ohne Tor. Zuvor war dies nur zu Hause gegen Borussia Mönchengladbach Ende Januar dieses Jahres der Fall gewesen (ebenfalls 0:0). Aber so unbefriedigend das Ergebnis gegen die Stuttgarter auch erscheinen mag, es gibt dabei trotz allem etwas Positives: Erstmals in der laufenden Saison blieb die Werkself in einem Bundesligaspiel ohne Gegentor.

Und was sagen die weiteren Statistiken zu #B04VfB? Nun, bis auf ein deutliches Eckenverhältnis pro Bayer 04 (zehn zu zwei) sind es überraschenderweise ausgeglichene Werte. So etwa beim Ballbesitz (51,7 zu 48,3 Prozent), der Passquote (83 zu 81 Prozent) oder der Laufleistung (113,73 zu 113,66 Kilometer).

Ausblick: Von Liverpool nach Bochum

Für die Werkself geht es mit zwei Auswärtsspielen und der nächsten Englischen Woche weiter: Am Dienstag, 5. November (Anstoß: 21 Uhr dt. Zeit), gastiert Schwarz-Rot zunächst an Spieltag vier der UEFA Champions League beim FC Liverpool. Anschließend wartet am Samstag, 9. November (Anstoß: 15.30 Uhr), der VfL Bochum 1848 im Rahmen des 10. Bundesliga-Spieltags. Danach geht es in die letzte Länderspielpause dieses Kalenderjahres.

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