Zurück zur Übersicht
28.08.2019Bundesliga

Gegnercheck: Rätselraten um Kramaric

Zwei Spiele, zwei Siege – mit makelloser Bilanz und dementsprechend breiter Brust empfängt die Werkself am Samstag (31. August, 15.30 Uhr) in der BayArena die TSG 1899 Hoffenheim. Im Kraichgau hat im Sommer eine neue Zeitrechnung begonnen – das Jahr eins nach Julian Nagelsmann. Sein Nachfolger Alfred Schreuder feierte zuletzt ein Erfolgserlebnis, muss aber weiterhin auf den Star im Team verzichten.
Andrej Kramaric
Andrej Kramaric

Position

„Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen“, sagte Kapitän Kevin Vogt – und dürfte damit nicht alleine gewesen sein. Nach dem 0:1 zum Bundesliga-Start in Frankfurt bekam 1899 Hoffenheim im ersten Heimspiel unter Alfred Schreuder noch die Kurve. Gegen Werder Bremen lag die TSG zurück, fing sich dann trotz zwischenzeitlicher Führung in Überzahl noch einmal den Ausgleich, bevor Rechtsverteidiger Pavel Kaderabek nach einer Ecke kurz vor Schluss doch noch den erlösenden 3:2-Siegtreffer köpfte und einen möglichen Fehlstart abwendete. „Es gibt noch viel zu tun, wir haben noch viel Luft nach oben“, meinte Schreuder selbst trotz des Sieges – und dürfte damit wohl richtig liegen. Kein Wunder: Im Sommer fand bei der TSG eine regelrechte Zäsur statt. Julian Nagelsmann verließ den Verein nach dreieinhalb erfolgreichen Jahren als Chefcoach gen Leipzig. Der Niederländer Schreuder übernahm zudem eine Mannschaft, die den Abgang mehrerer Leistungsträger verkraften muss. Was helfen sollte: Schreuder, der zuletzt als Co-Trainer maßgeblichen Anteil an der Fabelsaison von Ajax Amsterdam hatte, war zuvor bereits zwei Jahre lang Nagelsmanns Assistent in Hoffenheim und möchte ähnlichen Fußball spielen lassen. Wenigstens auf dieser Ebene sollte die Umstellung also nicht allzu groß ausfallen.

Personal

Nicht nur Schreuder muss in Hoffenheim große Fußstapfen ausfüllen, auch die Hoffenheimer Neuzugänge müssen quasi den Abgang einer ganzen Achse an Stammspielern kompensieren. Kerem Demirbay und Nadiem Amiri laufen nun gemeinsam für die Werkself auf und treffen am Samstag erstmals auf ihre bisherigen Kollegen, zudem verließen in Nico Schulz (Borussia Dortmund) und Joelinton (Newcastle United) zwei weitere Leistungsträger den Klub. Statt Demirbay und Amiri soll nun unter anderem Diadie Samassekou die Mittelfeldzentrale besetzen. Der Nationalspieler Malis ist der Königstransfer der Hoffenheimer Sommers, kam bislang aber nur zu einem Kurzeinsatz in Frankfurt. Gegen Bayer 04 könnte der 23-Jährige erstmals in der Startformation stehen. Neben ihm soll ein Rückkehrer die Geschicke lenken: Sebastian Rudy, von Schalke 04 ausgeliehen, ist zurück im Kraichgau, wo er einst die bislang besten Leistungen seiner Karriere zeigte. Hoffnung, den Abgang Joelintons schnell auffangen zu können, machen Robert Skov (neu aus Kopenhagen), immerhin Torschützenkönig der dänischen Liga, vor allem aber Flügelflitzer Ihlas Bebou, der von Hannover 96 nach Sinsheim wechselte. Dem Togolesen gelang zuletzt gegen Bremen sein erster Bundesligatreffer für die Kraichgauer.

Probleme

Bebou startete gegen Bremen etwas überraschend in der Sturmspitze – nicht gerade seine Idealposition, aber das Resultat der Personalie Andrej Kramaric (im Bild oben). Der Kroate war in der vergangenen Saison uneingeschränkter Fixpunkt der Hoffenheimer Offensive und mit 17 Bundesligatoren treffsicherster Spieler des Teams. Bislang aber fällt Kramaric aus – und das Rätselraten um die Knie-Probleme des Vize-Weltmeisters geht weiter. Am Montag unterzog sich der 28-Jährige in seiner kroatischen Heimat einer Arthroskopie, um die Ursache für seine Beschwerden zu finden. Bereits in der Vorbereitung musste der technisch beschlagene Angreifer kürzertreten, nun wird sich seine Rückkehr auf den Platz wohl weiter nach hinten verschieben, auch in Leverkusen wird Schreuder somit auf Kramaric verzichten müssen – ein herber Verlust.

Potenzial

Nach wie vor kann Hoffenheim auf die Früchte einer herausragenden Nachwuchsarbeit zählen. Gegen Bremen standen in Stefan Posch, Dennis Geiger und Christoph Baumgartner gleich drei Youngster in der Startelf, die alle bereits im Jugendbereich für 1899 aktiv waren. Vor allem von Mittelfeldakteur Geiger, der seit seinem elften Lebensjahr für die Kraichgauer aufläuft, versprechen sich die Verantwortlichen noch einiges, in den ersten beiden Bundesligaspielen gehörte er nach verletzungsgeplagter Vorsaison jeweils zu den auffälligsten Akteuren. Gut möglich, dass Geiger in die Fußstapfen des Neu-Leverkuseners Nadiem Amiri tritt, der ebenfalls aus der Hoffenheimer Nachwuchsakademie stammt. Klar scheint in jedem Fall: Wie Vorgänger Nagelsmann setzt auch Schreuder auf junge Spieler und somit die Vereinsphilosophie fort.

Prognose

Die Mannschaft wird nach dem tiefen Einschnitt im Sommer zunächst Zeit brauchen, um wieder den erfrischenden Fußball zu spielen, mit dem Hoffenheim in den vergangenen Jahren begeisterte. Dass die Mannschaft aber nach wie vor über das notwendige Potenzial verfügt, steht außer Frage. Enorm wichtig wird für die Kraichgauer sein, wann und in welcher Form Unterschiedsspieler Kramaric zurückkommt. Sollte dieser Prozess sowie die Findungsphase unter Schreuder nicht zu viel Zeit benötigen, kann Hoffenheim erneut um die internationalen Plätze mitspielen.

Ähnliche News

Frauen holen Derbysieg am Karnevalsfreitag | 18. Spieltag
Werkself-TV - 13.02.2026

Frauen: Die TV-Highlights des 2:1-Derbysiegs gegen den 1. FC Köln

Werkself-TV zeigt die TV-Highlights des 2:1-Derbysiegs der Bayer 04-Frauen gegen den 1. FC Köln am 18. Spieltag der Google Pixel Frauen-Bundesliga 2025/26.

Mehr zeigen
Jubel der Werkself
Frauen - 13.02.2026

Derbysieg am Karnevalsfreitag: Frauen überzeugen gegen Köln

Dank einer abgezockten Leistung haben die Bayer 04-Frauen am Karnevalsfreitag ihren rheinischen Nachbarn in der Bundesliga-Tabelle distanziert. In einem stimmungsvollen Derby schlug die Mannschaft von Trainer Roberto Pätzold den 1. FC Köln 2:1 (2:0) und eroberte damit mindestens bis Sonntag Rang drei zurück. Vanessa Fudalla (17.) und Sofie Zdebel (37.) erzielten die Treffer für die Werkself, die mit 31 Zählern nun sechs Punkte vor dem FC liegt.

Mehr zeigen
Rolfes, Damjanovic, Falkenberg (v.l.)
Bayer 04 - 13.02.2026

Bayer 04 verpflichtet Sturm-Juwel Aleksa Damjanovic von Roter Stern Belgrad

Bayer 04 Leverkusen verstärkt sich zur kommenden Saison mit dem serbischen U19-Nationalspieler Aleksa Damjanovic. Der 17 Jahre alte Mittelstürmer wechselt im Sommer vom serbischen Meister Roter Stern Belgrad zum Fußball-Bundesligisten. Damjanovic, der auch die Staatsbürgerschaft Österreichs besitzt, unterzeichnete einen langfristigen Vertrag.

Mehr zeigen
Willkommen Aleksa Damjanovic | Bayer 04 verpflichtet Sturm-Talent von Roter Stern Belgrad
Werkself-TV - 13.02.2026

Erstes Interview mit Aleksa Damjanovic: „Dieser Schritt bedeutet mir viel“

Bayer 04 sichert sich zur kommenden Saison die Dienste des serbischen U19-Nationalspielers Aleksa Damjanovic. Der 17 Jahre alte Mittelstürmer wechselt im Sommer von Roter Stern Belgrad nach Leverkusen und unterschreibt einen langfristigen Vertrag. Das 1,98 Meter große Sturm-Juwel gilt als eines der vielversprechendsten Angreifer-Talente Europas und überzeugte zuletzt mit starken Leistungen im Profi- und Nachwuchsbereich. Geschäftsführer Sport Simon Rolfes und Direktor Fußball Kim Falkenberg loben besonders seine Abschlussstärke, Kopfballqualitäten und physische Präsenz im Strafraum.

Mehr zeigen