
„Mir war schnell bewusst, dass ich verlängern möchte: Ich habe hier in all den Jahren großes Vertrauen gespürt – vor allen Dingen in meiner schwierigen Zeit, als ich viele Verletzungen hatte, hat der Verein mir den Rücken gestärkt und mich aufgerichtet“, sagte der gebürtige Rosenheimer, der im Sommer 2009 von 1860 München nach Leverkusen gewechselt war. „Genauso wie ich es in den ganzen Jahren, in denen ich jetzt schon hier bin, getan habe, will ich vorangehen und mithelfen, junge Spieler zu formen und den Verein – besonders nach der schwierigen vergangenen Saison – wieder dahin hinzubringen, wo er hingehört: In die Champions League“, erklärte der Werkself-Kapitän, der für Schwarz-Rot bislang 257 Pflichtspiele (21 Treffer, 25 Torvorlagen) bestritt.
Und auch sein Trainer Heiko Herrlich reagierte erfreut: „Das ist eine tolle Entscheidung, von der wir alle profitieren. Es ist ganz wichtig, dass es Spieler gibt, die vereinstreu sind und sich über lange Zeit zu einem Verein bekennen. Das schafft Identifikation und Identität, ähnlich wie bei Stefan Kießling. Auch deshalb sind wir sehr froh, dass Lars noch länger bei uns bleibt.“
Dann aber richtete sich der Fokus auf die anstehende Bundesliga-Partie beim diesjährigen Europa League-Teilnehmer aus Sinsheim, der aus den bisherigen 18 Bundesliga-Spielen nur einen Zähler als Bayer 04 geholt hat. „Anders als wir haben die Hoffenheimer in dieser Saison international gespielt – wo wir auch wir wieder hinwollen. Sie liegen in der Tabelle direkt hinter uns und werden uns morgen die Punkte sicher nicht schenken“, erwartet Heiko Herrlich ein umkämpftes Spiel gegen den direkten Rivalen um die internationalen Plätze. Dabei möchte er sich auch vom jüngsten Lob des TSG-Coaches Julian Nagelsmann nicht blenden lassen: „Der Respekt und die Anerkennung ist wechselseitig. Es ist ein gutes Zeichen, dass uns inzwischen wieder alle Gegner ernst nehmen. Das haben wir uns hart erarbeitet, aber müssen das auch von Woche zu Woche bestätigen.“
Nach dem 1:3 gegen den FC Bayern zum Rückrunden-Auftakt ist der Hunger auf den ersten Pflichtspielsieg im neuen Jahr groß. „Wir dürfen nicht nachlassen. Vorne in der Tabelle ist alles ganz eng beieinander. Kein Team kann sich eine Schwächephase erlauben, sonst verliert es den Anschluss“, so Heiko Herrlich. Immerhin kann er bei der Kaderplanung aus dem Vollen schöpfen. „Alle an Bord“, lautete sein kurzes Statement auf entsprechende Nachfrage.
Mut und Hoffnung zieht Herrlich aus dem Hinspiel, bei dem die Werkself in der heimischen BayArena dominanten Fußball zeigte, sich am Ende aber nach zweimaliger Führung mit einem 2:2 begnügen musste. „Dieses Spiel am Anfang der Saison war die Mutter aller ausgelassenen Chancen. Wir haben ein sehr gutes Spiel abgeliefert, nur leider mit dem falschen Ergebnis“, so der Coach. Folglich forderte von seiner Mannschaft mehr Effizienz vor dem gegnerischen Tor.
Die wird auch nötig sein, um beim Tabellensiebten etwas Zählbares mitzunehmen. Dabei dürfte Bayer 04 vor allem die Heimstärke der Nordbadener im Weg stehen: Im Kalenderjahr 2017 kassierte die von Julian Nagelsmann trainierte Mannschaft zu Hause lediglich eine Niederlage. Und zwar Ende Oktober gegen Borussia Mönchengladbach (1:3). Eine Tatsache, die auch Heiko Herrlich absolut bewusst ist: „Uns erwartet eine richtig schwierige Aufgabe. Sie wollen drei Punkte – genauso wie wir. Dazu werden wir allerdings eine Top-Leistung abrufen müssen.“ Umso passender war das Schlusswort der Pressekonferenz von Lars Bender: „Auf geht’s!“
Rund 700 Anhänger werden die Werkself in der Rhein-Neckar-Arena unterstützen.



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