Gegner-Check: Tuchel hat im Topspiel wieder mehr Optionen

Zum 90. Mal treffen Bayer 04 und der FC Bayern München an diesem Samstag, 10. Februar (Anstoß 18:30 Uhr), in der Bundesliga aufeinander. Den Rekordmeister plagten zuletzt einige personelle Probleme. Pünktlich zum Spitzenspiel des Tabellenzweiten beim Tabellenersten werden voraussichtlich einige Stammkräfte wieder in den Kader zurückkehren. Ein Fragezeichen bleibt dennoch. Der Gegner-Check.
crop_GegnerCheckBayern.jpg

Position

Nur zwei Punkte trennen die Bayern von Tabellenführer Bayer 04. Zwischenzeitlich war der Rückstand auf die Werkself nach der überraschenden 0:1-Heimniederlage gegen Werder Bremen auf vier Punkte angewachsen. Aber der FCB hat sich dadurch – ganz „bayernlike“ – nicht aus der Ruhe bringen lassen. Mit den drei anschließenden Siegen gegen den 1. FC Union Berlin (1:0), FC Augsburg (3:2) und Borussia Mönchengladbach (3:1) rückten die Münchner dem Spitzenreiter wieder dicht auf die Pelle. Und haben es nun im direkten Duell in der eigenen Hand, mit weiteren drei Punkten wieder ganz nach oben zu kommen.

Am vergangenen Wochenende hatten sich die Bayern in der ersten Halbzeit gegen Mönchengladbach noch schwergetan. Nach dem Rückstand durch Nico Elvedi traf Youngster Aleksandar Pavlovic unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff zum Ausgleich für die Gastgeber. Nach dem Wechsel sorgten Harry Kane und Matthijs de Ligt mit ihren Kopfballtoren für einen hart erarbeiteten Sieg gegen den wie gewohnt unbequemen Gegner vom Niederrhein. „Wir sind ruhig geblieben, haben eine gute Reaktion auf den Rückstand gezeigt und unsere Hausaufgaben gemacht“, sagte Tuchel nach der Partie. „Es war eine ordentliche Leistung gegen einen schwierigen Gegner.“

In dieser Woche nun konnte sich der Rekordmeister in Ruhe auf den nächsten schwierigen Gegner vorbereiten. Denn die Bayern waren im DFB-Pokal nicht mehr gefordert, sind dort bereits in der 2. Runde beim Drittligisten 1. FC Saarbrücken ausgeschieden (1:2). Nach dem Erfolg gegen Mönchengladbach blickte Tuchel denn auch sofort aufs Topspiel gegen die Werkself und gab die Richtung vor: „Wir werden die Zeit nutzen und mit dem klaren Ziel nach Leverkusen fahren, ihnen die erste Niederlage zuzufügen und an ihnen vorbeizuziehen. Wir brauchen eine absolute Top-Leistung auf allen Positionen und müssen von der ersten Minute an liefern.“ Viel Optimismus verbreitete auch Thomas Müller, der am vergangenen Samstag seinen 500. Sieg mit den Bayern gefeiert hat: „Wir haben uns eingepeitscht, dass wir auch Leverkusen packen. Ich glaube, dass wir auf einem guten Weg sind und auch in der BayArena gewinnen können.“

Personal

Die Ausfallliste beim FC Bayern war zuletzt lang. Innenverteidiger Dayot Upamecano hatte sich beim 1:0 gegen den 1. FC Union Berlin einen Muskelfaserriss zugezogen und daraufhin die beiden anschließenden Spiele gegen Augsburg und Mönchengladbach verpasst. Ebenso wie Mittelfeldmann Joshua Kimmich, der sich im Berlin-Spiel an der Schulter verletzt hatte. Und die Nachholpartie gegen die Köpenicker war auch für Rechtsverteidiger Konrad Laimer schmerzhaft. Der Österreicher hatte sich an der Wade verletzt und wird den Bayern noch einige Zeit fehlen. Am vergangenen Samstag erwischte es nun Alphonso Davies, den eine Innenbandzerrung für mehrere Wochen außer Gefecht setzen wird.

Während Davies in Leverkusen auf der linken Abwehrseite von Raphael Guerreiro vertreten werden dürfte, könnten Kimmich und Upamecano bis Samstag wieder fit sein. Beide sind seit Mittwoch wieder im Teamtraining. Sollte es für Upamecano nicht reichen, würde entweder wie zuletzt Winter-Neuzugang Eric Dier dessen Position in der Innenverteidigung neben Matthijs de Ligt übernehmen. Eventuell steht aber auch Stammspieler Kim Min-Jae wieder bereit. Der 27-Jährige schied am Dienstag mit der von Jürgen Klinsmann trainierten südkoreanischen Nationalelf bei der Asienmeisterschaft im Halbfinale gegen Jordanien aus. Wegen einer Gelbsperre war der Innenverteidiger nicht zum Einsatz gekommen. Gut möglich also, dass auch Kim Min-Jae am Samstag wieder im Bayern-Kader stehen wird. Auf der rechten Seite vertraute Tuchel zuletzt dem Marokkaner Noussair Mazraoui. Alternativ könnte hier auch Sacha Boey sein Startelf-Debüt geben. Den französischen Außenverteidiger von Galatasaray Istanbul nahmen die Münchner Ende Januar unter Vertrag. Im zentralen Mittelfeld machte zuletzt der erst 19-jährige Aleksandar Pavlovic seine Sache als Vertreter von Joshua Kimmich hervorragend und erzielte gegen Augsburg und Mönchengladbach jeweils ein wichtiges Tor.

Fehlen werden den Bayern am Samstag neben Laimer und Davies weiterhin Verteidiger Bouna Sarr (Kreuzbandriss) sowie die Offensivkräfte Kingsley Coman (Innenbandriss) und Serge Gnabry, der sich nach seiner Muskelsehnenverletzung derzeit im Aufbautraining befindet. Unklar ist, ob Neuzugang Bryan Zaragoza (FC Granada) dabei sein kann, der unter der Woche wegen eines grippalen Infekts pausieren musste. Ein Fragezeichen steht zudem hinter dem Einsatz von Manuel Neuer. Der Torhüter und Kapitän konnte wegen leichter Knieprobleme bei mehreren Trainingseinheiten nicht mitmachen.

Prunkstück

Der FC Bayern stellt mit 59 Toren die beste Offensive der Bundesliga. Nur einmal, in der Saison 2021/22, erzielten die Münchner noch mehr Tore (65) an den ersten 20 Spieltagen. Top-Torjäger Harry Kane steuerte jüngst gegen Mönchengladbach bereits sein 24. Saisontor bei. Dies ist nach 20 Spieltagen eingestellter Bundesliga-Rekord, zuvor war dies auch Robert Lewandowski 2020/21 gelungen. Im selben Spiel gegen Gladbach hatte Matthijs de Ligt mit seinem Treffer zum 3:1 das insgesamt 13. Kopfballtor der Bayern erzielt – das ist einsamer Bestwert in der Liga. Für die geballte Offensivpower des FCB sind auch die mit Abstand meisten Torschüsse (401) aller Klubs ein deutlicher Beleg. Und noch drei Bestwerte: In der laufenden Saison trafen bereits 15 verschiedene Spieler für die Bayern, die zudem die meisten Kontertore (6) und – gemeinsam mit Bayer 04 – die meisten Tore nach Standards (15) erzielten. Weit mehr als die Hälfte aller 59 Münchner Tore gehen auf das Konto von Harry Kane (24), Jamal Musiala (5) und Leroy Sané (8). Letzterer ist mit 12 Assists auch bester Vorbereiter in der Liga – zweitbester ist Werkself-Profi Alejandro Grimaldo, der zehnmal auflegen konnte.

Probleme

Selbst ein in der Breite so qualitativ hochwertig besetzter Kader wie der der Bayern ist vor personellen Problemen nicht gefeit. Gleichzeitige Ausfälle von Leistungsträgern wie Coman, Laimer, Davies, Gnabry, zuletzt von Upamecano und Kimmich, sind auf Dauer vielleicht auch für den Rekordmeister nicht ohne weiteres zu kompensieren. Vor allem in der Defensive musste Tuchel häufig umstellen und schickte bislang mehr als ein Dutzend Abwehrformationen aufs Feld.

Prognose

Die Bayern wissen um die große Herausforderung, die am Samstag in der BayArena auf sie wartet. „Es wird ein schwieriges Spiel“, ist Torjäger Harry Kane überzeugt. „Wir müssen kämpfen und alles geben, um die drei Punkte zu holen.“ Sein Mannschaftskollege Matthijs de Ligt weiß: „Leverkusen ist sehr gut mit Ball.“ Und Torhüter Manuel Neuer, der selbst mit Xabi Alonso beim FC Bayern zusammengespielt hat, hob kürzlich hervor, dass „Xabi und Bayer Leverkusen einfach gut zueinander passen und das wirkt sich auf die Spieler aus“. Der Respekt vor der Werkself ist groß. Und dennoch geht der FCB mit breiter Brust ins Spiel. Gerade, wenn’s drauf ankam, haben die Münchner immer wieder Nervenstärke bewiesen. Auf dem Weg zu ihren letzten elf Meistertiteln in Folge lagen sie im Saisonverlauf schon häufiger mehrere Punkte zurück und holten dennoch immer die Schale. Keine Frage: Es wird auch am Samstagabend in der BayArena wieder auf eine starke Mentalität ankommen.

Ähnliche News

Karneval beim Bayer
Fans - 17.02.2026

„Karneval beim Bayer“ 2026: 100.000 Jecken feiern mit!

Ausgelassene Stimmung von Hitdorf bis Opladen – auch in diesem Jahr ließen wieder etliche junge wie alte Karnevalisten gemeinsam mit Schwarz-Rot die Kamelle fliegen. Los ging es am Karnevalsfreitag in Hitdorf, bevor der bunte Bayer 04-Wagen am darauffolgenden Valentinstag in Schlebusch vorbei an 40.000 fröhlichen Jecken zog. Rund 25.000 begeisterte Zuschauer feierten am Sonntag in Wiesdorf mit, bevor zum Finale am Rosenmontag in Opladen trotz des regnerischen Wetters noch einmal 30.000 lachende Gesichter dem Bayer 04-LKW zujubelten.

Mehr zeigen
„SoD-Unplugged-Ticket“
Champions League - 17.02.2026

Play-offs gegen Olympiakos Piräus: „SoD-Unplugged-Ticket“ in der Fanwelt holen und an exklusivem Gewinnspiel teilnehmen!

Nach dem „Tour-Pass“ für die Ligaphase der UEFA Champions League 2025/26 geht es in den anstehenden K.-o.-Play-offs mit dem „SoD-Unplugged-Ticket“ weiter! Die Aktion richtet sich erneut exklusiv an alle Bayer 04-Clubmitglieder. Das „SoD-Unplugged-Ticket“ ist ab dem Tag des Hinspiels bei Olympiakos Piräus (Mi., 18. Februar) und bis einschließlich Samstag, 28. Februar, am Service Counter in der Fanwelt erhältlich. Zu gewinnen gibt es 6x 1 von einem Werkself-Profi unterschriebenes Schallplatten-Cover im „Sound of Dreams“-Look!

Mehr zeigen
Jubel der Bayer 04-Frauen
Frauen - 17.02.2026

Jetzt Tickets sichern: Vorverkauf für Frauen-Heimspiel gegen Jena gestartet

Nach dem umjubelten 2:1-Derbysieg gegen den 1. FC Köln mischen die Bayer 04-Frauen weiterhin in der Spitzengruppe der Bundesliga mit. Wer die Werkself im Rennen um Platz drei live vor Ort unterstützen möchte, kann ab sofort auch Tickets für das Heimspiel gegen den FC Carl Zeiss Jena erwerben. Auch Karten für das kommende Duell am Sonntag, 22. Februar, im Ulrich-Haberland-Stadion gegen die TSG Hoffenheim sind noch verfügbar. Alle Infos im Überblick.

Mehr zeigen
Gegner Check
eSports - 17.02.2026

#B04eSports: Gegen die Bayern und Co. die Offline-Runde perfekt machen

Noch einmal Vollgas geben! Am heutigen Dienstag, 17. Februar (ab 18 Uhr live auf Twitch), bestreitet das #B04eSports-Team die übrigen drei Vorrunden-Spiele des fünften und finalen Showdowns der VBL Club Championship 2025/26. Gegen den 1. FC Nürnberg, den 1. FC Magdeburg sowie den FC Bayern München wollen die Leverkusener Konsolen-Profis den Einzug in die Offline-K.-o.-Runde perfekt machen und dort wertvolle Zähler für die Gesamttabelle und den Kampf um das Final-Event um die Deutsche Klub-Meisterschaft sammeln. Der Gegner-Check.

Mehr zeigen
Olympiakos Piräus
Champions League - 17.02.2026

Gegner-Update: Olympiakos mit zwei Gesichtern

Auf ein Neues also: Vier Wochen nach dem 2:0-Heimsieg in der Ligaphase der UEFA Champions League empfängt Olympiakos Piräus die Werkself an diesem Mittwoch, 18. Februar (Anstoß: 21 Uhr deutscher Zeit/live bei DAZN und im Werkself Radio), nun zum Hinspiel in den K.-o.-Play-offs ein zweites Mal binnen kurzer Zeit im Stadio Georgios Karaiskakis. Und es dürfte wieder ein hochintensives Duell in feuriger Atmosphäre werden.

Mehr zeigen