
Hätte diese Partie vor Zuschauern stattgefunden, sie wäre mehr als das Eintrittsgeld Wert gewesen: Der SC Freiburg und Eintracht Frankfurt boten am Dienstagabend ein wahres Fußball-Spektakel. Am Ende zwar ohne Sieger, aber dafür mit reichlich Achterbahn-Potenzial. Die Breisgauer führten, kassierten den Ausgleich – und als sie gerade drauf und dran waren, in Rückstand zu geraten, schlugen sie gleich doppelt zu. Weil am Ende aber auch Frankfurt noch ein Doppelschlag gelang, wurde es für den Sport-Club ein Punkt, 3:3. Sogar Trainer Christian Streich, der in seiner Laufbahn als SC-Trainer schon einiges erlebt hat, sprach von einem „verrückten Spiel“. Nichtsdestotrotz warten die Badener nach dem Re-Start noch auf ihren ersten Sieg – wobei das 1:1 in Leipzig zum Auftakt zumindest gefühlsmäßig einem solchen nahekommt. Und überhaupt ist die Stimmung alles andere als schlecht in Freiburg, schließlich übertrifft die laufende Saison noch immer die Erwartungen. Der Sport-Club befand sich an allen 28 Spieltagen durchgehend in der oberen Tabellenhälfte und mischt noch immer munter mit im Rennen um die europäischen Plätze. Bereits 38 Punkte hat Streichs Team bislang geholt – mehr als in den beiden vorangegangenen Spielzeiten nach 34 Spieltagen.
Drei Gegentreffer kassiert – und trotzdem war der Torwart der gefeierte Mann: Alexander Schwolow brachte Eintracht Frankfurt am Dienstag zur Verzweiflung. Er musste zwar dreimal hinter sich greifen, gefühlt hielt er aber alles. Mehrere Glanztaten zeigte der 27-Jährige, das eine oder andere Mal verhinderte er ein sicher geglaubtes Tor. „Alexander Schwolow war der beste Mann bei uns, keine Frage“, lobte auch Trainer Streich. „Er hat herausragend gehalten“ – und das nicht zum ersten Mal nach der Corona-Spielpause. Bereits beim 1:1 in Leipzig hatte Schwolow sich in Top-Form präsentiert und war der Garant für den Punktgewinn bei den Sachsen. Leistungen, die auch außerhalb von Deutschland nicht unentdeckt bleiben. In der vergangenen Woche wurden Medienberichte laut, die ein Interesse europäischer Top-Klubs am Freiburger Schlussmann meldeten.
Im Kader des Sport-Clubs ist Schwolow damit nicht allein. Auch Verteidiger Robin Koch sowie Angreifer Luca Waldschmidt sollen bereits auf dem Zettel einiger namhafter Vertreter stehen. Zum Kader der deutschen Nationalmannschaft gehören beide schon seit vergangenem Jahr. Allerdings: Sowohl Koch als auch Waldschmidt gingen zuletzt leicht angeschlagen in die Partie gegen Frankfurt. Koch plagten Rückenbeschwerden, Waldschmidt laborierte an Problemen am Sprunggelenk. Zwar standen beide gegen Frankfurt letztlich in der Anfangself, es scheint aber zumindest nicht abwegig, dass Streich am Ende einer Englischen Woche – noch dazu mit dem Freitagabendspiel – einen oder vielleicht sogar beide Spieler schont.
Streich dürfte wohl ziemlich froh sein, wenn er nach der Partie gegen die Werkself kein Sonderlob an Schwolow aussprechen müsste. Dass dieser nämlich überhaupt in die Position kam, eine derartige Ausnahmeleistung zeigen zu können, missfiel dem Trainer sichtlich. „Frankfurt hatte viel zu viele Chancen“, kritisierte er sein Team. „Das war extrem.“ Vor allem die Kompaktheit bemängelte Streich, Freiburg hatte dem Gegner im Offensivspiel zu viele Räume eröffnet. Gut möglich also, dass die Badener gegen Bayer 04 besonders auf die defensive Struktur bedacht sein werden. Auf diese Weise hatte Freiburg auch im Hinspiel im vergangenen Herbst einen Punkt aus der BayArena entführt.
Freiburg schraubt kontinuierlich weiter an der eigenen Zukunft. Mit Spielern wie Schwolow, Koch und Waldschmidt wird der sportliche Weg der Talentförderung konsequent weiter gegangen und damit – wenn die entsprechenden Spieler verkauft werden sollten – auch die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit auf Jahre hinweg sichergestellt. Zudem steht das große infrastrukturelle Projekt im Verein kurz vor dem Abschluss. Seit rund eineinhalb Jahren baut der Sport-Club ein neues Stadion, das eigentlich zur neuen Saison bezogen werden sollte. Die Coronavirus-Pandemie machte diesem Plan einen Strich durch die Rechnung. Und trotzdem: Der Verein hofft, im Verlaufe der Spielzeit die neue Spielstätte beziehen zu können – vielleicht dann auch gleich mit Begegnungen auf europäischer Bühne.
Die Möglichkeit, die Europa League zu erreichen, ist groß für Freiburg – zumindest, wenn die Werkself mitspielt. Denn sollten Bayer 04 und der FC Bayern München ins Pokalfinale einziehen, würde aller Voraussicht nach auch Platz sieben für die Qualifikation zum europäischen Wettbewerb reichen – und der scheint aus Freiburger Sicht durchaus realistisch. Bemerkenswert vor allem deshalb, weil die Hauptkonkurrenten wohl Wolfsburg, Schalke 04 und Hoffenheim heißen – allesamt größere Namen, vor denen sich Freiburg in dieser Saison aber keinesfalls verstecken muss.

Ohne ihn hätte Bayer 04 im Jahr 1988 möglicherweise nicht den UEFA-Cup gewonnen: Falko Götz traf für die Werkself im Final-Rückspiel gegen Espanyol Barcelona mit einem Flugkopfball zum zwischenzeitlichen 2:0. Der Rest ist schwarz-rote Fußball-Geschichte. In unserer Interview-Reihe anlässlich „40 Years Across Europe“ spricht der heute 64-Jährige über das Highlight seiner Leverkusener Zeit und erinnert sich an ein unfertiges Stadion sowie an besondere Partien. Und er hat einen wichtigen Appell an alle Fans der Werkself...
Mehr zeigen
Olympique Marseille kommt in der Ligue 1 immer besser in Fahrt. Der neunmalige französische Meister hat sich nach einem durchwachsenen Saisonstart zurückgekämpft und zuletzt vier Siege in Folge eingefahren. In der UEFA Europa League hingegen steht OM noch ohne Punkte da. Am Donnerstag, 5. November (Anstoß: 21 Uhr/live bei Sky, RTL, WOW und im Werkself-Radio), wollen die Marseillais das in der BayArena ändern. Der Gegner-Check.
Mehr zeigen
Am Ende ist doch nicht mehr der erhoffte Sieg herausgesprungen: In der Vorrunde der DFB-Nachwuchsliga holte die U17 von Bayer 04 am Mittwochabend am heimischen Leistungszentrum Kurtekotten ein 1:1 (0:1) gegen Fortuna Düsseldorf. Nach der frühen Führung der Gäste glich Gabriel Minutillo kurz nach dem Seitenwechsel für die Gastgeber aus. Trotz einiger weiterer guter Chancen gelang den Leverkusenern der Lucky Punch nicht mehr.
Mehr zeigen
Vor dem Heimspiel in der Ligaphase der UEFA Europa League gegen Olympique Marseille am Donnerstag, 5. November (Anstoß: 21 Uhr), sprach Verteidiger Facundo Medina im Interview mit Werkself-TV über seine Vergangenheit bei dem französischen Top-Klub sowie die besondere Atmosphäre vor heimischen Publikum...
Mehr zeigen