
Für Hertha BSC geht eine turbulente Saison vergleichsweise ruhig zu Ende. Vier verschiedene Trainer, aufsehenerregende Wintertransfers und einige medienwirksame Geschehnisse abseits des Platzes – und zum Schluss dann doch das ruhige Fahrwasser. Maßgeblich verantwortlich dafür: Bruno Labbadia. Der ehemalige Werkself-Coach, mit dem Bayer 04 2009 das Pokalfinale erreichte, wurde von den Berlinern während der Corona-Pause verpflichtet und bekam die zuvor oft launisch wirkende Alte Dame schnell in den Griff. Aus seinen ersten vier Spielen als Hertha-Coach holte Labbadia zehn Punkte, darunter die deutlichen Siege bei Hoffenheim (3:0) und im Stadtderby gegen Union (4:0) sowie ein mehr als respektables Unentschieden in Leipzig (2:2). Kurzzeitig durften die Berliner dank des Aufschwungs unter ihrem neuen Coach sogar noch auf die Europa League hoffen, doch nach zuletzt drei Niederlagen in Folge ist der Zug nach Europa abgefahren. Für Hertha BSC geht zwei Spieltage vor Schluss nach vorne wie nach hinten nichts mehr – und doch werden die Partien der Berliner ganz entscheidende. Denn im Rennen um die Königsklasse könnte Labbadias Team zum Zünglein an der Waage werden: Am Samstag geht es gegen die Werkself, am letzten Spieltag nach zur Borussia nach Mönchengladbach.
In der Breite ist der Hertha-Kader durch eine lange Verletztenliste deutlich ausgedünnt. Kraft, Mittelstädt, Ascacibar, Rekik, Dilrosun, Leckie, Skjelbred, Wolf – alles potenzielle Stammspieler, die der Hertha gegen die Werkself fehlen werden. Allerdings gibt es auch gute Nachrichten von der Personalfront: In Dedryck Boyata kehrt der stabilste Innenverteidiger der Mannschaft nach abgesessener Rot-Sperre wieder zurück ins Team und auch für Matheus Cunha könnte es gegen die Werkself wieder für die Startformation reichen. Der Brasilianer fehlte zwischenzeitlich mit einer Gehirnerschütterung, in den beiden vergangenen Spielen gegen Frankfurt und in Freiburg wurde er jeweils erst in der Schlussphase eingewechselt, die Substanz reichte noch nicht für die Startelf. Das könnte sich nun ändern – und ein eminentes Plus im Offensivspiel der Hertha darstellen.
Denn die Zahlen des Winter-Neuzugangs aus Leipzig sind beeindruckend: Von seinem Transfer nach Berlin bis zu seiner Kopfverletzung war Cunha in sechs von sieben Spielen direkt an einem Hertha-Tor beteiligt, machte mit seinen Tempodribblings und seiner Torgefahr häufig den Unterschied. Auch Coach Labbadia weiß um die enorme Klasse, die der 21-Jährige mitbringt: „Er hat etwas Außergewöhnliches und kann immer etwas Besonderes machen.“ Sollte Cunha von Beginn an spielen, würde das Spiel der Hertha also ein zusätzliches, unberechenbares Element erhalten, das die Werkself auf dem Zettel haben muss – zumal Cunha sowohl über den linken Flügel als auch auf der Zehner-Position oder sogar in der Sturmspitze zum Einsatz kommen könnte.
Dass die Mannschaft über eine enorme Qualität verfügt, die zu weitaus mehr befähigen könnte als Platz elf, steht außer Frage. Durch die gesamte Saison zog sich allerdings eine Inkonstanz in den Leistungen. Tolle Partien und schwächere Auftritte wechselten sich häufig ab. Beispielhaft dafür die beiden Spiele gegen den letzten Werkself-Gegner: Das Hinspiel beim 1. FC Köln gewann Hertha BSC mit 4:0, das Rückspiel im heimischen Olympiastadion ging mit 0:5 verloren. Unter Labbadia haben sich die Leistungen der Mannschaft deutlich gefestigt, in den vergangenen beiden Duellen reichte jedoch jeweils eine Unachtsamkeit, um die Partie zu Ungunsten der Hertha kippen zu lassen: Gegen Frankfurt sah Boyata Rot, und Hertha verlor trotz 1:0-Führung noch mit 1:4, in Freiburg leistete sich Vladimir Darida einen individuellen Patzer vor dem spielentscheidenden 1:2.
Hertha BSC hat viel vor in den kommenden Jahren. Die Verantwortlichen betonen immer wieder das Ziel, den Verein regelmäßig zurück auf die internationale Bühne zu hieven. Die wirtschaftlichen Voraussetzungen hierfür wurden durch die Zusammenarbeit mit Investor Lars Windhorst geschaffen, in Cunha und Krzysztof Piatek bereits im Winter zwei Top-Spieler von internationalem Format verpflichtet, ein weiterer folgt in Mittelfeldspieler Lucas Tousart von Olympique Lyon am 1. Juli. Nicht zu vernachlässigen: Hertha verfügt auch über eine enorm starke Jugendarbeit, die immer wieder Nachschub für die Profimannschaft liefert. In Arne Maier und Jordan Torunarigha standen in Freiburg zwei Eigengewächse in der Startformation, auf der Ersatzbank fanden sich insgesamt sechs weitere.
Abstieg und Europa – beides nicht mehr möglich für die Hertha. Doch aufgeben werden sich die Berliner sicher noch nicht. Denn unter anderem geht es für die Alte Dame noch um die „Stadtmeisterschaft“. Konkurrent Union liegt punktgleich aufgrund der um vier Treffer schlechteren Tordifferenz einen Rang hinter der Hertha – und dort legen wiederum viele Menschen Wert darauf, dass das auch so bleibt. Aus Werkself-Sicht bleibt zu hoffen, dass die Alte Dame die notwendigen Punkte dafür erst in der nächsten Woche einfährt…


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Bayer 04 Leverkusen begrüßt zu Beginn der laufenden Saison 2026/27 ein neues offizielles Mitglied in seinem Sponsorenclub. Das Unternehmen KKV Kabelverlegung GmbH & Co. KG baut seine bereits bestehende Partnerschaft aus und agiert beim Fußball-Bundesligisten ab sofort als Unterstützer auf der nach dem Premium-Bereich zweithöchsten Partnerebene. Als nunmehr offizieller Partner im Sponsorenclub tritt KKV dadurch im Rahmen der Spiele der Werkself in der BayArena mit erheblich aufgewerteter Sichtbarkeit in Erscheinung. Das neue Vertragsverhältnis hat vorerst eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2028.
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