
Das mühevolle 1:0 der Bayern über Regionalligist Drochtersen/Assel im DFB-Pokal nährte noch die Hoffnungen derjenigen, die sich ein spannendes Meisterschaftsrennen in der Bundesliga wünschen. Viele Nationalspieler, die nach der WM erst spät aus dem Urlaub kamen, dazu ein gänzlich neuer Trainer – vielleicht ja Anzeichen für einen Stotterstart des FCB. Doch weit gefehlt: Sowohl beim 3:1-Auftaktsieg gegen starke Hoffenheimer als auch beim souveränen 3:0 in Stuttgart gab sich der Rekordmeister keine Blöße und steht nach zwei Bundesliga-Spieltagen wieder einmal da, wo er die vergangenen sechs Spielzeiten jeweils abschloss – ganz oben in der Tabelle. Das Maß aller Dinge in Deutschland sind die Bayern schon längst, der neue Coach Niko Kovac soll nun aber auch wieder den Erfolg auf internationaler Bühne zurück an die Säbener Straße bringen. In Sachen Vorrunden-Gegner erwischten die Bayern in der Champions League zunächst machbare Aufgaben: Die Münchner treffen auf Ajax Amsterdam, Benfica Lissabon und AEK Athen. Auch die Zweitrunden-Partie gegen den Regionalligisten SV Rödinghausen sollte von der Papierform her nur Formsache für die Kovac-Elf sein. Aber wie schnell man sich damit täuschen kann, hat ja bereits die erste Runde gezeigt...
Im Vergleich zu den vergangenen Jahren bewegte sich das Transfer-Karussell an der Isar in diesem Sommer nur sehr gemächlich. Die Zugänge von Leon Goretzka und Serge Gnabry standen bereits frühzeitig fest, weiter eingekauft wurde nicht bei den Bayern. Der spektakulärste Neuzugang ist damit Trainer Niko Kovac, der von Eintracht Frankfurt losgeeist werden konnte und nun eine neue Ära prägen soll, nachdem in den vergangenen 14 Jahren kein Trainer länger als drei Spielzeiten an der Säbener Straße verbracht hat. Auch auf der Abgangsseite blieb es vergleichsweise ruhig. Der bereits zuvor ausgeliehene Douglas Costa wurde endgültig an Juventus Turin veräußert; das durch die Verpflichtung von Goretzka entstandene Überangebot im zentralen Mittelfeld wurde durch den Verkauf des Ex-Leverkuseners Arturo Vidal nach Barcelona ausgedünnt. Auch für Sebastian Rudy war kein Platz mehr, der Nationalspieler verließ den FCB kurz vor Ende der Transferperiode – genauso wie Linksverteidiger Juan Bernat. Somit kann der ehemalige Leverkusener Niko Kovac auf das Gerüst der Mannschaft zählen, die sich in den vergangenen Jahren ein ums andere Mal souverän zum Meister krönte.
Der 3:1-Sieg zum Auftakt gegen Hoffenheim hinterließ einen großen Wehrmutstropfen im Lager der Bayern: Flügelspieler Kingsley Coman zog sich einen Syndesmoseband-Riss zu und wird wohl den Großteil der Vorrunde verpassen. Das ist nicht nur deshalb bitter, weil Coman den Bayern aufgrund der gleichen Verletzung in der entscheidenden Saisonphase im Frühjahr fehlte (und deshalb auch nicht im französischen Aufgebot für die WM in Russland stand). Es könnte auch deshalb zum Problem werden, weil die offensiven Außenpositionen beim FCB vergleichsweise dünn besetzt sind. Zwar zeigt die schier alterslose Flügelzange Robben/Ribéry, dass sie auch mit 34 beziehungsweise 35 Jahren noch immer höchsten Ansprüchen genügt, allerdings sind beide häufiger angeschlagen und spielen nur noch selten über 90 Minuten. Was nach dem Verkauf von Bernat ebenfalls fehlt: ein zweiter etatmäßiger Linksverteidiger, der Druck auf David Alaba ausüben könnte.
Der FC Bayern ist dabei, seinen Status als globale Marke immer weiter voranzutreiben. Zum Sommertrainingslager flog die Mannschaft in die USA, im Winter geht es aller Voraussicht wie in den vergangenen Jahren nach Katar. Dazu passt die Meldung aus der vergangenen Woche, dass der Verein seine bereits dritte Fußballschule in China eröffnet. „Der chinesische Fußball hat sehr hohes Potenzial“, verkündete der FCB in der dazugehörigen Mitteilung. Dabei geht es gar nicht allein um die sportliche Komponente, sondern auch um die Möglichkeit, „die Marke und Werte des FC Bayern nach China zu transportieren“, wie der zuständige Vorstand für Internationalisierung und Strategie Jörg Wacker erklärt. Auch die Zukunft des FC Bayern kann nicht nur in sportlichen Erfolgen gemessen werden, der Verein will sein riesiges Potenzial auch in anderen Teilbereichen erschließen – und das weltweit.
Erneut scheint es in Deutschland kaum ein Team zu geben, das dem FC Bayern die siebte Meisterschaft in Folge streitig machen könnte, zu stark ist der Kader der Münchner auf allen Positionen noch immer besetzt. Wie die Saison letztlich beim Rekordmeister selbst wahrgenommen wird, hängt allerdings maßgeblich von dem ab, was über die Meisterschaft hinausgeht. Wenn Niko Kovac sein taktisches Feingefühl aus Frankfurt auch auf höchstem internationalen Niveau beweisen kann und die Bayern in der entscheidenden Saisonphase von Verletzungen ihrer Schlüsselspieler verschont bleiben, kann auch in der Champions League der große Wurf gelingen.


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