
Damit avancierte der Youngster zum Matchwinner beim verdienten 3:1 (0:0)-Erfolg gegen die Norddeutschen und sorgte für Jubelorgien in der ausverkauften BayArena.
Als Joel Pohjanpalo in der 72. Minute von Trainer Roger Schmidt auf das Feld geschickt wurde, stand auf der Anzeigetafel groß 0:1. Nur knapp sieben Minuten danach sorgte der junge Finne - wie schon bei der bitteren 1:2-Auftaktniederlage bei Borussia Mönchengladbach - für den Ausgleich und brachte die Mannschaft von Trainer Roger Schmidt nach dem Gegentreffer der Hamburger zum 0:1 zurück ins Spiel. Doch damit nicht genug: In der vierminütigen Nachspielzeit schoss der 21-Jährige seine Mannschaft mit zwei weiteren Toren zum vielumjubelten 3:1-Erfolg.
Dabei hatte sich die Mannschaft von Roger Schmidt über weite Strecken des Spiels sehr schwer getan, die kompakt stehenden Hamburger in Bedrängnis zu bringen. Der Leverkusener Trainer hatte seine Startelf im Vergleich zum Gladbach-Spiel auf vier Positionen geändert: Chicharito, Bender, Henrichs und Mehmedi rückten für Volland (Mittelhandbruch), Aránguiz (angeschlagen) sowie Baumgartlinger und Jedvaj ins Team. Und Schmidt musste bereits nach wenigen Minuten eine weitere Veränderung vornehmen, nachdem Karim Bellarabi Sekunden nach dem Anpfiff bei seinem erstem Sprint mit schmerzverzerrter Miene am Boden liegen blieb. Wegen zu großer Schmerzen im Adduktorenbereich ging es für den quirlig-schnellen Nationalspieler nicht weiter, für ihn kam Julian Brandt.
Der Olympia-Zweite hatte zwar die erste Möglichkeit des Spiels (4.), wurde aber, genau wie seine Teamkollegen, im hart umkämpften Mittelfeld von den Hamburgern meist geschickt aus dem Spiel genommen. Und so verlief die erste Halbzeit auf beiden Seiten nahezu chancenlos. Auffälligster Spieler war Admir Mehmedi, der in der 37. Minute auch die größte Möglichkeit vergab, als er nach einem Calhanoglu-Freistoß seinen Kopfball nicht genug platzieren konnte, und dieser in den Armen von Gästekeeper René Adler landete.
In der zweiten Hälfte hatte die Werkself mehr vom Spiel, lief sich allerdings oft vor dem Hamburger Strafraum fest. Kevin Kampl (47.) und Hakan Calhanoglu (56.) probierten es aus der Distanz, aber erfolglos. Besser machte es der HSV, der in der 58. Minute die hochstehenden Leverkusener mit einem Konter überlistete: Gregoritsch legte den Ball mustergültig in den Lauf von Wood, der am vorbeigrätschenden Bernd Leno vorbeilief und ins leere Tor zur überraschenden Gäste-Führung traf (58.).
Fortan wurde die Werkself mutiger und intensivierte, angetrieben vom starken Kampl, ihre Offensivbemühungen: Doch Benjamin Henrichs verfehlte das Ziel nur knapp (59.), und Chicharitos Abschluss landete am Pfosten (63.). Knapp zehn Minuten später brachte Schmidt mit Pohjanpalo einen frischer Stürmer und bewies ein goldenes Händchen, der Finne zeigte sich kompromisslos im Abschluss. Nach Kampl-Zuspiel und Brandt-Flanke hielt er den Kopf hin und traf zum Ausgleich. In der 91. Minute vollendete er eine Henrichs-Hereingabe und ließ mit einem trockenen Schuss in den Winkel Adler keine Chance - 2:1. Damit aber nicht genug: Nur drei Minuten später schloss der 21-Jährige einen Konter zum 3:1 ab. Dann war Schluss, und die Feierlichkeiten in der BayArena wurden eingeläutet.
Am Mittwoch (20.45 Uhr) trifft die Werkself in der Champions League zu Hause auf den ZSKA Moskau. In der Liga geht es für Bayer 04 am Samstag (15.30 Uhr) mit dem Duell bei Eintracht Frankfurt weiter.
Statistik:
Bayer 04: Leno - Henrichs, Tah, Toprak, Wendell (88. Jedvaj) - Kampl, Bender - Bellarabi (3. Brandt), Mehmedi (72. Pohjanpalo) - Calhanoglu, Chicharito.
Hamburger SV: Adler - Sakai, Cléber, Spahic, Ostrzolek - Hunt, Holtby (66. Ekdal) - N. Müller, Gregoritsch, Kostic (86. Halihovic) - Wood (81. Lassoga)
Tore: 0:1 Wood (58.), 1:1 Pohjanpalo (79.), 2:1 Pohjanpalo (90.+1), 3:1 Pohjanpalo (90.+4.).
Gelbe Karten: Tah, Kampl - Hunt
Schiedsrichter: Tobias Welz (Wiesbaden)
Zuschauer: 30.210 (ausverkauft)


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