
Alles, wirklich alles, hatte auf den erhofften Befreiungsschlag hingedeutet. Bereits nach 25 Minuten führten die Schwarz-Gelben im 174. Revierderby gegen Schalke 04 mit 4:0. Das Team spielte befreit auf und schien sich den Frust der vergangenen Woche von der Seele zu schießen. Aber: Nach einer jetzt schon legendären Aufholjagd der Königsblauen stand am Ende ein 4:4 – und damit eine gefühlte Niederlage für den BVB, der zuvor die letzten drei Partien in der Bundesliga tatsächlich verloren hatte. Trotz des Punktgewinns war die verspielte Führung gegen den Erzrivalen der vorerst dramatische Höhepunkt der Dortmunder Talfahrt in den vergangenen Wochen. Dabei hatte der neue Trainer Peter Bosz einen absoluten Traumstart hingelegt: Satte 19 Zähler holte der BVB aus den ersten sieben Saisonspielen, führte mit einem Torverhältnis von 21:2 souverän die Meisterschaft an. Zwei Monate sind seitdem vergangen und nur zwei weitere Punkte hinzugekommen. Das Resultat: nur noch Platz fünf in der Tabelle für die Westfalen, einen Punkt und einen Rang vor Bayer 04. In der Champions League ist das Team bereits ausgeschieden, kämpft am letzten Spieltag noch um Gruppenplatz drei und den Einzug in die Europa League.
Trotz des millionenschweren Abgangs von Ousmane Dembélé im Sommer stellt der BVB nach wie vor eine Mannschaft von hoher internationaler Klasse. Teil des Dortmunder Star-Ensembles sind unter anderem drei Akteure, die in Leverkusen noch bestens bekannt sind: Ömer Toprak, Gonzalo Castro und André Schürrle trugen sogar für zwei Jahre gemeinsam das Kreuz auf der Brust und sind mittlerweile bei den Schwarz-Gelben wieder vereint. Für Furore hinter Stürmerstar Pierre-Emerick Aubameyang sorgten in dieser Saison aber nicht etwa die etablierten Nationalspieler Mario Götze, Marco Reus und Schürrle, sondern eher das Personal dahinter, das eher wenige auf dem Zettel hatten: Der 19-jährige Christian Pulisic deutete mehrfach an, welch riesiges Potenzial in ihm steckt. Die Neuzugänge Maximilian Philipp als zweitbester Torschütze (6 Treffer) nach Aubameyang (11) sowie Andriy Yarmolenko als bester Vorbereiter (3 Assists) im BVB-Kader schlugen ebenfalls ein. Dies ist für die BVB-Offensive aber auch vonnöten, zumal Reus nach Kreuzbandanriss sein erstes Saisonspiel wohl nicht vor Frühjahr absolvieren kann. Hinzu kommt, so die Hiobsbotschaft zum Wochenstart, auch eine Verletzung von Götze. Der 25-Jährige, der nach langer Leidenszeit im Derby gegen Schalke sein erstes Pflichtspieltor im Kalenderjahr 2017 erzielt hatte, muss einen erneuten Rückschlag hinnehmen und wird mit Bänderteilriss für den Rest der Hinrunde ausfallen.
Trotz seiner Treffsicherheit scheiden sich am Aubameyang die Geister. Mit seinem extrovertierten Auftreten eckt der Gabuner an, wurde vor dem 1:2 in Stuttgart gar suspendiert, weil er zu spät zum Training erschien. Gegen Schalke besorgte der 28-Jähirge zwar das 1:0, handelte sich im zweiten Abschnitt aber eine Gelb-Rote Karte ein und erwies seiner Mannschaft dadurch einen Bärendienst. Somit wird Bosz beim Aufeinandertreffen in der BayArena auf seinen Stürmerstar verzichten müssen. Mehr Sorgen als seine immer noch hochkarätig besetzte Offensivreihe, die den besten Angriff der Bundesliga (33 Tore) stellt, sollte dem Niederländer aber das Defensivverhalten seiner Mannschaft machen. Nachdem der BVB erst am sechsten Spieltag sein erstes Gegentor kassiert hatte, entwickelte sich die Abwehrreihe in den vergangenen Wochen zur Problemzone. Bürki, Sokratis & Co. mussten in den jüngsten sechs Bundesliga-Spielen ganze 18 Gegentreffer hinnehmen, machten den Kontrahenten das Toreschießen dabei durch individuelle Aussetzer oder mangelnde Rückwärtsbewegung nach Ballverlusten teils zu einfach.
Auch wenn RB Leipzig den Dortmundern derzeit den Platz als Bayern-Verfolger Nummer eins streitig macht: Der BVB ist und bleibt national wie international eine absolute Top-Marke – dazu verfügt der achtmalige Deutsche Meister neben einem stimmungsvollen Stadion und einer breiten Fanbasis auch über eine ausgezeichnete Jugendabteilung sowie die nötigen strukturellen und finanziellen Voraussetzungen. Wenn es sportlich gut läuft, müssen sich die Dortmunder vor keinem Team in der Welt verstecken. Im vergangenen Jahr beendete der BVB die Champions-League-Gruppenphase sogar vor dem späteren Cup-Sieger Real Madrid. Auch für einen Titel, wie den DFB-Pokalsieg im Mai, sind die Schwarz-Gelben jederzeit gut.
Der BVB muss den sportlichen Turnaround schaffen – so schnell wie möglich. Wo die Westfalen im Mai 2018 stehen, hängt maßgeblich davon ab, welches Gesicht sie im weiteren Saisonverlauf zeigen: Finden die Dortmunder wieder zur Form des Spätsommers zurück, ist kein Ziel zu hoch gesteckt am Borsigplatz. Setzt sich die Misere der vergangenen Wochen aber bis in die Rückrunde fort, wird es schwer, gegen die starke nationale Konkurrenz einen Champions-League-Startplatz zu ergattern. Dieser sollte bei einer Restsaison, die sich zwischen den beiden Extremen einpendelt, hingegen allemal realistisch sein.

Ein Überblick über die Ticket-Verkäufe zu den Heim- und Auswärtsspielen der Werkself in allen Wettbewerben.
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Im Rahmen der Stadt-Spieltage kommt die Werkself zu euch in die Städte rund um Leverkusen. Nach dem erfolgreichen Auftakt in Leichlingen Anfang Oktober 2025 ist nun Monheim am Rhein an der Reihe. Rund um das Bundesliga-Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg am Samstag, 4. April (Anstoß: 15.30 Uhr), verbreitet Bayer 04 den Spaß am Fußball in Monheimer Kitas und veranstaltet ein Familienfest im dortigen Heinrich-Häck-Stadion. Zudem können schwarz-rote Fans etwas ganz Besonderes gewinnen.
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Dank einer kämpferischen Leistung hat die U17 von Bayer 04 die Stuttgarter Kickers 4:3 bezwungen. Damit feierte das Team von Coach Benjamin Adam am 8. Spieltag den ersten Erfolg in Liga A der Hauptrunde der DFB-Nachwuchsliga. Kapitän Ivan Massek hatte seine Auswahl per Strafstoß in Führung gebracht (20.), kurz nach Wiederanpfiff ließ Andrii Hamzyk das 2:0 folgen (50.). Innerhalb von nur zehn Minuten gelang den Kickers jedoch der Ausgleich (54., 66.), auch auf die erneute Leverkusener Führung durch Maksym Hololobov (72.) fanden die Gäste noch einmal eine rasche Antwort (75.). Schwarz-Rot blieb weiter konzentriert und kam nur zwei Minuten später durch Max Wrobel zum 4:3-Siegtreffer.
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Ein einfacher Zugang zum Sport mit Spiel, Spaß und einem Höhepunkt zum Abschluss: Für 40 Teilnehmerinnen im Alter zwischen sechs und 27 Jahren bot Bayer 04 in Kooperation mit dem Fußball-Verband Mittelrhein (FVM) eine ganz besondere Trainingseinheit. Beim Aktionstag für Frauen und Mädchen mit Handicap am Leistungszentrum Kurtekotten sammelten viele der Teilnehmerinnen ihre ersten Erfahrungen im Fußball.
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Am Samstag, 28. März, gehen an der BayArena von 20.30 Uhr bis 21.30 Uhr wieder die Lichter aus. Wie schon in den vergangenen Jahren beteiligt sich Bayer 04 auch dieses Mal unter dem Motto „Wir machen's aus“ an der Kampagne „Earth Hour“ des WWF und möchte gemeinsam mit Menschen, Städten und Unternehmen rund um den Globus ein kollektives Zeichen für mehr Klima- und Umweltschutz setzen.
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