
Position
„Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen“, sagte Kapitän Kevin Vogt – und dürfte damit nicht alleine gewesen sein. Nach dem 0:1 zum Bundesliga-Start in Frankfurt bekam 1899 Hoffenheim im ersten Heimspiel unter Alfred Schreuder noch die Kurve. Gegen Werder Bremen lag die TSG zurück, fing sich dann trotz zwischenzeitlicher Führung in Überzahl noch einmal den Ausgleich, bevor Rechtsverteidiger Pavel Kaderabek nach einer Ecke kurz vor Schluss doch noch den erlösenden 3:2-Siegtreffer köpfte und einen möglichen Fehlstart abwendete. „Es gibt noch viel zu tun, wir haben noch viel Luft nach oben“, meinte Schreuder selbst trotz des Sieges – und dürfte damit wohl richtig liegen. Kein Wunder: Im Sommer fand bei der TSG eine regelrechte Zäsur statt. Julian Nagelsmann verließ den Verein nach dreieinhalb erfolgreichen Jahren als Chefcoach gen Leipzig. Der Niederländer Schreuder übernahm zudem eine Mannschaft, die den Abgang mehrerer Leistungsträger verkraften muss. Was helfen sollte: Schreuder, der zuletzt als Co-Trainer maßgeblichen Anteil an der Fabelsaison von Ajax Amsterdam hatte, war zuvor bereits zwei Jahre lang Nagelsmanns Assistent in Hoffenheim und möchte ähnlichen Fußball spielen lassen. Wenigstens auf dieser Ebene sollte die Umstellung also nicht allzu groß ausfallen.
Personal
Nicht nur Schreuder muss in Hoffenheim große Fußstapfen ausfüllen, auch die Hoffenheimer Neuzugänge müssen quasi den Abgang einer ganzen Achse an Stammspielern kompensieren. Kerem Demirbay und Nadiem Amiri laufen nun gemeinsam für die Werkself auf und treffen am Samstag erstmals auf ihre bisherigen Kollegen, zudem verließen in Nico Schulz (Borussia Dortmund) und Joelinton (Newcastle United) zwei weitere Leistungsträger den Klub. Statt Demirbay und Amiri soll nun unter anderem Diadie Samassekou die Mittelfeldzentrale besetzen. Der Nationalspieler Malis ist der Königstransfer der Hoffenheimer Sommers, kam bislang aber nur zu einem Kurzeinsatz in Frankfurt. Gegen Bayer 04 könnte der 23-Jährige erstmals in der Startformation stehen. Neben ihm soll ein Rückkehrer die Geschicke lenken: Sebastian Rudy, von Schalke 04 ausgeliehen, ist zurück im Kraichgau, wo er einst die bislang besten Leistungen seiner Karriere zeigte. Hoffnung, den Abgang Joelintons schnell auffangen zu können, machen Robert Skov (neu aus Kopenhagen), immerhin Torschützenkönig der dänischen Liga, vor allem aber Flügelflitzer Ihlas Bebou, der von Hannover 96 nach Sinsheim wechselte. Dem Togolesen gelang zuletzt gegen Bremen sein erster Bundesligatreffer für die Kraichgauer.
Probleme
Bebou startete gegen Bremen etwas überraschend in der Sturmspitze – nicht gerade seine Idealposition, aber das Resultat der Personalie Andrej Kramaric (im Bild oben). Der Kroate war in der vergangenen Saison uneingeschränkter Fixpunkt der Hoffenheimer Offensive und mit 17 Bundesligatoren treffsicherster Spieler des Teams. Bislang aber fällt Kramaric aus – und das Rätselraten um die Knie-Probleme des Vize-Weltmeisters geht weiter. Am Montag unterzog sich der 28-Jährige in seiner kroatischen Heimat einer Arthroskopie, um die Ursache für seine Beschwerden zu finden. Bereits in der Vorbereitung musste der technisch beschlagene Angreifer kürzertreten, nun wird sich seine Rückkehr auf den Platz wohl weiter nach hinten verschieben, auch in Leverkusen wird Schreuder somit auf Kramaric verzichten müssen – ein herber Verlust.
Potenzial
Nach wie vor kann Hoffenheim auf die Früchte einer herausragenden Nachwuchsarbeit zählen. Gegen Bremen standen in Stefan Posch, Dennis Geiger und Christoph Baumgartner gleich drei Youngster in der Startelf, die alle bereits im Jugendbereich für 1899 aktiv waren. Vor allem von Mittelfeldakteur Geiger, der seit seinem elften Lebensjahr für die Kraichgauer aufläuft, versprechen sich die Verantwortlichen noch einiges, in den ersten beiden Bundesligaspielen gehörte er nach verletzungsgeplagter Vorsaison jeweils zu den auffälligsten Akteuren. Gut möglich, dass Geiger in die Fußstapfen des Neu-Leverkuseners Nadiem Amiri tritt, der ebenfalls aus der Hoffenheimer Nachwuchsakademie stammt. Klar scheint in jedem Fall: Wie Vorgänger Nagelsmann setzt auch Schreuder auf junge Spieler und somit die Vereinsphilosophie fort.
Prognose
Die Mannschaft wird nach dem tiefen Einschnitt im Sommer zunächst Zeit brauchen, um wieder den erfrischenden Fußball zu spielen, mit dem Hoffenheim in den vergangenen Jahren begeisterte. Dass die Mannschaft aber nach wie vor über das notwendige Potenzial verfügt, steht außer Frage. Enorm wichtig wird für die Kraichgauer sein, wann und in welcher Form Unterschiedsspieler Kramaric zurückkommt. Sollte dieser Prozess sowie die Findungsphase unter Schreuder nicht zu viel Zeit benötigen, kann Hoffenheim erneut um die internationalen Plätze mitspielen.

Nachdem zuletzt bereits Bayer 04-Nachwuchsspieler vollen Einsatz für soziale Projekte gezeigt hatten, engagierten sich nun auch die Eltern von Junioren-Kickern der Werkself für den guten Zweck. Rund 20 Mütter und Väter von Kids der U8-, U9- und U10-Teams trafen sich am Mittwoch, 23. September, am Leistungszentrum Kurtekotten, um auf dem benachbarten Gelände herabgefallene Äpfel zu sammeln – über den daraus entstehenden Apfelsaft freuen sich lokale Kindergärten und Schulen.
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Bayer 04 Leverkusen begrüßt zu Beginn der laufenden Saison 2026/27 ein neues offizielles Mitglied in seinem Sponsorenclub. Das Unternehmen KKV Kabelverlegung GmbH & Co. KG baut seine bereits bestehende Partnerschaft aus und agiert beim Fußball-Bundesligisten ab sofort als Unterstützer auf der nach dem Premium-Bereich zweithöchsten Partnerebene. Als nunmehr offizieller Partner im Sponsorenclub tritt KKV dadurch im Rahmen der Spiele der Werkself in der BayArena mit erheblich aufgewerteter Sichtbarkeit in Erscheinung. Das neue Vertragsverhältnis hat vorerst eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2028.
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