Gegner-Check: Gladbacher Standard-Könige ohne Herzstück

Was war das für ein Hinspiel! Wenn es am Samstag, 6. März (Anstoß: 15.30 Uhr), zwischen der Werkself und Borussia Mönchengladbach wieder so heiß hergeht wie in der Hinrunde, kann sich jeder Fußball-Fan nur auf dieses Duell freuen. Zuletzt lief es bei den Fohlen aber nicht so richtig rund. Der Gegner-Check.
20201108_JS_B04_BMG_2796.jpg

Position

Die Werkself ist das ausgemachte Ziel von Borussia Mönchengladbach. Oder besser gesagt: die Tabellenregion, in der Bayer 04 aktuell steht. „Wir haben immer gesagt, dass wir wieder dorthin wollen, wo wir waren“, erklärte Cheftrainer Marco Rose am Dienstagabend und meinte damit eben die Plätze, die für das internationale Geschäft berechtigen. Schließlich stand sein Team noch zum Rückrundenauftakt nach einem fulminanten 4:2 gegen Borussia Dortmund auf Rang fünf. Doch seitdem kam kein einziger Sieg mehr dazu. Nicht in der Liga, wo Mönchengladbach fünf Spiele in Folge ohne Dreier blieb. Nicht in der Champions League, wo das Achtelfinal-Hinspiel gegen Manchester City mit 0:2 verloren ging. Und auch nicht im DFB-Pokal, wo die Borussia am Dienstagabend dem BVB knapp mit 0:1 unterlag. „Ich würde heute von einer unglücklichen Niederlage sprechen“, meinte Rose nach der Partie gegen seinen künftigen Arbeitgeber. Sein Team war den Dortmundern ebenbürtig, erzeugte letztlich aber zu selten Gefahr im letzten Drittel. Dennoch hatten die Beteiligten gute Ansätze gesehen, auf denen man nun aufbauen will. „Mit der Reaktion auf dem Platz haben wir gezeigt, dass die Mannschaft weiterhin will und für den Trainer brennt“, erklärte Allrounder Jonas Hofmann und schickte mit Blick auf Samstag hinterher: „Wir müssen gegen Leverkusen gleich voll da sein. Wenn wir gewinnen, sind wir auf einen Punkt dran.“ Die Jagd ist eröffnet.

Personal

Trotz des eng getakteten Spielplans ist die Borussia zuletzt von Verletzungen verschont geblieben. Einzig die Ergänzungsspieler Mamadou Doucouré, Torben Müsel und Famana Quizera fallen derzeit mit verschiedenen Blessuren aus, ansonsten kann Rose aus dem Vollen schöpfen – fast jedenfalls. Denn der einzige Stammspieler, der Mönchengladbach am Samstag fehlen wird, ist gleichzeitig ein ganz wichtiger: Kapitän Lars Stindl sah beim 2:3 in Leipzig vergangene Woche seine fünfte Gelbe Karte und muss gesperrt aussetzen. Ein empfindlicher Ausfall, denn der Routinier ist in dieser Saison das Herzstück der Gladbacher Offensive. In jedem einzelnen Pflichtspiel dieser Spielzeit stand Stindl bislang auf dem Feld, gegen die Werkself wird er nun erstmals fehlen. Zudem ist der 32-Jährige mit bereits zehn Treffern bester VfL-Torschütze in dieser Bundesliga-Saison, beim spektakulären 4:3 der Werkself im Hinspiel traf der Offensivmann sogar doppelt.

Da der klassische Zehner nicht zur Verfügung steht, könnte Rose von seinem 4-2-3-1-System, das er gegen Dortmund ins Rennen schickte, abrücken und auf eine Doppelspitze umstellen. So war es jedenfalls zuletzt häufig, wenn Stindl erst als Joker ins Spiel kam. Möglich wäre hierbei ein klassisches 4-4-2-System oder ein 3-3-2-2, mit dem Mönchengladbach auch zuletzt in Leipzig begann.

Prunkstück

Die Gladbacher sind die Standard-Könige der Liga. Während die Werkself das erfolgreichste Team nach Ecken stellt, liegt die Borussia in Front, wenn man alle ruhenden Bälle zusammenzählt. Ganze 17 Treffer verzeichnete Mönchengladbach bereits nach Standardsituationen – Bestwert in der Bundesliga. Das liegt einerseits an den starken, technisch beschlagenen Schützen wie Stindl oder Mittelfeldstratege Florian Neuhaus, andererseits aber auch an vielen potenziellen Abnehmern. Zwar verfügt Gladbach nicht über den einen „Turm“ über 1,90 Meter, dafür aber über einige Spieler wie Angreifer Marcus Thuram und Innenverteidiger Nico Elvedi mit äußerst geschicktem Kopfballspiel und einem guten Gespür bei Verlängerungen oder Abprallern.

Probleme

Trotz der tollen Arbeit, die Sportdirektor Max Eberl seit Jahren in Mönchengladbach leistet, hat die Borussia ein Führungsproblem. Zumindest auf dem Rasen. Gegen Leipzig reichte auch ein 2:0-Vorsprung nicht zu Punkten, es war bereits das dritte Spiel in dieser Saison, das die Fohlen noch verloren, obwohl sie vorne gelegen hatten – unter anderem auch das Hinspiel gegen die Werkself. Die 21 Punkte, die die Gladbacher nach Führung noch verspielten, sind traurige Liga-Spitze. Das liegt einerseits an den vielen Gegentoren in der Schlussviertelstunde – nur die Kellerkinder FC Schalke 04, 1. FSV Mainz 05 und Hertha BSC kassierten ab der 75. Minute mehr –, andererseits fehlt es an der Konterstärke, um Spiele nach Führung rechtzeitig „zuzumachen“. Neben dem 1. FC Köln ist Mönchengladbach das einzige Team, das noch gar nicht nach einem Konter getroffen hat.

Prognose

Gegen das derzeit scheinbar übermächtige Manchester City wird es die Borussia sehr schwer haben, im Rückspiel Mitte März noch das Viertelfinale der Champions League zu erreichen. Dann könnte die Konzentration nach dem Pokal-Ausscheiden ganz auf die Bundesliga gehen, was der Borussia für den Kampf um die internationalen Plätze durchaus guttun könnte. Mit den Siegen gegen den FC Bayern und Borussia Dortmund im Januar und der großartigen Vorrunde in der Champions League hat das Team gezeigt, zu was es im Stande ist. Nun muss Roses Mannschaft auch gegen die vermeintlich kleineren Gegner wieder konstant punkten. Dann ist auch die erneute Qualifikation für Europa realistisch.

Ähnliche News

Die Pressekonferenz mit Steffen und Hjulmand nach dem 1:0-Heimsieg | 19. Spieltag
Werkself-TV - 24.01.2026

Die Pressekonferenz nach dem 1:0-Sieg gegen den SV Werder Bremen

Werkself-TV zeigt nach dem 1:0-Sieg von Bayer 04 gegen den SV Werder Bremen am 19. Bundesliga-Spieltag die Pressekonferenz mit den beiden Cheftrainern Horst Steffen und Kasper Hjulmand...

Mehr zeigen
Re-Live | Bayer 04 - SV Werder Bremen | 19. Spieltag
Werkself-TV - 24.01.2026

Re-Live: Der 1:0-Sieg gegen Werder Bremen

Werkself-TV zeigt den 1:0-Sieg von Bayer 04 gegen den SV Werder Bremen am 19. Bundesliga-Spieltag re-live...

clubExklusivExklusiver Inhalt Werde Clubmitglied
Jubel nach Vázquez' 1:0
Bundesliga - 24.01.2026

1:0 gegen Bremen – Debüt-Tor von Vázquez liefert ersehnte drei Punkte

Endlich der erste Sieg in 2026! Die Werkself hat sich am 19. Bundesliga-Spieltag 1:0 (1:0) gegen den SV Werder Bremen durchgesetzt. Das Tor des Tages erzielte Lucas Vázquez (37.) mit seinem ersten Treffer für Bayer 04. Ebenfalls erfreulich: Nach mehrmonatiger Verletzungspause feierte Exequiel Palacios sein Comeback.

Mehr zeigen
Kurzpässe vor #B04SVW
Bundesliga - 24.01.2026

Kurzpässe vor #B04SVW: Erinnerungsspieltag „!Nie Wieder“ und 30. Schick-Geburtstag

Am heutigen Samstagnachmittag, 24. Januar (Anstoß: 15.30 Uhr), empfängt Bayer 04 einen SV Werder Bremen, der zuletzt sieben Ligapartien sieglos geblieben war. Dennoch präsentierten sich die Grün-Weißen zuletzt beim 3:3 gegen Eintracht Frankfurt mit einem späten Gegentor zum Endstand geschlossen. Dem will sich die Werkself um Geburtstagskind Patrik Schick entgegenstellen und an diesem Erinnerungsspieltag „!NieWieder“ rund um den Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus den ersten Dreier im neuen Jahr einfahren. Die Kurzpässe zur Begegnung.

Mehr zeigen
Geburtstag Schick Gratis-Flock
Fans - 24.01.2026

Zum runden Schick-Geburtstag: Gratis-Flock und Trikot-Gewinnspiel

Happy Birthday, Patrik Schick! Zu seinem Ehrentag darf sich nicht nur der tschechische Torjäger selbst über Geschenke und hoffentlich viele weitere Treffer freuen – auch Bayer 04-Fans können sich exklusiv am heutigen 24. Januar beim Kauf eines Trikots der Werkself den Flock mit der Nummer 14 gratis dazu sichern! Zusätzlich wird unter allen Käufern in der kommenden Woche ein Matchworn-Trikot des nun 30-Jährigen verlost.

Mehr zeigen