
Der Abstiegskampf-erfahrene Liga-Dino atmet noch, das weiß auch der 46-Jährige. Mitverantwortlich dafür ist Hamburgs neuer Coach Bernd Hollerbach, der den Hanseaten Leben einhauchen soll. Und immerhin: Zwei Unentschieden aus drei Spielen holte der vorher sieglose HSV unter dem ehemaligen Würzburger Kickers-Trainer. Herrlich kennt Hollerbach gut, pflegt zu ihm nicht zuletzt aufgrund der gemeinsam absolvierten Trainerausbildung eine „freundschaftliche“ Verbindung. „Natürlich habe ich Bernd auch zum Trainerposten in Hamburg beglückwünscht und mich sehr für ihn gefreut“, sagte Herrlich, ehe er mit einem leichten Schmunzeln im Gesicht ergänzte: „Aber ich habe auch dazu geschrieben: ‚Ich wünsche dir alles Gute – außer im Spiel gegen uns‘.“ Freundschaftsdienste sind also aus Bayer 04-Sicht nicht eingeplant: Selbstverständlich ist es das Ziel der Werkself, mit drei Punkten im Gepäck die Heimreise aus Hamburg anzutreten.
Damit das gelingt, fordert Herrlich einmal mehr von seiner Mannschaft, „100 Prozent vom Leistungsvermögen“ abzurufen. Zumal der HSV für seine vermeintlich ruppige Spielweise bekannt ist. Dem Bayer 04-Cheftrainer ist durchaus bewusst, dass so manches Duell der beiden Teams in der Vergangenheit mit einer ordentlichen Portion Härte geführt wurde. „Und jetzt ist auch noch der Trainerwechsel gekommen“, ergänzte Herrlich. Wohlwissend, dass Hollerbachs Credo schon immer gewesen sei, dass entweder der Gegenspieler oder der Ball an ihm vorbeikomme, allerdings niemals beide. „So spielen oft auch die Mannschaften, die er trainiert“, so Herrlich. Allerdings wolle der Werkself-Trainer seinen Kumpel nicht auf aggressive Verteidigung und Treterei reduzieren – vielmehr lobte er das Engagement bei den Würzburgern, denen unter Hollerbach sogar der Aufstieg in die Zweite Liga glückte.
Nichtsdestotrotz. „Abstiegskampf erfordert eben besondere Mittel. Die Hamburger werden an der Grenze des Erlaubten spielen, da bin ich mir sicher“, erwartet Herrlich wie schon beim vergangenen Auswärtsspiel in Freiburg einen extrem aggressiv auftretenden Gegner. Das sei legitim, es müsse aber alles in Grenzen bleiben. „Wir wollen mit gesunden Spielern wieder nach Hause fahren“, appellierte Herrlich an die Fairness, „aber es gibt ja auch noch ein Schiedsrichter-Team, was dafür mit Sorge trägt.“
Personell kann Herrlich bis auf den verletzten Lars Bender (Aufbautraining nach Muskelfaserriss) aus dem Vollen schöpfen. Auch Kai Havertz, der sich am Mittwoch einer Zahnwurzelbehandlung unterziehen musste, kann aller Voraussicht nach die Reise nach Hamburg antreten. „Wir haben prophylaktisch mit einer Antibiotika-Behandlung begonnen. Er wird zumindest teilweise am Abschlusstraining teilnehmen können. Unsere Ärzte sind optimistisch, dass wir ihn mitnehmen und morgen einsetzen können“, so Herrlich.
Für Jonathan Tah ist das Spiel beim HSV, das auch 1.400 Anhänger der Werkself live vor Ort verfolgen werden, gleichzeitig eine Rückkehr in seine Geburtsstadt. Entsprechend groß ist die Vorfreude auf das Duell mit seinem Ex-Verein: „Das wird ein Kampfspiel. Ich glaube, dass wir zunächst über die Mentalität und Bereitschaft gehen müssen, das spielerische Element wird sich dann von alleine ergeben.“ Gleiches denkt sein Trainer auch über die Offensiv-Ausbeute seiner Mannschaft, vor allem nach den beiden vergangenen torlosen Auftritten. „Wir hatten gegen Freiburg und gegen Hertha unsere Möglichkeiten, konnten sie nur nicht nutzen“, blickte Herrlich zurück: „Ich würde mir Gedanken machen, wenn wir es nicht schaffen, bis ins letzte Drittel oder überhaupt zum Abschluss bekommen. Aber solange die Chancen da sind, bin ich optimistisch, dass die Bälle bald auch wieder reingehen. Manchmal ist es halt so.“ Dabei ließ er allerdings nicht unerwähnt, dass zwischen den beiden Liga-Spielen das Pokal-Spiel lag – und da habe seine Mannschaft ja bekanntlich viermal getroffen…


Das Trainingslager der Werkself im Weimarer Land kompakt an einem Ort: Im Tages-Ticker findet ihr alle Eindrücke und Updates des Tages. Das Programm an Tag sechs (Freitag, 7. August) sieht wie folgt aus: Am Vormittag absolviert die Mannschaft ihre letzte – dieses Mal geschlossene – Einheit hier in Blankenhain, ehe es nach dem gemeinsamen Mittagessen zurück nach Leverkusen geht. Dort steht morgen die große Saisoneröffnung auf dem Plan.
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Mit frischem Look in die neue Spielzeit: Bayer 04 stellt zusammen mit Sportartikelhersteller New Balance die offizielle Spielbekleidung der Leverkusener eSportler für die kommende Saison vor. Das Trikot ist ab sofort im Bayer 04-Onlineshop sowie in der Fanwelt erhältlich.
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Das Warten der U19 hat ein Ende. Nach dem erfolgreichen Pflichtspiel-Auftakt am vergangenen Wochenende in der 1. Runde des DFB-Pokals der Junioren gegen den VfV 06 Hildesheim geht es für die Elf von Chefcoach Patrick Greveraars nun auch in der Liga los. Währenddessen misst sich die U17 auf der anderen Seite des Erdballs beim Future Star Cup in Shanghai mit den Top-Teams ihrer Altersklasse und holte unter anderem ein Unentschieden gegen Athletic Bilbao. Und auch die U23-Frauen betreten zum ersten Testspiel nach rund vierwöchiger Pause wieder den Platz.
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Nicht zuletzt seit dem Trainingslager der Werkself im vergangenen Sommer in seiner brasilianischen Heimat sind Paulo Sergio und Bayer 04 eng verbunden. Die Klub-Legende verantwortet die im Sommer 2025 eröffnete Bayer 04 Football Academy und war jüngst auch beim diesjährigen Trainingslager im Weimarer Land wieder vor Ort. Neben dem Austausch mit den zahlreichen angereisten Fans nutzte der Weltmeister von 1994 die Tage, um gemeinsam mit den Klub-Verantwortlichen die nächsten Schritte der Academy zu planen. Im Interview mit bayer04.de sprach Sergio über die weitere Entwicklung des Projekts, den bevorstehenden Besuch von Nachwuchsspielern der Academy in Leverkusen sowie die Pläne für die kommenden Monate in Deutschland und Brasilien.
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