Zurück zur Übersicht
13.08.2021Bundesliga

Gegner-Check: Viele Neue in Köpenick

Endlich wieder Bundesliga! Das erste Spiel der neuen Saison führt die Werkself am Samstag, 14. August (Anstoß: 15.30 Uhr), beim Liga-Debüt von Cheftrainer Gerardo Seoane in die Hauptstadt. Mit dem 1. FC Union Berlin wartet eine Mannschaft, bei der sich im Sommer enorm viel getan hat.
crop_imago1005201446h.jpg

Position

Eine kurze Anlaufzeit benötigte auch Union Berlin, um in der neuen Saison anzukommen. „Ich habe im Vorfeld gesagt, dass das ein schwieriges Pokalspiel wird“, so Trainer Urs Fischer nach dem 1:0-Sieg über Türkgücü München in der 1. Runde des DFB-Pokals. „Ich glaube, das hat man heute gesehen. Vor allem die ersten 15. Minuten brauchten wir, um ins Spiel zu kommen.“ Letztendlich lösten die Eisernen die knifflige Aufgabe bei dem ambitionierten Drittligisten aber verdient, Fischer empfand die Leistung nach der Anfangsphase als „abgeklärt“. Der Treffer von Olympia-Teilnehmer Max Kruse Mitte der ersten Hälfte genügte zum Weiterkommen – Pflichtaufgabe erfüllt. Durchaus etwas ungewöhnlich: Nur einen Tag nach der Pokalpartie spielte Union Berlin schon wieder – dieses Mal in der heimischen Alten Försterei. Die Startelf-Spieler aus dem Duell mit Türkgücü kamen nicht zum Einsatz, dafür aber einige der Joker. Union siegte schließlich mit 4:0 gegen Regionalligist Hildesheim und Fischer zeigte sich „sehr zufrieden“. Vor ihm und dem Verein liegen aufregende Wochen: Nach dem Bundesliga-Auftakt gegen die Werkself steht für Union in der Qualifikation für die neugeschaffene UEFA Conference League das erste internationale Pflichtspiel seit fast 20 Jahren an. Gegner ist der finnische Klub Kuopion PS.

Personal

Trotz der erfolgreichen Vorsaison hat sich einiges getan im Kader der Köpenicker, kein Bundesligist war während des Transferfensters so aktiv wie die Eisernen. Die Liste an Neuzugängen ist enorm lang und durchaus prominent besetzt: In Rani Khedira (Augsburg), Andreas Voglsammer (Bielefeld), Kevin Behrens (Sandhausen), Timo Baumgartl (Eindhoven, früher Stuttgart) und Genki Haraguchi (Hannover) verpflichtete Union gleich eine ganze Reihe an im deutschen Profifußball arrivierten Akteuren, hinzu kommen die beiden jungen Verteidiger Rick van Drongelen (HSV) und Paul Jaeckel (Fürth), die beiden Polen Tymoteusz Puchacz (Lech Posen) und Pawel Wszolek (Legia Warschau), Torhüter Frederik Rönnow (Frankfurt) und der ehemalige Werkself-Akteur Levin Öztunali (zuletzt Mainz). Außerdem gelang es der umtriebigen Union-Spitze, den bisher ausgeliehenen Stürmer Taiwo Awoniyi fest vom FC Liverpool zu verpflichten – vielleicht sogar DER Coup von Geschäftsführer Oliver Ruhnert.

Dem gegenüber stehen vergleichsweise wenige Abgänge – auch wenn gerade die von Routinier Christian Gentner (nach Luzern), Innenverteidiger Nico Schlotterbeck (nach Leih-Ende zurück nach Freiburg), Linksverteidiger Christopher Lenz (nach Frankfurt) und unserer Werkself-Leihgabe Joel Pohjanpalo durchaus spürbar sein dürften. Außerdem verließen Marius Bülter (Schalke 04), Florian Hübner (Nürnberg), Akaki Gogia (Zürich) sowie Loris Karius und Petar Musa (beide nach Leihen zurück zum Stammverein) die Eisernen.

Dennoch: Insgesamt dürfte sich die Qualität des Kaders sowohl in der Spitze, vor allem aber auch in der Breite verbessert haben. Die wird Union angesichts der drei Wettbewerbe, an denen der Verein teilnimmt, wohl auch brauchen.

Prunkstück

In den vergangenen beiden Saisons tat sich Union stets durch eine bestens sortierte Defensive hervor. Die 43 Gegentore in der abgelaufenen Spielzeit wurden ligaweit nur von Leipzig, Wolfsburg und der Werkself getoppt. Fixpunkte der bärenstarken Defensive sind Abräumer Robert Andrich, Kapitän Christopher Trimmel sowie Abwehrchef Marvin Friedrich. Die beiden letztgenannten haben ihre Qualitäten nicht nur im Tore verhindern, sondern stellen auch stets eine Gefahr für den Gegner da – vor allem bei ruhenden Bällen. Trimmels punktgenaue Flanken und Freistöße sowie Friedrichs enorme Kopfballstärke sind zwei Faustpfande der Berliner, die bereits für einige Tore gesorgt haben.

Probleme

Die Null stand auch in den vergangenen beiden Partien wieder, doch mit der Chancenverwertung war Coach Fischer jeweils nicht zufrieden. Nach dem Pokalsieg über Türkgücü etwa monierte er: „In der zweiten Hälfte musst du eigentlich das zweite Tor erzielen, da haben wir uns das Leben selbst ein bisschen schwer gemacht.“ Und im Test gegen Hildesheim ließ sein Team eine ganze Reihe bester Chancen aus, die vier Tore fielen allesamt erst in der Schlussviertelstunde. „Wenn du so viele Möglichkeiten hast, muss auch in einem Testspiel was dabei rauskommen“, stellte Fischer klar.

Prognose

Die abgelaufene Fabelsaison dürfte für Union doch eigentlich nur schwer zu wiederholen sein – oder doch nicht? Schließlich hat der Verein seine Mannschaft noch einmal deutlich aufgerüstet, die Köpenicker sind nun auf fast jeder Position im Kader doppelt stark besetzt. Auf den ersten Blick ist die Mannschaft damit sogar besser besetzt als im Vorjahr – und im Vergleich zu vielen anderen Teams ist der Trainer der gleiche geblieben, Fischer konnte seine Spielidee im Sommer weiterentwickeln. Ein Stolperstein könnte höchstens die Dreifachbelastung durch die Auftritte in der Conference League werden. Steckt Union diese gut weg, ist ein ähnliches Abschneiden wie in der vergangenen Saison durchaus möglich.

Ähnliche News

Bayer 04-Logo
Bayer 04 - 01.10.2026

Nach Pyrotechnik-Missbrauch in Elversberg und gegen Union Berlin: 12.000 Euro Geldstrafe für Bayer 04

Bayer 04 Leverkusen ist vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wegen unsportlichen Verhaltens von Teilen seines Anhangs während der Bundesliga-Auftaktpartie bei der SV 07 Elversberg sowie im Rahmen des Heimspiels gegen den 1. FC Union Berlin zu Geldstrafen von insgesamt 12.000 Euro verurteilt worden. Bis zu 4.800 Euro der Summe kann der Werksklub für eigene sicherheitstechnische oder gewaltpräventive Maßnahmen aufwenden.

Mehr zeigen
Ticket-Infos für das Europa-League-Heimspiel gegen Olympique Marseille
Europa League - 01.10.2026

Tickets für das UEL-Heimspiel gegen Olympique Marseille

Im Rahmen des 4. Spieltags der Ligaphase der UEFA Europa League 2026/27 empfängt Bayer 04 den französischen Topklub Olympique Marseille in der BayArena. Die Partie steigt am Donnerstag, 5. November, um 21 Uhr. Alle Infos zum Ticketverkauf.

Mehr zeigen
Ticket-Infos
Bayer 04 - 01.10.2026

Ticket-Überblick für die Spiele von Bayer 04

Ein Überblick über die aktuellen Ticket-Verkäufe der Heim- und Auswärtsspiele von Bayer 04 in der Saison 2026/27.

Mehr zeigen
Rudi Vollborn
Bayer 04 - 01.10.2026

„Rudi erzählt…“: Vollborn über Highlights aus dem Oktober

Rüdiger Vollborn ist seit 40 Jahren im Klub, mit 401 Bundesliga-Einsätzen der Rekordspieler des Klubs und hat als einziger Bayer 04-Profi sowohl den UEFA-Cup (1988) als auch den DFB-Pokal (1993) gewonnen. Und auch nach seiner beeindruckenden Profi-Karriere blieb der gebürtige Berliner dem Werksklub weiter erhalten, arbeitete fortan neun Jahre als Torwarttrainer. Inzwischen ist Vollborn unterm Bayer-Kreuz als Fanbeauftragter und Klub-Archivar tätig. Seit Februar 2021 nimmt das personalisierte schwarz-rote Lexikon die Werkself-Fans in der Rubrik „Rudi erzählt...“ monatlich mit auf eine kleine Reise in die Geschichte von Bayer 04.

Mehr zeigen
Gemeinsames Training der U17 mit dem japanischen U17-Auswahlteam
Jugend - 30.09.2026

Austausch über den Fußball hinaus: Japanisches U17-Auswahlteam zu Gast in Leverkusen

Besondere Gäste im Rahmen einer besonderen Maßnahme: Der Nachwuchsbereich von Bayer 04 begrüßte Anfang der Woche ein U17-Auswahlteam der J.LEAGUE, der höchsten japanischen Fußball-Liga. Neben den Spielern sowie dem Trainerteam und Staff reiste auch der frühere Werkself-Cheftrainer Roger Schmidt, heute Global Sports Director der J.LEAGUE, nach Leverkusen. Vor Ort standen unter anderem ein gemeinsames Training mit sowie ein Testspiel gegen die U17 von Bayer 04 auf dem Programm.

Mehr zeigen