Zurück zur Übersicht
12.02.2021Bundesliga

Gegner-Check: Svensson bringt neuen Schwung

Das zweite Bundesliga-Heimspiel in Folge bestreitet die Werkself am Samstag, 13. Februar (Anstoß: 15.30 Uhr) – und wieder kommt der Gast aus dem Südwesten. Der 1. FSV Mainz 05 stellt sich als Tabellenvorletzter in der BayArena vor, hat aber zuletzt keineswegs gespielt wie ein solcher.
crop_imago1000205062h.jpg

Position

Mainz wieder mittendrin – so könnte man die Erkenntnis des vergangenen Wochenendes in Worte fassen. Noch vor rund einem Monat stand das Team abgeschlagen am Tabellenende, der Abstand auf Platz 15 betrug nach der Hinrunde stolze zehn Punkte. Nach dem 1:0 über den 1. FC Union Berlin am vergangenen Samstag sind es nun nur noch deren vier, die Mainzer haben sich herangerobbt an das rettende Ufer. „Das war ein wichtiger Sieg“, freute sich Trainer Bo Svensson. „Es sind noch 14 Spiele, da kann viel passieren.“ Svensson selbst ist zum Gesicht des Mainzer Aufschwungs geworden. 7 Punkte haben die Rheinhessen in den 6 Spielen unter Svensson geholt und damit einen mehr als in den 14 Saisonspielen zuvor. Bemerkenswert ist das vor allem, wenn man das Programm sieht, welches Svensson und sein Team zu bewältigen hatte: Frankfurt, Dortmund, Wolfsburg, Leipzig, Stuttgart, jetzt Union – in alle Partien war Mainz eigentlich als klarer Außenseiter gegangen. Doch während die Mannschaft unter seinen Vorgängern Achim Beierlorzer und Jan-Moritz Lichte keine Punkte gegen die „großen“ Teams der Liga holte, hat der ehemalige 05-Verteidiger Svensson das jetzt schon mehrfach geschafft. Gerade der 3:2-Überraschungscoup gegen RB Leipzig durch einen couragierten Auftritt nötigte Beteiligten und Beobachtern ligaweit Respekt ab.

Personal

Die vielleicht auffälligste Änderung, die Svensson im Mainzer Spielsystem vorgenommen hat, ist die Rückkehr zur Doppelspitze. Lief Mainz in der Hinrunde noch fast ausschließlich mit nur einem echten Stürmer auf, setzt der Däne nun auf ein 3-4-1-2, um mehr Torgefahr zu erzeugen. Und das obwohl er auf den gefährlichsten Mainzer Angreifer der vergangenen Jahre gar nicht mehr zurückgreifen kann. Denn Jean-Philippe Mateta, mit sieben Treffern noch immer der mit Abstand beste FSV-Torschütze dieser Saison, läuft seit Januar für Crystal Palace in der Premier League auf. Zuletzt fehlte zudem auch noch Robin Quaison, der treffsicherste Mainzer Stürmer der Vorsaison, aufgrund einer Knieprellung.

Den Platz neben Karim Onisiwo nahm daher zuletzt der noch zu Beginn der Saison kurzzeitig suspendierte Adam Szalai ein, der routinierte Ungar stand gegen Union erstmals seit fast einem Jahr wieder in der Startelf der Nullfünfer. „Ich bewerte seine Leistung sehr gut“, lobte Svensson den 33-Jährigen. „Er hat uns nicht nur spielerisch geholfen, sondern auch gecoacht, Persönlichkeit, Charakter und Haltung gezeigt.“ Dennoch ist nicht sicher, dass Szalai auch gegen die Werkself wieder in der Startformation steht. Denn Mainz hat kurz vor Schluss der Transferphase noch den ehemaligen Heidenheimer Robert Glatzel ausgeliehen, der zuletzt für Cardiff City in der englischen Championship, der zweiten Liga, stürmte. Nach der obligatorischen Quarantäne trainierte der großgewachsene Angreifer erst am Tag vor dem Union-Spiel erstmals mit der Mannschaft, feierte dann gegen die Berliner mit einer Einwechslung in der Schlussphase sein Bundesligadebüt und sprach im Anschluss von einem „Kindheitstraum, der sich jetzt erfüllt hat“. Gut möglich, dass Glatzel in Leverkusen nach einer kompletten Trainingswoche mit der Mannschaft dann auch von Beginn an ran darf. Der Angreifer ist im Übrigen der dritte Leih-Neuzugang der Mainzer im Winter. Die anderen beiden sind in Leverkusen noch bestens bekannt. Sowohl Dominik Kohr als auch Danny da Costa kamen von Eintracht Frankfurt, wurden aber am Kurtekotten ausgebildet und liefen für die Profimannschaft auf. Nun folgt für das Duo – genau wie für Levin Öztunali – die gemeinsame Rückkehr an die alte Wirkungsstätte.

Prunkstück

Drei der vier Treffer, die Mainz bei den beiden jüngsten Siegen erzielte, fielen nach Standardsituationen – und dreimal hieß der Torschütze Moussa Niakhaté. Der Innenverteidiger hat in den vergangenen Wochen das Knipser-Gen in sich entdeckt und mit seinem siegbringenden Elfmeter-Tor am vergangenen Wochenende sogar eine Bundesliga-Bestmarke aufgestellt: Es war der 30. Strafstoß in Folge, den Mainz 05 im deutschen Oberhaus verwandelte – eine solche Serie gelang zuvor noch keiner Mannschaft. „Von diesem Rekord wusste ich nichts“, sagte der Franzose im Anschluss – und war irgendwie auch froh darüber. „Das hätte sonst den Druck erhöht.“

Probleme

Würde ein Fußballspiel nur 45 Minuten dauern, die Mainzer Abstiegssorgen wären wohl weitaus kleiner. Denn je länger die Partie dauert, desto größer sind die Schwierigkeiten, die die Nullfünfer bekommen. Mainz hat ligaweit die wenigsten Tore nach dem Seitenwechsel erzielt. In der Schlussviertelstunde, in der statistisch gesehen die meisten Treffer in der Bundesliga fallen, kommen die Rheinhessen sogar auf erst ein einziges Tor. Umgekehrt hat nur Schlusslicht Schalke im zweiten Durchgang und in der Schlussviertelstunde mehr Treffer als Mainz kassiert. Die Konsequenz: Das Team lag zwar in ganzen 9 der bislang 20 Ligaspielen in Führung, gewann aber nur 3 davon. Insgesamt 15 Punkte hat Mainz auf diese Weise schon liegen lassen.

Prognose

Svensson hat neuen Schwung ins Mainzer Ensemble gebracht, die Leistungen in den vergangenen Wochen mit Punktgewinnen gegen RB Leipzig und Borussia Dortmund waren durchaus eindrucksvoll. Auf diese Weise kann Mainz die Aufholjagd in Richtung der Nicht-Abstiegsplätze fortführen, zumal die Gegner nach dem Spiel gegen die Werkself und dem anschließenden Aufeinandertreffen mit Borussia Mönchengladbach wieder etwas einfacher werden. Ob es am Ende zum Klassenerhalt reicht, wird wohl auch davon abhängen, ob die durch Matetas Abgang abhandengekommene Durchschlagskraft im Angriff adäquat ersetzt werden kann.

Ähnliche News

Tobias Ufer, Gonzalo Castro, Stefan Kießling und Rüdiger Vollborn
Fans - 13.03.2026

„Rudi lädt ein“: Erfolgreiche Premiere mit Castro und Kießling

Beste Laune und bis dato nie öffentlich gewordene Storys: Knapp 100 Bayer 04-Fans füllten am Donnerstagabend die Schwadbud im Osten der BayArena, um bei der ersten Ausgabe der neuen Veranstaltungsreihe „Rudi lädt ein“ live dabei zu sein. Dabei hörten sie gespannt zu, wie die langjährigen Werkself-Profis Gonzalo Castro und Stefan Kießling mit Rekordspieler Rüdiger Vollborn und Moderator sowie Stadionsprecher Tobias Ufer über die vielen gemeinsamen Jahre unterm Kreuz sprachen, kuriose Geschichten zum Besten gaben und Kabinen-Geheimnisse ausplauderten. Wer die Premiere verpasst hat, kann sich bereits auf die zweite Ausgabe freuen – am 12. Mai testet Rudi bei einem Quiz-Abend das Expertenwissen der Bayer 04-Fans.

Mehr zeigen
Besprechung im Training
Frauen - 13.03.2026

„Im Elf gegen Elf auf Augenhöhe begegnen“: Frauen wollen in Wolfsburg Revanche für Hinspiel-Pleite

Das Bundesliga-Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg in der Hinrunde war für die Bayer 04-Frauen einer dieser klassisch-sprichwörtlichen „Tage zum Vergessen“. Eingeleitet durch eine Rote Karte gegen Torhüterin Charlotte Voll in der ersten Spielminute und schließlich nach einem weiteren Platzverweis sogar in doppelter Unterzahl unterlag die Mannschaft von Trainer Roberto Pätzold dem Vizemeister 1:5. Am Sonntag, 18.30 Uhr (MagentaSport und DAZN), bietet sich im AOK Stadion die Chance zur Revanche – und auf wertvolle Punkte im Rennen um Rang drei.

Mehr zeigen
Dustin Buck von der U19 von Bayer 04
Jugend - 13.03.2026

Nachwuchs: U19-Topspiel in Paderborn – Derby für U12

Richtungsweisende Wochen für die U19 von Bayer 04: Zum ersten Rückspiel in Liga A der Hauptrunde der DFB-Nachwuchsliga gastieren die drittplatzierten Leverkusener beim SC Paderborn 07 auf Rang zwei, nur ein Zähler trennt beide Teams. Während die U15 bei Borussia Mönchengladbach ihre knappe Tabellenführung verteidigen will, steht für die U12 ein Derby gegen den 1. FC Köln an. Als letztes Nachwuchs-Team starten nun auch die U23-Frauen nach der Winterpause zurück ins Liga-Geschehen – das Nachwuchs-Wochenende im Überblick.

Mehr zeigen
Ulf Kirsten und Paulo Sergio schießen die Werkself zum Heimsieg
Werkself-TV - 13.03.2026

Da war doch was... Ulf Kirsten und Paulo Sergio schießen die Werkself zum Heimsieg

Ein besonderes Spiel gegen den FC Bayern München, nicht nur, aber auch für Erich Ribbeck: Bayer 04 holte den 2:0-Heimsieg, bei dem Oliver Kahn als Hellseher in Erscheinung trat...

Mehr zeigen
Jubel von Sofie Zdebel
Frauen - 12.03.2026

„Tor des Monats“ Februar: Derby-Kracher von Sofie Zdebel zur Auswahl

Sofie Zdebel steht zur Wahl für das „Tor des Monats“ Februar der ARD-Sportschau. Bis zum 21. März (19 Uhr) können Fans für den 18-Meter-Volleyschuss der deutschen U23-Nationalspielerin zum zwischenzeitlichen 2:0 im Derby der Bayer 04-Frauen gegen den 1. FC Köln (2:1) abstimmen.

Mehr zeigen