Zurück zur Übersicht
27.05.2020Bundesliga

Gegner-Check: Ein Torwart in Top-Form

Sehr schnell kann die Werkself ihren Ausrutscher gegen den VfL Wolfsburg wiedergutmachen. Das Team von Cheftrainer Peter Bosz eröffnet den 29. Bundesliga-Spieltag am Freitagabend, 29. Mai (Anstoß: 20.30 Uhr), mit der Auswärtspartie beim SC Freiburg, bei dem sich zuletzt vor allem ein Mann in den Fokus spielte.
crop_imago0047279026h.jpg

Position

Hätte diese Partie vor Zuschauern stattgefunden, sie wäre mehr als das Eintrittsgeld Wert gewesen: Der SC Freiburg und Eintracht Frankfurt boten am Dienstagabend ein wahres Fußball-Spektakel. Am Ende zwar ohne Sieger, aber dafür mit reichlich Achterbahn-Potenzial. Die Breisgauer führten, kassierten den Ausgleich – und als sie gerade drauf und dran waren, in Rückstand zu geraten, schlugen sie gleich doppelt zu. Weil am Ende aber auch Frankfurt noch ein Doppelschlag gelang, wurde es für den Sport-Club ein Punkt, 3:3. Sogar Trainer Christian Streich, der in seiner Laufbahn als SC-Trainer schon einiges erlebt hat, sprach von einem „verrückten Spiel“. Nichtsdestotrotz warten die Badener nach dem Re-Start noch auf ihren ersten Sieg – wobei das 1:1 in Leipzig zum Auftakt zumindest gefühlsmäßig einem solchen nahekommt. Und überhaupt ist die Stimmung alles andere als schlecht in Freiburg, schließlich übertrifft die laufende Saison noch immer die Erwartungen. Der Sport-Club befand sich an allen 28 Spieltagen durchgehend in der oberen Tabellenhälfte und mischt noch immer munter mit im Rennen um die europäischen Plätze. Bereits 38 Punkte hat Streichs Team bislang geholt – mehr als in den beiden vorangegangenen Spielzeiten nach 34 Spieltagen.

Personal

Drei Gegentreffer kassiert – und trotzdem war der Torwart der gefeierte Mann: Alexander Schwolow brachte Eintracht Frankfurt am Dienstag zur Verzweiflung. Er musste zwar dreimal hinter sich greifen, gefühlt hielt er aber alles. Mehrere Glanztaten zeigte der 27-Jährige, das eine oder andere Mal verhinderte er ein sicher geglaubtes Tor. „Alexander Schwolow war der beste Mann bei uns, keine Frage“, lobte auch Trainer Streich. „Er hat herausragend gehalten“ – und das nicht zum ersten Mal nach der Corona-Spielpause. Bereits beim 1:1 in Leipzig hatte Schwolow sich in Top-Form präsentiert und war der Garant für den Punktgewinn bei den Sachsen. Leistungen, die auch außerhalb von Deutschland nicht unentdeckt bleiben. In der vergangenen Woche wurden Medienberichte laut, die ein Interesse europäischer Top-Klubs am Freiburger Schlussmann meldeten.

Im Kader des Sport-Clubs ist Schwolow damit nicht allein. Auch Verteidiger Robin Koch sowie Angreifer Luca Waldschmidt sollen bereits auf dem Zettel einiger namhafter Vertreter stehen. Zum Kader der deutschen Nationalmannschaft gehören beide schon seit vergangenem Jahr. Allerdings: Sowohl Koch als auch Waldschmidt gingen zuletzt leicht angeschlagen in die Partie gegen Frankfurt. Koch plagten Rückenbeschwerden, Waldschmidt laborierte an Problemen am Sprunggelenk. Zwar standen beide gegen Frankfurt letztlich in der Anfangself, es scheint aber zumindest nicht abwegig, dass Streich am Ende einer Englischen Woche – noch dazu mit dem Freitagabendspiel – einen oder vielleicht sogar beide Spieler schont.

Probleme

Streich dürfte wohl ziemlich froh sein, wenn er nach der Partie gegen die Werkself kein Sonderlob an Schwolow aussprechen müsste. Dass dieser nämlich überhaupt in die Position kam, eine derartige Ausnahmeleistung zeigen zu können, missfiel dem Trainer sichtlich. „Frankfurt hatte viel zu viele Chancen“, kritisierte er sein Team. „Das war extrem.“ Vor allem die Kompaktheit bemängelte Streich, Freiburg hatte dem Gegner im Offensivspiel zu viele Räume eröffnet. Gut möglich also, dass die Badener gegen Bayer 04 besonders auf die defensive Struktur bedacht sein werden. Auf diese Weise hatte Freiburg auch im Hinspiel im vergangenen Herbst einen Punkt aus der BayArena entführt.

Potenzial

Freiburg schraubt kontinuierlich weiter an der eigenen Zukunft. Mit Spielern wie Schwolow, Koch und Waldschmidt wird der sportliche Weg der Talentförderung konsequent weiter gegangen und damit – wenn die entsprechenden Spieler verkauft werden sollten – auch die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit auf Jahre hinweg sichergestellt. Zudem steht das große infrastrukturelle Projekt im Verein kurz vor dem Abschluss. Seit rund eineinhalb Jahren baut der Sport-Club ein neues Stadion, das eigentlich zur neuen Saison bezogen werden sollte. Die Coronavirus-Pandemie machte diesem Plan einen Strich durch die Rechnung. Und trotzdem: Der Verein hofft, im Verlaufe der Spielzeit die neue Spielstätte beziehen zu können – vielleicht dann auch gleich mit Begegnungen auf europäischer Bühne.

Prognose

Die Möglichkeit, die Europa League zu erreichen, ist groß für Freiburg – zumindest, wenn die Werkself mitspielt. Denn sollten Bayer 04 und der FC Bayern München ins Pokalfinale einziehen, würde aller Voraussicht nach auch Platz sieben für die Qualifikation zum europäischen Wettbewerb reichen – und der scheint aus Freiburger Sicht durchaus realistisch. Bemerkenswert vor allem deshalb, weil die Hauptkonkurrenten wohl Wolfsburg, Schalke 04 und Hoffenheim heißen – allesamt größere Namen, vor denen sich Freiburg in dieser Saison aber keinesfalls verstecken muss.

Ähnliche News

Piljic per Dropkick ins Glück: Bayer 04-Frauen schlagen Jena | 21. Spieltag
Werkself-TV - 22.03.2026

Frauen: Die TV-Highlights des 1:0-Siegs gegen den FC Carl Zeiss Jena

Werkself-TV zeigt die TV-Highlights des 1:0-Heimsiegs der Bayer 04-Frauen gegen den FC Carl Zeiss Jena am 21. Spieltag der Google Pixel Frauen-Bundesliga 2025/26.

Mehr zeigen
Werkself bedankt sich bei den Fans
Bundesliga - 22.03.2026

Werkself Nachdreher zu #FCHB04: „Wir sind bereit, diese Situation zu meistern“

Drei Tore reichten der Werkself beim 3:3 gegen den 1. FC Heidenheim 1846 nicht zum Sieg, für Bayer 04 ist es das dritte Bundesliga-Remis in Folge. Nach einer souverän geführten ersten Hälfte und mit einer 2:0-Führung im Rücken „sind wir nicht mehr in unser Spiel gekommen“, resümierte Mark Flekken, der erstmals seit zwei Monaten wieder im Leverkusener Tor gestanden hatte. Treffsicher zeigte sich auf der Ostalb einmal mehr Patrik Schick, der nach seinem Doppelpack nun der drittbeste Bundesliga-Torschütze der Klub-Historie ist. Und Cheftrainer Kasper Hjulmand ist trotz des ausgebliebenen Dreiers mit Blick auf den Saisonendspurt überzeugt: „Wir sind bereit, diese Situation zu meistern.“ Der Werkself Nachdreher.

Mehr zeigen
Sean Landwehr im DFB-ePokal
eSports - 21.03.2026

#B04eSports: Leverkusener verpassen Finale im DFB-ePokal

Den Sprung ins Endspiel knapp verpasst: Beim Finalevent um den DFB-ePokal 2026 bezwangen Marc und Sean Landwehr zwar im Viertelfinale den Vorjahressieger FOKUS, unterlagen dann jedoch im Halbfinale RBLZ Gaming. Neuer ePokalsieger ist Borussia Mönchengladbach. Ende April wartet auf die Leverkusener mit dem VBL Grand Final, der Deutschen Einzel-Meisterschaft, eine weitere Chance auf einen Titel.

Mehr zeigen
Flekken: „Zwei sehr unterschiedliche Halbzeiten“
Werkself-TV - 21.03.2026

Flekken: „Zwei sehr unterschiedliche Halbzeiten“

Nach dem 3:3-Remis beim 1. FC Heidenheim 1846 im Rahmen des 27. Bundesliga-Spieltags äußerten sich Mark Flekken und Malik Tillman am Mikrofon von Werkself-TV...

Mehr zeigen