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22.08.2025Bundesliga

Gegner-Check: Die TSG will einen Neustart mit schlankerem Kader

Die Saisonvorbereitung lief ziemlich perfekt für die TSG Hoffenheim. Das Team von Cheftrainer Christian Ilzer gewann alle acht Testspiele und ließ am vergangenen Wochenende auch im DFB-Pokal beim FC Hansa Rostock nichts anbrennen. Mit etlichen neuen Gesichtern und viel Selbstvertrauen werden die Kraichgauer an diesem Samstag, 23. August (Anstoß: 15.30 Uhr/Einzelspiel bei Sky und Konferenz bei DAZN), auch die Aufgabe in der BayArena gegen die Werkself angehen. Der Gegner-Check.
TSG Hoffenheim

Position

Alles neu im Kraichgau? Der personelle Umbruch bei der TSG ist jedenfalls beachtlich. Und bislang scheint alles auf einem sehr guten Weg. Die Mannschaft harmoniert, die Mischung aus Erfahrung und Talent stimmt. Mit dem auf sehr vielen Positionen veränderten Kader hat der Klub sämtliche acht Testspiele in der Vorbereitung gewonnen, darunter zwei Siege gegen den Bundesliga-Konkurrenten SV Werder Bremen (1:0; 3:0) und deutliche Erfolge gegen die Zweitligisten SV Darmstadt 98 (5:1) und SV 07 Elversberg (5:2). Insgesamt erzielte Hoffenheim 40 Treffer in diesen acht Partien – und musste selbst nur fünf Gegentore hinnehmen. Zum Abschluss der Testserie gab es im Rahmen der offiziellen Saisoneröffnung einen begeisternden 8:0-Kantersieg gegen den französischen Ligue 1-Aufsteiger FC Metz. Auch damit setzten die Blau-Weißen ein Ausrufezeichen.

Der Pflichtspiel-Auftakt gelang ihnen ebenso: Das Team von Christian Ilzer gewann am vergangenen Sonntag in der 1. Runde des DFB-Pokals bei Drittligist FC Hansa Rostock 4:0. Dabei hatte Neuzugang Wouter Burger die TSG in der ersten Halbzeit in Führung gebracht. Max Moerstedt mit einem Doppelpack und Fisnik Asllani sorgten in der Schlussphase für klare Verhältnisse. Verständlich, dass Ilzer mit Ergebnis und Performance der Seinen zufrieden war: „Wir sind glücklich, so souverän weitergekommen zu sein.“

Der 47 Jahre alte Österreicher hatte die TSG im November 2024 übernommen. Mit einem „Reifenwechsel im fahrenden Auto“ verglich Ilzer damals seinen Auftrag. Und das heikle Unterfangen ging gerade noch einmal gut. Hoffenheim schaffte als Tabellen-15. mit Ach und Krach und nur drei Punkten Vorsprung vor dem Relegationsrang den Klassenerhalt. Eine weitere Zittersaison soll es nicht geben. In diesem Sommer konnte Ilzer seine erste komplette Vorbereitung mit der TSG bestreiten. Die Leistungen und Ergebnisse der vergangenen Wochen sind durchaus vielversprechend. Der Klub sieht sich nach der „umfassenden Neuausrichtung“ vor dem Bundesliga-Start „bestens aufgestellt für die Herausforderungen der kommenden Saison“, wie es in einer Mitteilung auf der TSG-Homepage heißt.

Personal

Gleich sechs Spieler gaben am zurückliegenden Wochenende beim Pokal-Auftakt in Rostock ihr Pflichtspiel-Debüt für die TSG. Vor allem in der Defensive zeigten die Kraichgauer ein stark verändertes Gesicht. Neu im Team waren Innenverteidiger Koki Machida (Union Saint-Gilloise/Belgien), die Außenverteidiger Bernardo (VfL Bochum 1848) und Vladimir Coufal (West Ham United/England) sowie die beiden Sechser Wouter Burger (Stoke City/England) und Leon Avdullahu (FC Basel 1893/Schweiz). Zudem gab in der Offensive Tim Lemperle (1. FC Köln) seine Premiere für die Hoffenheimer.

Im Sturmzentrum begann in Fisnik Asllani ein von Elversberg zurückgekehrter Spieler. Der Kosovare hatte in der vergangenen Saison mit 18 Toren und 9 Assists maßgeblich zur überragenden Saison der Saarländer beigetragen, die erst in der Relegation am 1. FC Heidenheim 1846 gescheitert waren. Gleiches gilt für Muhammed Damar. Der 21 Jahre alte offensive Mittelfeldspieler war ebenfalls an Elversberg ausgeliehen und dort mit 9 Treffern und 5 Assists zweitbester Scorer nach Asllani. In Rostock kam Damar in der Schlussphase für Andrej Kramaric aufs Feld. Der Kroate ist seit neuneinhalb Jahren neben Torhüter und Kapitän Oliver Baumann das Aushängeschild der TSG. In der vergangenen Saison war Kramaric mit 11 Toren und 8 Assists wieder einmal bester Scorer der Hoffenheimer.

Vor der neuen Spielzeit gibt sich der 34 Jahre alte Nationalspieler optimistisch: „Ich bin überzeugt davon, dass hier wieder etwas Gutes entstehen kann - wenn wir alle zusammenhalten. Dabei will ich helfen. Die Energie in der Mannschaft ist sehr gut, und auch die Neuzugänge machen alle einen guten Eindruck.“ Bald soll nach mehr als einjähriger Verletzungspause wegen eines Kreuzbandrisses auch der türkische Nationalverteidiger Ozan Kabak ins Team zurückkehren. Fast ein weiterer Neuzugang. Ähnlich sieht es bei Grischa Prömel aus. Der Mittelfeldspieler ist nach seinem Kreuzbandriss schon etwas weiter wie Kabak, feierte gegen Metz sein Comeback und saß zuletzt in Rostock bereits auf der Bank.

Langfristig verzichten muss Ilzer auf den ehemaligen Bayer 04-Profi Adam Hlozek, der sich im Training einen Kahnbeinbruch im rechten Fuß zugezogen hat. Auch Verteidiger Valentin Gendrey wird seiner Mannschaft bis auf Weiteres fehlen. Der Franzose war im Training umgeknickt und erlitt dabei einen Riss der Syndesmose sowie einen Bruch des Außenknöchels. Den Klub verlassen haben im Sommer Leistungsträger wie Anton Stach (Leeds United/England) und Tom Bischof (FC Bayern München). Die Innenverteidiger Stanley Nsoki (1. FC Union Berlin) und Attila Szalai (Kasimpasa/Türkei) sowie Stürmer Haris Tabakovic (Borussia Mönchengladbach) sind jeweils auf Leihbasis gewechselt. Zudem verabschiedeten sich Außenverteidiger Pavel Kaderabek (Sparta Prag/Tschechien), Sechser Luka Hyryläinen (1. FC Magdeburg) und Stürmer Marius Bülter (1. FC Köln). Möglicherweise wird bis zur Schließung des Transferfensters am 1. September noch der eine oder andere weitere Spieler folgen.

Probleme

Die zahlreichen Abgänge sind Ergebnis der personellen Neustrukturierung der TSG, die noch zu Beginn der Saisonvorbereitung einen sehr großen Kader hatte. Diesen konnte Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker inzwischen spürbar verschlanken – und auf Positionen, auf denen der Klub dringenden Handlungsbedarf sah, verstärken. „Wir haben versucht, die Defensive zu stabilisieren, weil wir in den vergangenen Jahren stets zu viele Gegentore kassiert haben“, sagt Schicker. In der zurückliegenden Saison stellte Hoffenheim mit 68 Gegentoren die zweitschwächste Defensive der Liga nach Absteiger Holstein Kiel. Nimmt man die vergangenen vier Jahre, waren es im Schnitt über 60 Gegentreffer.

Problem erkannt, Problem gebannt? Es bleibt abzuwarten, ob die TSG nun auch in der heißen ersten Saisonphase hinten so stabil steht wie in den vergangenen Wochen. Denn das Auftaktprogramm hat es in sich: Nach dem Auswärtsspiel in der BayArena empfängt Hoffenheim Eintracht Frankfurt, schon am 4. Spieltag kommt der FC Bayern München nach Sinsheim und anschließend geht es zum SC Freiburg.

Prunkstück

In der Vorbereitung hat Christian Ilzer erkennen lassen, worauf es ihm ankommt: Konzentriertes, aggressives Pressing und zügiges, vertikales Spiel in die Tiefe sind kennzeichnend für den Stil, mit dem der Trainer vormals den österreichischen Klub Sturm Graz zum Double führte. Offensivfußball und schnelles Umschaltspiel zählen freilich seit jeher zur DNA des Hoffenheimer Fußballs. Im Angriff verfügt der Kader auch in dieser Saison wieder über viel Qualität. Dauerbrenner und Torgarant Andrej Kramaric hat in Rückkehrer Muhammed Damar ernsthafte Konkurrenz als offensive Schaltzentrale bekommen. Darüber hinaus stehen in Tim Lemperle, Max Moerstedt, Fisnik Asllani, Bazoumana Touré und Ihlas Bebou weitere abschluss- und spielstarke Stürmer zur Verfügung. Aber auch defensiv scheint Hoffenheim gut aufgestellt. „Wir haben einen Schritt gemacht, was das gemeinsame Verteidigen betrifft“, betonte Ilzer nach dem 4:0-Erfolg in Rostock.

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